Cleantok: Warum das Putzen auf TikTok jetzt so umstritten ist
Auf TikTok kursieren zurzeit zahlreiche Videos, die aus der Cleantok-Ecke kommen. Doch während diese für gute Putztipps gefeiert wird, so wird sie auch hart kritisiert. (Symbolfoto)
Das Wetter wird schöner, die Sonne scheint durch die Fenster ins Eigenheim und zeigt vor allem eins: den Staub auf den Kästen, Tischen und Büchern, die wir schon seit Monaten lesen wollten. Frühling ist nicht nur die Zeit der blühenden Knospen, sondern auch der Reinigung und des Neubeginns. Vor allem der Frühjahrsputz kann für zahlreiche Menschen ein befriedigendes und erfüllendes Ritual sein, das auf die warmen Monate vorbereitet.
Natürlich darf in dieser Zeit auch nicht TikTok fehlen, denn wo sonst bekommt man die besten Tipps, wie man seine Waschmaschine desinfiziert, die feinen Rillen rund um die Herdplatte säubert oder den Airfryer putzt. Eine bestimmte Nische auf der Videoplattform ist in dieser Zeit besonders beliebt: Cleantok!
Was ist Cleantok?
Mehr als 7,5 Millionen Beiträge finden sich unter dem Hashtag #Cleantok. Unter dem Begriff, der sich aus dem englischen Wort "clean" (zu Deutsch: sauber) und TikTok zusammensetzt, dreht sich alles rund ums Putzen und Aufräumen. Viele TikTok-User und auch Influencer veröffentlichen Videos, in denen sie ihre Wohnungen putzen. In einigen dieser Clips geben sie hilfreiche Tipps für ein saubereres Zuhause oder zeigen, wie sie ihre Kleiderkästen oder Speisekammern mühelos entrümpeln.
Content Creatorin @neat.caroline zeigt beispielsweise, wie man sein Haus "fit für den Frühjahrsputz" macht. So erklärt sie, dass ihr Mistkübel immer gut riecht, weil sie ätherisches Öl auf ein Wattepad träufelt und dieses unter den Müllsack in den Behälter legt. Ihr Content, der sich vor allem ums Putzen dreht, hat mehr als 318.000 Fans auf TikTok.
Putzen als Klickbringer?
Immer mehr TikToker schwören auf den "sauberen" Content und posten zahlreiche Videos zum Thema Aufräumen & Co. Unter anderem auch @_the_clean_girl, die mehr als 5,6 Millionen Fans auf der Plattform hat. Stacey Habecker, wie die Userin mit bürgerlichem Namen heißt, wurde vor allem dadurch bekannt, weil sie verlassene Gräber auf Friedhöfen geputzt hat. Ihr meistgesehenes Video hat über 172 Millionen Views.
Doch nicht alle sind von ihren Videos überzeugt:
- Im Netz häuft sich auch Kritik, dass die Art und Weise, wie die TikTokerin die Gräber putzt, respektlos gegenüber den Toten sei.
- So würde sich die Userin keine Erlaubnis der Familie einholen, die Gräber zu reinigen oder würde mit aggressiven Mitteln putzen, was die meist historischen Grabsteine beschädigen könnte.
- Kritik gab es zudem auch, dass sie ein Stofftier eines toten Mädchens mit nach Hause genommen hat und dieses gewaschen habe.
Cleantok als Umweltsünde
Dass Cleantok gute Tipps für den Haushaltsputz bietet, kann kaum abgestritten werden. Auf TikTok betonen aber auch einige User, dass die Community der putzfreudigen Nutzer auch umweltschädlich handeln würde. @lindeycooper zeigte in einem Video, dass ein Content Creator demonstriert hat, wie man Schnee "reinigen" kann. Dabei wurden Putzmittel und Co. in den Schnee geschüttet, um dies zu filmen. "Cleantok geht zu weit", sagt die Userin im Video. "Es ist verrückt, wie befriedigender Content so verschwenderisch sein kann."
Auch die übertriebene Inszenierung von Influencerinnen wird angeprangert: So würden einige Nutzer ihre Häuser "absichtlich" schmutzig machen, um den Putzcontent zu filmen. Andererseits gibt es auf TikTok auch häufig Kritik daran, dass Putzvideos veröffentlicht werden, in denen bereits perfekt gereinigte Flächen gesäubert werden, um die Ästhetik von Social Media zu wahren.
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