Überraschung zum 65. Puppen-Geburtstag: So heißt Ken wirklich
Am 11. März feiert er seinen 65. Geburtstag. Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist er der Mann im Hintergrund und stets darauf bedacht, die Frau an seiner Seite im schönsten und hellsten Licht erstrahlen zu lassen – was auch durchaus gerechtfertigt ist, immerhin wurde er extra dafür erfunden.
Ken ist Barbies Freund, Verlobter, Gspusi – je nachdem, in welchem Jahrzehnt man sich gerade befindet. 1961 wurde er von Mattel eingeführt, um Barbies Welt zu erweitern und das pinke Universum mit etwas Männlichkeit aufzupeppen, immerhin kann eine Frau – Wespentaille, goldene Lockenmähne und zig Traumberufe hin oder her –, nur dann glücklich sein, wenn ihr Herz einem Mann gehört. Was auch kleine Mädchen bereits wissen sollten. So mag zumindest Erfinderin Ruth Handler damals gedacht haben.
Vollständiger Name von Ken enthüllt
Bekannt ist, dass Handler die Ken-Puppe nach ihrem Sohn Kenneth Handler benannte, dessen Spitzname "Ken" war (genauso, wie ihre Tochter Barbara Namensvorbild für die berühmteste Blondine der Welt war). Doch nun, 65 Jahre nach Kens Geburt, veröffentlichte Mattel den gesamten Namen des "ewigen Boyfriends" – nämlich Kenneth Sean Carson.
Klingt nach einer ordentlichen Portion "Kenergy".
Auch Barbie ist übrigens nicht bloß Barbie – ihr richtiger Name lautet Barbara Millicent Roberts.
"Echter" Ken war ein Nerd
Obwohl sich der Name an Handlers Sohn orientiert, hören da die Gemeinsamkeiten auch schon auf. "Die Ken-Puppe ist Malibu", so der 1994 verstorbene Drehbuchautor in einem Interview mit der Los Angeles Times aus dem Jahr 1989. "Er geht an den Strand und surft. Er verkörpert all diese perfekten amerikanischen Dinge."
Er selbst war als Bub genau das Gegenteil, gab er zu, von "Kenergy" war beim "echten Ken" also wohl nicht viel zu bemerken. "Ich war ein Nerd – ein richtiger Nerd", so Handler im Interview. "Alle Mädchen hielten mich für einen Angeber." Anstatt im Meer zu surfen, spielte er Klavier und schaute sich nur Filme mit Untertitel an.
Ken & Barbie: Ein (fast) perfektes Paar
Ken (die Puppe) ist genau zwei Jahre und zwei Tage jünger als Barbie – und somit gleich im doppelten Sinne ihr "Boytoy". Die beiden lernten sich 1961 bei einem Tanz kennen, der Funke wurde sofort zum Feuerwerk. "Hol dir Barbie und Ken und sieh selbst, wohin die Romanze führt", hieß es in einer Mattel-Werbung aus 1961.
Sie führte zu einer Beziehung, die perfekt war – zumindest beinahe, denn auch das pinke Traumpaar kämpfte mit Problemen. 2004 trennten sich Barbie und Ken, um mehr Zeit für sich selbst zu haben, wie Mattel damals verkündete. Ein Schock nicht nur in der Spielzeugwelt, sondern in der Popkultur. Dann aber 2011 das Aufatmen: Pünktlich zum Valentinstag warb Ken erneut um Barbies Liebe – mit Erfolg. Seitdem sind die Traumfrau und der Traummann wieder ein Herz und eine Seele.
"Als der perfekte Freund für jede Gelegenheit wusste Ken genau, wie er Barbie zurückgewinnen konnte", erklärte Stephanie Cota, Senior Vice President Global Marketing für Mädchenmarken bei Mattel , damals in einer Pressemitteilung. "Das Kultpaar ist wie füreinander geschaffen, und dies ist erst der Anfang ihres nächsten gemeinsamen Kapitels."
Vom "All-American Boyfriend" zur ironischen Identitätssuche
Von Beginn an wurde Ken als freundlich-harmloser Gegenpol zu Über-Frau Barbie stilisiert, weit weg von toxischer Männlichkeit. Niemals bedrohlich, niemals dominierend. Aber trotzdem immer zur Stelle, wenn Barbie Hilfe brauchte. Der perfekte Mann eben.
Trotzdem war auch Ken eine Charakterentwicklung gegönnt: In den frühen Jahren war Ken vor allem der klassische, höfliche "All-American Boyfriend", später bekam er mehr Tiefe, inklusive verschiedener Berufe, Hobbys und Persönlichkeiten. Spätestens im 21. Jahrhundert – und besonders durch den Hollywood-Blockbuster "Barbie" (2023) – wurde Ken oft humorvoll und emotionaler dargestellt, mit eigener Identität jenseits von "Barbies Freund" und dabei mit viel Selbstironie sämtliche gängige Männlichkeitsbilder dekonstruierend und auf die Schippe nehmend. Zu sehr darf dann am Status Quo aber doch nicht gerüttelt werden, und so bleibt Ken am Ende dann doch vor allem eines: Barbies Freund. Denn in Barbies Welt gilt: Sie ist mehr, als er je war – und je sein wird.
Zum 65. Geburtstag gibt es aber immerhin ein besonderes Job-Geschenk für Ken: Er wurde Markenbotschafter für die Reise-Website Expedia und wirbt für Reiseabenteuer.
Skandale rund um Ken
Den einen oder anderen Skandal musste Ken übrigens auch bereits über sich ergehen lassen.
"Earring Magic Ken" aus dem Jahr 1993 wurde unbeabsichtigt zu einer schwulen Ikone und sorgte für Diskussionen rund um Kens wahre Sexualität und das Aussehen des Rings, der eher an Intimschmuck erinnerte. Die Puppe wurde jedoch (oder gerade deswegen) zum Verkaufsschlager und gilt heute als Kult.
2009 versuchte sich Ken als "Sugar Daddy", doch der Namen löste international empörte Kritik aus. Immerhin kauft sich Barbie ihr Traumhaus, ihr Traumauto und ihre Traumklamotten selbst. Blau verblasst neben Pink nun mal.
Kommentare