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Autobetrug mit KI: So werden Fake-Inserate immer glaubwürdiger

Gefälschte Händler, erfundene Fahrzeuge und täuschend echte Webseiten: Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz werden Betrugsmaschen beim Autokauf immer professioneller.
Ein Laptop mit einer Autoverkaufsplattform neben einem Smartphone, das die Gefahr von Online-Betrug bei Autokäufen symbolisiert.

Günstige Autos, vermeintliche Händler und gefälschte Dokumente: Im Internet häufen sich Betrugsfälle rund um den Autokauf oft spielt KI eine tragende Rolle. Betroffen sind längst nicht mehr nur Privatpersonen. Auch professionelle Autohändler geraten ins Visier. 

Das Auto existiert gar nicht

Das Prinzip ist einfach: Auf Online-Plattformen werden Fahrzeuge zu vermeintlich attraktiven Preisen angeboten. Interessenten nehmen Kontakt mit dem Verkäufer auf und werden anschließend dazu gebracht, eine Anzahlung oder den gesamten Kaufpreis vorab zu überweisen. Das Problem: Das Auto existiert gar nicht, oder gehört dem vermeintlichen Verkäufer überhaupt nicht.

Warnung auf Instagram

Zuletzt häuften sich Berichte über solche und ähnliche Betrugsfälle auf Instagram. Auch die Arbeiterkammer Oberösterreich schaltete sich bereits ein. Auf ihrer Informationsseite zum Autokauf im Internet heißt es, dass sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf eines Autos im Netz Vorsicht geboten sei. In manchen Fällen seien am Ende „Auto oder Geld weg“.

Gefälschte KI-Webseiten sollen Vertrauen schaffen

Wie professionell die Täter mittlerweile auftreten, zeigt eine Warnung von Audi aus dem Mai 2026. Der Autobauer berichtete über eine aktuelle Betrugsmasche im Gebrauchtwagenhandel, die Deutschland, Österreich und die Schweiz betrifft. Dabei würden gefälschte Internetseiten und KI-Angebotskataloge eingesetzt, um Interessenten zum Kauf von Fahrzeugen zu bewegen, die gar nicht existieren.

Für die Opfer ist auf den ersten Blick oft nicht erkennbar, dass sie es mit Betrügern zu tun haben. Logos, Firmennamen, Kontaktdaten und professionell gestaltete Webseiten sollen den Eindruck eines etablierten Autohauses erwecken.

Auch Verkäufer geraten ins Visier

Auch private Verkäufer werden auf österreichischen Plattformen zur Zielscheibe. Eine bekannte Variante: Ein vermeintlicher Käufer meldet sich auf ein Inserat und gibt vor, das Auto sofort kaufen zu wollen. Die Kommunikation wird rasch von der Plattform auf WhatsApp oder einen anderen Messenger verlagert. Anschließend schicken die Täter beispielsweise einen Ausweis oder einen Gewerbeschein – teilweise handelt es sich dabei um echte Dokumente, die missbräuchlich verwendet werden.

Danach folgt eine gefälschte Zahlungsbestätigung, die oftmals über ChatGPT generiert wurde. Der Verkäufer soll glauben, dass das Geld bereits überwiesen wurde, und das Fahrzeug übergeben oder verschicken. 

Willhaben als Angriffspunkt

Gerade weil Plattformen wie Willhaben für den privaten Autohandel eine wichtige Rolle spielen, sind sie auch für Betrüger interessant. Die Arbeiterkammer warnt generell vor Betrug über Kleinanzeigenportale. Verdächtig sei unter anderem, wenn ein vermeintlicher Käufer rasch auf E-Mail oder WhatsApp wechseln wolle. Auch besonders günstige Angebote oder ungewöhnliche Zahlungsforderungen sollten laut AK misstrauisch machen.

Betrüger nutzen auch gestohlene Identitäten

Für die Täter ist es nicht zwingend notwendig, eine komplett erfundene Identität aufzubauen. Teilweise werden die Daten real existierender Personen oder Unternehmen missbraucht. Genau das macht die Betrugsmasche so schwer erkennbar. Selbst ein Firmenname, eine Telefonnummer oder ein scheinbar korrektes Impressum sind kein sicherer Beweis dafür, dass man tatsächlich mit dem angegebenen Händler kommuniziert.

So erkennt man verdächtige Auto-Inserate

Ein besonders niedriger Preis ist nicht automatisch ein Betrugsbeweis, sollte aber hellhörig machen. Auch bei professionell aussehenden Angeboten lohnt sich eine zusätzliche Kontrolle.

Darauf sollten Käufer und Verkäufer achten:

  • Ist der Preis deutlich niedriger als bei vergleichbaren Fahrzeugen?
  • Existiert der Händler tatsächlich und lässt sich die Firma unabhängig überprüfen?
  • Passt die angegebene Adresse zum Unternehmen?
  • Wird ungewöhnlich viel Druck aufgebaut, rasch eine Anzahlung zu leisten?
  • Soll die Kommunikation möglichst schnell über WhatsApp oder einen anderen Messenger laufen?
  • Werden nur Fotos und Dokumente geschickt, eine Besichtigung aber verhindert?
  • Wird eine Überweisung auf ein ausländisches oder fremdes Konto verlangt?
  • Gibt es Ungereimtheiten bei Fahrzeugpapieren, Telefonnummern oder Firmendaten?

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