Ehemann ruft Astronautin im Weltall an: Konnte was im Haushalt nicht finden

Eine Aussage der Astronautin Christina Koch geht derzeit in den sozialen Medien viral. Ihr Mann soll sie während ihrer Zeit im All nach Dingen im Haushalt gefragt haben.
The crew of Artemis II, NASA's next-generation moon rocket, depart their quarters to take part in a countdown rehearsal, at the Kennedy Space Center in Cape Canaveral

Ein Glas Nutella, das während eines historischen NASA-Livestreams zur Artemis-2-Mondmission unerwartet durch die Raumkapsel schwebte und sich vor der Astronautin Christina Koch ins Bild schob, sorgte kürzlich für Aufsehen in den sozialen Medien (KURIER berichtete). Nun folgt bereits der nächste virale Moment rund um die US-amerikanische Astronautin: Ihr Ehemann soll mit ihr telefoniert haben, während sie sich im All befand, weil er Haushaltsgegenstände nicht finden konnte. 

Der Vorfall verbreitet sich derzeit im Netz und wirft die mehr oder weniger ernst gemeinte Frage auf, ob Frauen selbst im Weltall nicht vom Phänomen des Mental Load verschont bleiben.

Christina Koch war Teil der Artemis-2-Mission

Die Artemis-2-Mission ging in die Geschichte ein: Erstmals seit Jahrzehnten umkreiste eine bemannte Mission – Christina Hammock Koch war als einzige Frau an Bord – den Mond und übertraf dabei die bisher größte zurückgelegte Distanz zur Erde. Am äußersten Punkt ihrer Bahn war die Besatzung 406.771 Kilometer von der Erde entfernt und brach damit den Entfernungsrekord von Apollo 13 aus dem Jahr 1970 um rund 6500 Kilometer. 

Brauchte Hilfe im Haushalt: Ehemann kontaktierte Frau im All

Bereits im Vorfeld der Mission wurde Koch in einer Pressekonferenz am 17. Jänner gefragt, wie die Crew-Mitglieder ihre Familien auf die Zeit vorbereiten, in der sie nicht auf der Erde sind. Cook erklärte dabei, dass die Kommunikation im Gegensatz zur Internationalen Raumstation (ISS) deutlich eingeschränkter sein werde. Ihr Ehemann könne sie nicht einfach kontaktieren, wenn er Hilfe im Haushalt braucht: 

"Er wird mich also nicht einfach anrufen können und fragen, wo etwas im Haus ist. Er wird es selbst finden müssen, und das war für uns ein großes Thema." 

von Astronautin Christina Koch

Kochs Mann fragte sie nach Dingen im Haushalt: Wo ist ...?

Auch aus ihrer Zeit auf der ISS (Start 2019) sind ähnliche Episoden bekannt. Während ihrer insgesamt 328 Tage im All habe ihr Mann sie gelegentlich kontaktiert, um nach Alltagsgegenständen im Haushalt zu fragen, die er nicht fand, berichtete Koch nach ihrer Rückkehr in einem Interview. 

Kochs Zitat geht auf Social Media viral

Obwohl diese Äußerungen bereits einige Jahre zurückliegen, erlangten sie im Kontext der Artemis-2-Mission richtig Fahrt in den sozialen Medien. Zum einen können sich viele User damit identifizieren. "Überrascht es mich? Nein 😂" oder "Ich kann mir das so gut vorstellen 😂😂", heißt es etwa auf TikTok, Zum anderen erhält die Debatte um Mental Load, also die oft unsichtbare organisatorische und mentale Belastung im Alltag, die häufig bei Frauen liegt, eine zusätzliche Dimension. 

Debatte um Mental Load

Gerade die Tatsache, dass selbst eine Astronautin während einer Weltraummission mit Fragen nach Alltagsgegenständen ("Wo ist/liegt eigentlich ...?") konfrontiert wird, zeigt, wie tief verwurzelt solche Zuständigkeiten im Alltag oft verankert sind. Mental Load, dazu zählt eben auch, den ständigen Überblick darüber zu haben, wo sich Dinge im Haushalt befinden und wie der Alltag organisiert wird, ist häufig ungleich verteilt und landet nach wie vor oft bei Frauen. Dass es so ein alltägliches Muster sogar bis ins Weltall schafft, erklärt, warum das Thema auf so große Resonanz stößt.

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