Weinzettl & Rudle: Gnadenlos heiter

Weinzettl & Rudle: Gnadenlos heiter
Nr. 69. "Brutal normal": Lustiger Spiele-Abend mit Gruppendynamik. Dabei werden die Karten aus der Beziehungskiste gezogen.

Die besten Geschichten schreibt nicht das Leben, sondern der Drehbuchautor. Und wo der aufhört, da starten Monica Weinzettl und Gerold Rudle. Das Duo weiß, wie das Leben der Alltagsbeziehungshelden weitergeht: "Brutal normal ..."

Nach "Paaranoia" und "Wir müssen reden" steht beim dritten Programm des Duos die Frage im Vordergrund: Wer ist schuld, wenn zwei auseinandergehen? Wenn die Liebe nach der dafür festgesetzten Frist vom Hormonischen nicht ins Harmonische schwenkt?

Der Mann, das ist sonnenklar für sie. Natürlich die Frau, sagt er. Denn Mann und Frau passen sowieso nicht zusammen. Damit ist im Geschlechter-Tohuwabohu der Konflikt vorgegeben - und der Stoff, aus dem sich 90 unterhaltsame Minuten gestalten lassen.

Beziehungsschlacht

Weinzettl & Rudle: Gnadenlos heiter

Eigentlich wollten die beiden zeigen, wie die Zweisamkeit aussieht, wenn man sich einmal einig geworden ist: Wir bleiben für immer zusammen.

Also das, was passiert, wenn im Kino nach einem Happy End "jewöhnlich abjeblendt" wird, wie das Kurt Tucholsky in "Zwischen gestern und morgen" so schön formuliert hat. "Man sieht bloß noch ihre Lippen den Helden seinen Schnurrbart stippen - da hat sie nu den Schentelmen. Na, un denn - ?" Der in der Zeit danach am Leben erhaltene Romantik-Faktor könnte ein Schlüssel zum Erfolg sein bei den für Partnerschaften nicht unbedeutenden Fragen.

Weinzettl und Rudle treten gegeneinander an, lösen beim Spiele-Abend Aufgaben, die ihr Tontechniker und Spielleiter bewertet. Die Romantik-Runde geht prompt an Weinzettl, die ein Faible für "Titanic" oder "Romeo und Julia" hat, obwohl da am Ende gestorben wird. Rudle ist zwar ehrlich bei der Fangfrage: "Woran denkst du gerade?" mit der Antwort: "Ob Rapid wieder Meister wird", zieht aber in puncto Romantik den Kürzeren.

Themen mit Sprengsatz gibt es zuhauf im Beziehungsbiotop. Da trifft der männliche Tunnelblick auf die weibliche Weitwinkelperspektive. Da stellen sich triviale Fragen im komplizierten Beziehungsalltag: Wer will Probleme lösen? Und wer will nur darüber sprechen? Wie sieht der gemeinsame Alltag aus? Und wer findet ohne Angabe der genauen Wegbeschreibung trotzdem den richtigen Weg zum neuen Haus der Freunde?

Schließlich beleuchten die richtigen Fragen "alle drei Seiten einer Beziehung", ist das Duo überzeugt, "ihre, seine und die Wahrheit - und die ist eben brutal normal".

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