Für 20.000 Dollar: Mann lässt Hund einfrieren – und hofft auf Wiedersehen

Der Australier Dale Pearce ließ seine todkranke Hündin kryogenisch einfrieren und hofft auf eine Wiederbelebung in der Zukunft.
Dale Pearce hält seine todkranke Hündin Neren im Arm und weint, bevor sie zur Kryokonservierung nach Michigan gebracht wird.

Für den Australier Dale Pearce (44) bedeutet seine Australian Kelpie-Hündin "Neren", die er im Alter von zwei Jahren von der Straße rettete, alles. Neun Jahre ging das Duo gemeinsam durchs Leben, dann erhielt der Hundebesitzer die niederschmetternde Diagnose: Neren ist unheilbar an Krebs erkrankt.

Schließlich traf er eine ungewöhnliche und kostenspielige Entscheidung: Er ließ seinen geliebten Hund kryogenisch konservieren in der Hoffnung, dass die Wissenschaft eines Tages so weit ist, den beiden ein Wiedersehen zu ermöglichen.

Mann lässt seinen Hund konservieren

Wie das US-Magazin People berichtet, suchte er nach Wegen, die verbleibende Zeit mit seinem Haustier bestmöglich zu nutzen. Auf den bevorstehenden Verlust seiner Hündin, der früher als erwartet bevorstand, fühlte er sich mental nicht vorbereitet. 

Bei seinen Recherchen stieß er schließlich auf das Cryonics Institute im US-Bundesstaat Michigan. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, sowohl Menschen als auch Tiere unverzüglich nach ihrem Tod bei extrem niedrigen Temperaturen mit flüssigem Stickstoff zu konservieren, sozusagen einzufrieren und in speziellen Tanks zu lagern.

Hundebesitzer hofft auf Fortschritt der Forschung

Dabei soll der Körper so gut erhalten werden, dass man ihn in Zukunft potentiell wiederbeleben könnte, sofern die Forschung entsprechende Fortschritte macht. Pearce hofft zudem darauf, dass die Medizin eines Tages so weit sein wird, Krankheiten wie Krebs erfolgreich behandeln zu können.

Wie People unter Berufung auf Kennedy News berichtet, hat der 44-Jährige ganz bestimmte Vorstellungen: "Das ideale Szenario wäre, dass ich in ein paar Jahrzehnten noch da bin, oder dass ich Therapien zur Verlängerung der Lebensspanne durchlaufen habe oder ebenfalls eingefroren wurde, und dann hoffentlich wiederbelebt werde, bevor sie [Hündin Neren] herauskommt." Das Ganze sei vor allem eine Frage der Wahrscheinlichkeit, ergänzte er. 

20.000 Dollar für Kryokonservierung von Hund

Pearce reiste mit seiner Hündin von Melbourne ins rund 16.000 Kilometer entfernte Michigan, um die Kryokonservierung durchführen zu lassen. Für das aufwändige Verfahren fielen etwa 20.000 US-Dollar (rund 17.200 Euro) an. 

Zuvor unternahm der Australier jedoch noch eine zweiwöchige Reise mit Neren unter anderen nach Hawaii und San Francisco. Die letzten gemeinsamen Tage wollte der Spieleentwickler noch voll und ganz auskosten. "In den letzten Tagen wurde sie sehr müde, und ich wusste, es war Zeit [seine Hündin einschläfern zu lassen]. Ich hatte nicht das Gefühl, ihr Leben zu verkürzen", so der Hundebesitzer. 

Hündin wurde narkotisiert und eingefroren

In einer Tierarztpraxis nahe des Kryonik-Instituts wurde seine Hündin in Narkose versetzt, anschließend wurde ihr Körper eingefroren. "Meine Gedanken dazu waren gespalten, denn einerseits dachte ich: 'Das könnte das letzte Mal sein, dass ich sie sehe', andererseits gibt es zumindest eine Chance, und das hält mich am Leben", erklärte der Australier. 

Medienberichten zufolge belaufen sich die Gesamtkosten für Reise inklusive Kryokonservierung auf circa 40.000 US-Dollar.

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