Die Lernhaus-Kinder aus Herzogenburg hatten bei ihrem Ausflug in das Wärmekraftwerk der EVN in Theiß viel Spaß

© Kurier/Jeff Mangione

Ausflug
10/31/2019

Lernhaus Herzogenburg auf Besuch im EVN Wärmekraftwerk

Dabei lernten die Kinder wie und wo Strom erzeugt wird. Bei Jause und Hasenstreicheln kam der Spaß auch nicht zu kurz.

Die Kinder des Lernhauses Herzogenburg sind begeistert, als sie den Besucherraum der EVN betreten. „Ooooh, Hasen!“ Wie süß!“, hallt es laut. Die Freude über die Kaninchen ist groß. Nun liegt es an Martin Fries von der EVN, der die Leitung des Nachmittags übernimmt, die Begeisterung der Kinder aufrecht zu halten, auch wenn es nicht mehr um süße Kaninchen geht. Doch dies scheint ihm nicht schwer zu fallen. Er weiß genau wie er die Kinder auf Trab hält. „Ich gebe euch eine kurze Einführung, die dauert genau so lange wie die Pizzen, die danach dann auf euch warten“, lacht Fries. Es geht um spielerisches Lernen, darum, zu sehen wie spannend es sein kann wenn Physik und Chemie zusammenarbeiten.

Thematische Einführung

Die Kinder stürmen in den kleinen Saal, der fast schon Kinoatmosphäre hat. „Wofür brauchen wir den Strom den wir hier in unserem Kraftwerk produzieren?“, fragt Fries. „Fürs Handy!“, „Für den Fernseher!“, „Für den Staubsauger!“, rufen die Kinder. Sie beweisen, dass Strom aus der heutigen Welt nicht wegzudenken ist. Der Vortrag beginnt. Es geht um Turbinen, Transformatoren, Generatoren, Kessel, Wasser und Feuer. Langsam aber doch, verschwinden die Fragezeichen über den Köpfen der Kinder.

Nach dem Vortrag gibt es endlich Pizza und eine kurze Pause, in welcher die Kinder Tischfußball spielen. Die freien Minuten nutzt ein Mädchen der Lerngruppe für etwas anderes, denn sie hat vergessen einen Teil ihrer Hausübung zu machen. Deshalb nimmt sich die Lernhaus Betreuerin Franziska Riegler Zeit und unterstützt die Schülerin bei ihrer Deutsch Hausübung, bevor es dann endlich auf in das Kraftwerk geht.

Im Kraftwerk

Mit EVN Kappen, Warnwesten und Ohrstöpsel ausgerüstet geht es los. Eifrig folgen die Schüler dem Tourguide in das Kraftwerk. Mit einem Lift fahren sie in den 7. Stock des Gebäudes und eine Gitterstiege führt weiter rauf auf das Dach. Auf 49m Höhe hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Donau und die Windräder in Herzogenburg. Das Gitter, auf dem die Gruppe steht, ist auf jeden Fall nichts für Schwindlige, doch die Kinder lassen sich davon nicht beängstigen. Schon bald geht es wieder hinunter und hin zur Turbine „Michaela“. Sie wurde nach der Turbinenpartnerin und Skirennläuferin Michaela Dorfmeister benannt. Die Kinder sind davon nicht besonders beeindruckt, denn es ist laut und die Turbine ist hinter einer großen Metallwand versteckt. Auf Informationstafeln wird das Innenleben der Turbine erklärt - doch die Aufmerksamkeit der Schüler gilt etwas anderem. Es ist die Turbinenschraube, die zum Anfassen bereitgelegt sind. Die Kinder stürzen sich auf die riesige Schraube und versuchen sie aufzuheben. Mit geballter Kraft wird sie von den Schülern gehoben. Dadurch können sich die Kinder besser vorstellen, welche großen Geräte benötigt werden um Strom zu erzeugen. Und schon geht es in den nächsten Raum. Einer, in dem verschiedene Energieträger gezeigt werden. Nämlich ein Modell eines Windrades, Pellets, Holz, Kohle - viele Dinge aus denen Energie und in Folge Strom erzeugt werden kann. Doch die letzte Station, die live Strom erzeugt, fand bei den Schülern am meisten Anklang: Eine Rennautobahn, angetrieben von den Schülern selbst. Durch das Treten der Pedale am Heimtrainer werden die Autos beschleunigt. „Du bist blau, du bist rot und du weiß“, lautet das Kommando von Fries. Und schon radeln sie um die Wette.

