K2: Vorwürfe dämpfen Freude auf Gipfel

Two Summits Expedition, 14. Bericht: Das österreichische Team soll am Tod der Koreanerin am Nanga Parbat Schuld sein. Göschl bezog nun Stellung.


Ein 17-köpfiges Team wagte ab dem 11. Juni den Aufstieg auf den Nanga Parbat. Expeditionsleiter Gerfried Göschl ist nun mit einem kleinen Teil des ursprünglichen Teams auf dem Weg auf den K2. KURIER.at begleitet die Gruppe weiterhin redaktionell.

Die K2-Expedition geht voran. Am 21. Juli haben Louis Rosseau, Sepp Bachmair und Expeditionsleiter Gerfried Göschl wie geplant das Basislager des K2 erreicht. Die kleine Gruppe brauchte für den Marsch ins Basislager 18 Stunden.

"Dem Team geht es soweit gut, alle Mitglieder konnten in den vergangenen Tagen wieder neue Motivation und Kraft für den kommenden Aufstieg schöpfen", erzählt Göschl.
Der Aufstieg zum Gipfel soll am Sonntag, 26. Juli, erfolgen. Erwartet werden für diesen Tag optimale Bedingungen mit wenig Wind und guter Sicht.

"Fixseile abmontiert"

Unterdessen hat sich Göschl zu den Vorwürfen des erfolgreichen portugiesischen Höhenbergsteigers Joao Garcia betreffend der Verlegung von Fixseilen in der Kinshoferroute am Nanga Parbat geäußert.

Nach seiner Ansicht hatte das österreichische Team nicht genügend zum Verlegen der Seile beigetragen und überdies Seile in exponierten Stellen wieder demontiert, was indirekt zum Absturz der koreanischen Bergsteigerin Go Mi Sun (KURIER.at berichtete) beigetragen haben soll.

"Es waren vier Expeditionsteams im Basecamp, wir stellten den größten Anteil an Sicherungsmaterial zur Verfügung. Jene, die niedrigere Materialkosten trugen, versicherten dafür größere Teile der Route. Joao Garcia war nie in diese Arbeitsaufteilung eingebunden. Eine große Hilfe war er nicht. Unser Team fixierte einige Abschnitte, andere Teams fixierten andere Abschnitte mit dem Material, das wir zur Verfügung stellten. Damit waren alle einverstanden", so Göschl in einem Interview mit ExplorersWeb.

Des weiteren behauptet Garcia, das Team um Göschl hätte ein Fixseil in der Sektion entfernt, in der Go Mi Sun Tage später abstürzte.
Dazu Göschl: "Wie kann Mr. Garcia so etwas behaupten, ohne es gesehen zu haben? Oder andere Zeugen dafür zu haben? Ich und vier weitere Kollegen waren auf einer völlig neuen Route, orthografisch links der Kinshoferroute, unterwegs.
Aus dem Basecamp wurde ich von unseren Kollegen in der Kinshoferroute informiert, dass 200 Meter Fixseil zwischen Camp 2 und Camp 3 fehlen. Träger aller Expeditionsteams haben aus diesem Grund entschieden, Seile aus verhältnismäßig sicheren Abschnitten zu entfernen und in diesen gefährlicheren Stellen über Camp 2 zu installieren. Alle Expeditionsteams waren darüber informiert. Es stand nicht genügend Zeit zur Verfügung, um weiteres Sicherungsmaterial aus dem Basecamp nach oben zu transportieren.
Unglücklicherweise stürzte Miss Go über Camp 2 und wird sind traurig über diesen Verlust. Doch das koreanische Team machte keinem der anderen Teams Vorwürfe, noch beschuldigte es andere Teams, Auslöser für diesen Verlust zu sein.
Auf 8000er zu klettern war und ist auch in der Gegenwart ein hohes Risiko. Auch Fixseile ändern diese Tatsache nicht."

(KURIER.at) Erstellt am
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