Gefährliche „Barbie Droge“ erlebt Comeback auf Social Media
Die Barbie-Droge erlebt auf TikTok einen neuen Hype: Nasal Tanning verspricht schnelle Bräune ohne Sonne, doch Experten warnen vor Risiken. (Symbolbild)
Braun und schlank zu sein, scheint wieder „im Trend“ zu liegen: Das zeigt auch der aktuelle Hype um die sogenannte „Barbie-Droge“, die insbesondere auf TikTok erneut Aufmerksamkeit bekommt. Zahlreiche Influencer werben für den Stoff, der binnen kurzer Zeit für gebräunte Haut ganz ohne Sonnenbad sorgen soll. Stiftung Warentest, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und Hautkrebsorganisationen warnen vor den harmlos wirkenden Nasensprays.
„Barbie Droge“: Was ist das?
Wie die US-amerikanische Hautkrebsorganisation Skin Cancer Foundation erklärt, handelt es sich dabei um das künstlich hergestellte Peptid Melanotan II, das eine hormonähnliche Wirkung hat. Die Substanz regt die körpereigene Melaninproduktion an und soll dadurch eine Bräune von innen heraus erzeugen. Ziel ist ein ähnlich gebräunter Look wie bei einer Barbiepuppe, weshalb sich in sozialen Medien die umgangssprachliche Bezeichnung „Barbie Droge“ etabliert hat.
Als kosmetisches Bräunungsmittel ist Melanotan II nicht zugelassen. Der Verkauf der im Internet angebotenen Nasen-Tanningsprays ist also illegal. Das scheint jedoch zahlreiche Influencer nicht davon abzuhalten, sogenanntes Nasal Tanning zu betreiben und die vermeintlichen Beauty-Helfer sogar mit Rabattcodes zu bewerben.
Gesundheitsrisiken von Melanotan II
Die kleinen Fläschchen wirken auf den ersten Blick oft harmlos: Manche Produkte tragen goldene Schrift und catchy Namen wie „Cherry Tanners“, andere sind lediglich mit einem Sticker im Stranddesign versehen, der Sonnenschein in der Flasche vermitteln soll. Die Skin Cancer Foundation warnt jedoch vor den möglichen Gefahren. Melanotan II wird häufig über nicht kontrollierte Quellen im Internet bezogen. Ob die Produkte tatsächlich den angegebenen Wirkstoff in der versprochenen Menge enthalten oder verunreinigt sind, lässt sich nicht zuverlässig überprüfen. Davon abgesehen birgt der Stoff laut Stiftung Warentest zahlreiche Gesundheitsrisiken.
Dazu zählen unter anderem:
- Verdauungsbeschwerden
- Übelkeit
- Blutdruckveränderungen
- Appetitverlust
Besonders problematisch: Melanotan II kann auch zu raschen Veränderungen bestehender Muttermale führen. Dadurch können Auffälligkeiten möglicherweise schwerer erkannt werden, was die Diagnose von Hautkrebs erschweren kann.
User berichten von negativen Erfahrungen
Dass die Verwendung solcher Nasal-Tanning-Sprays spürbare negative Auswirkungen auf Haut und Gesundheit haben kann, zeigen auch Kommentare von Nutzerinnen in den sozialen Medien:
- „Diese Sprays haben mich früher immer so krank gemacht. 😭“
- „Als Tätowiererin ist der Unterschied beim Tätowieren von künstlich gebräunter Haut unglaublich! Es ist, als würde man Leder tätowieren!! Auch bei jungen Menschen 🥲“
- „Ich habe zwei Jahre lang diese Tanning-Nasensprays benutzt und habe gemerkt, dass ich danach extrem gealtert aussah. Außerdem begann ich, Haare zu verlieren, und mein Körper geriet hormonell aus dem Gleichgewicht.“
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