Vieles zum Angreifen

Wieder raus aus dem Kraftwerk, können die jungen Besucher noch ein Modell einer Hochspannungsleitung anfassen. Doch die Unruhe wird schon immer größer. Die Kinder wollen nun endlich auch die Hasen streicheln, die sie schon beim Betreten des EVN Gebäudes entdeckt haben. Und somit geht es, nach einer aufregenden Tour durch das Kraftwerk, zurück in den Besucherraum. Die Kinder dürfen von draußen die Hasen nach drinnen holen und den Tag gemütlich ausklingen lassen, bevor es zurück nach Herzogenburg geht.

Schüler, die zusätzliche Unterstützung brauchen um den Anforderungen der Schule gerecht zu werden, haben die Möglichkeit diese kostenlos in einem Lernhaus zu bekommen. Unter dem Leitsatz „Wissen macht Spaß“ will man dort Kindern zusätzliche Förderung ermöglichen. Schüler, im Alter von 6 bis 15 Jahren, stehen in den Lernhäusern  Pädagogen vom Roten Kreuz und freiwilligen Helfern zur Verfügung. Die Betreuer unterstützen die Schüler bei ihren Hausübungen oder bei den Vorbereitungen für Tests und Schularbeiten.

Im Jahr 2011 wurde das Betreuungsangebot „Lernhaus“ ins Leben gerufen, um  Kinder und Eltern bei schulischen Herausforderungen zu unterstützen, die sich teure Nachhilfe nicht leisten können. Da die Plätze in den Lernhäusern sehr begehrt sind, werden die Kinder von der Schule ausgewählt, die die Möglichkeit bekommen das Lernhaus zu besuchen. Drei mal pro Woche treffen sich dann die Gruppen, um  gemeinsam an schulischen Aufgaben zu arbeiten. Auch freiwillige Helfer und Lesepartner leisten einen wichtigen Beitrag zum Bestehen der Lernhäuser. Besonders  Lesehelfer sind eine wichtige Unterstützung. Um das Textverständnis der Kinder zu üben, lesen die Lesehelfer gemeinsam mit den Schülern verschiedene Geschichten.

Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Einmal im Monat werden Ausflüge unternommen oder es wird gemeinsam gekocht oder gesungen. „Gemeinsame Ausflüge und Erlebnisse stärken die Gemeinschaft und machen so das Lernen ein gutes Stück einfacher“, so Josef Schmoll, Präsident vom Roten Kreuz NÖ.

Durch das Projekt wird Kindern geholfen, ein solides Bildungsfundament für eine selbstbestimmte Zukunft aufzubauen.  Es soll als zusätzliches Lernangebot dienen und den Kindern den Spaß am Lernen zeigen. Deshalb engagieren sich auch die Unternehmen Agrana, EVN, WKÖ/Bau, Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien, UNIQUA, OMV, Knorr-Bremse und das Land NÖ mit ihren Spenden. „Die EVN unterstützt seit Jahren gute Initiativen im Bildungsbereich. So auch das Lernhaus“, betont der Vorstandsdirektor der EVN Stefan Szyszkowitz. Durch ihre finanziellen Beiträge wird das Projekt Lernhaus, und somit eine Lernhilfe für Schüler, ermöglicht. Zuletzt hat durch die Unterstützung des Hauptsponsors Knorr-Bremse ein neuer Standort in Mödling eröffnet. Das ist somit das neunte Lernhaus in Österreich. Insgesamt kann in Österreich 205 Kindern beim Lernen geholfen werden.