Prost auf die Südbahn

Weine entlang der Südbahn: eine Reise wird zum Geschmackserlebnis.

Mit der Südbahn unterwegs. Die Reise führt durch ein paar der bekanntesten Weingegenden Europas. Sie gleicht auch einer nostalgischen Fahrt durch Österreichs imperiale Vergangenheit. Wien ist die einzige Stadt, innerhalb derer Grenzen Wein gemacht wird. Am berühmtesten: der Gemischte Satz. Auch beim Grünen Veltliner oder beim Riesling erziehlen die Wiener Winzer gute Ergebnisse. Was wäre Wien ohne Heurige? Und was die Heurigen ohne Wein? Man sieht schon, dass in dieser Stadt der Wein eine wichtige Rolle spielt. Der junge Wein besonders. Nach ihm ist ja der Heurige auch benannt. Doch die Elite der Wiener Winzer macht Weine, deren Ruhm die Grenzen der Stadt bereits lange hinter sich gelassen hat. Schade wäre es, die guten und kräftigen Rieslinge oder Chardonnays mit Mineralwasser zu strecken wäre fatal. Macht aber ohnehin niemand. Ausgesteckt ist. Der gelernte Österreicher, der diesen Buschen sieht, weiß, dass es jetzt gleich was zu trinken gibt. Viele Heurigen verschreiben sich aber immer noch eher der Quantität. Doch man geht zum Heurigen auch wegen der Atmosphäre und des Charmes der Lokalität. In der Thermenregion finden sich einige der schönsten Exemplare dieser Gattung. Sie stehen in Gumpoldskirchen und in Sooß, aber auch in Pfaffstätten oder Traiskirchen. Dort wird nicht nach dem schnellen Geld geschielt, sondern ernsthaft Wein produziert, der sich auch außerhalb eines Gespritzten-Glases verkaufen läßt. Besonders berühmt ist die Thermenregion mittlerweile nicht nur für ihre Zierfandler oder Neuburger oder Chardonnays, sondern vor allem für die St.Laurents, Blaufränkischen, Pinot Noirs und Cabernet Sauvignons. Held der Region ist zweifellos der Blaufränkische, Österreichs Paraderotwein. Die Südsteiermark, gelobtes Land für die Liebhaber von kantig duftigen Sauvignon blancs und Muskatellers. Der Ruhm der südsteirischen Winzer, der während der letzten zwanzig Jahre einsetzte, ist kaum jemandem zu Kopf gestiegen. Mittlerweile ist in vielen Top-Weingütern die zweite Generation am Werk. Die Südsteiermark: man spricht ja von der Toskana Österreichs. Soll aber nicht heißen, dass es hier Rotweine gibt. Es geht um die hügelinge Landschaft. Slowenien gilt als einer der interessantesten Aufsteiger der letzten Jahre. 75% des Weinbaus befinden sich in privater Hand und da wird qualitätsmäßig ganz schön Gas gegeben. Die Keller erneuert, die Technik auf den neuesten Stand gebracht. Viele österreichische Top-Winzer (vornehmlich Steiermark) haben sich jenseits der gewesenen Grenze engagiert. Recht ähnlich wie im Süden der Steiermark ist nicht nur ein Teil der Landschaft in Slowenien, sondern auch das Drumherum um den Wein, der Klapotetz, die Kastanien und anderes mehr. Schließlich der Collio und das Friaul. Die Gegend um Triest ist bekannt durch die Sorten Tocai Friulano, Pinot blanc oder Cabernet Franc. Oberhalb von Triest ist das Karstgebiet einen Besuch wert. Hier findet der Weinfreund kleine Lokale, in denen der lokale Wein und eine kräftige Jause angeboten werden. Die Weine sind sonnenverwöhnt und weisen die Mineralität auf, die man in den Gebieten am Mittelmeer immer wieder findet. Eine historisch bedeutsame Gegend, das Friaul, auch kulinarisch einer der interessantesten Orte Italiens. Doch nicht nur einfache Trinkweine, die oft in Flaschen ohne Etikett serviert werden, findet man hier. Die Weinmacher im Collio zählen zweifellos zur Elite Italiens. Ihre Weine sind lagerfähig und werden in ganz Europa als Begleitung zu maritimen Gerichten angeboten. In Görz und Triest finden sich Vinotheken, wo man diese Schätze heben kann. Allerdings haben manche von ihnen ihren Preis, der nicht gerade niedrig ist.
(kurier / bc) Erstellt am
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