Straßer/Stipsits - Wie's wahre Leben

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Beinahe wahre Geschichten: Katharina Straßer und Thomas Stipsits spielen ein „Gemischtes Doppel“ – 100 Rollen in 1000 Lebenslagen.

Sitz! Sitz!“ Aber Blunzi hört so gar nicht auf ihr Herrl, das entnervt vorwurfsvoll zum Vierbeiner sagt: „Weißt du, was eine Hundeschule kostet?“ Darauf Frauerls lapidarer Kommentar: „Vielleicht wär’ eine Katze g’scheiter g’wesen.“ Privat sind Katharina Straßer und Thomas Stipsits ein glückliches Paar. Bei der Comedy-Quizshow „Was gibt es Neues?“ haben sie schon zu zweit gerätselt. Aber als „Gemischtes Doppel“ standen die beiden beruflich erstmals gemeinsam in Wien, Niederösterreich und im Burgenland vor und hinter der Kamera.

TV-Serie in Sketchform

Das Schauspieler-Duo erzählt „beinahe wahre Geschichten“ und zeigt in zahlreichen Episoden wie „Traumreise“, „Partyvorbereitung“, „Integration“ oder „Santa Claus“ skurrile Situationen des ganz normalen Alltags: Frech, humorvoll, ernüchternd ehrlich und vor allem politisch unkorrekt.
Die zehnteilige ORF-Serie auf dieser Doppel-DVD wurde in der Regie von Georg Weissgram(„Fauner Consulting“) 2014 produziert. Egal, ob am Tiroler Gemeindeamt, im Nobelwinzerkeller, bei der Oma im Krankenhaus, im Eigenheim oder im Reisebüro, an der nächsten Straßenecke oder im Kinderzimmer: Das Leben kann manchmal ganz schön böse sein.

Absurd und alltäglich

„Gemischtes Doppel“ ist eine fiktionale Serie, angelehnt an „Fast wia im richtigen Leben“ von Gerhard Polt. Bei den satirischen Minidramen mit absurd-alltäglichen Menschen, alle glücklich in ihrer eigenen kleinen Welt, ist es fast so, sagt Stipsits, „als würde man heimlich irgendwo reale Szenen mitfilmen, also fast wahre Geschichten. Und es wäre schön, würden sich die Zuseher in manchen Storys wiederfinden. Wir waren jedenfalls sehr ehrlich mit uns und haben quasi unsere Seele entblößt.“
Die Geschichten haben Stipsits und Straßer zum Teil gemeinsam geschrieben: „Manche davon sind durch gemeinsame Improvisation entstanden oder durch Erlebnisse, die wir selbst oder Freunde von uns tatsächlich hatten.“ Auf der komischen Reise begegnet man grantigen Beamten, Erbschleichern, Organhändlern, dem Weihnachtsmann und einem Lobbyisten: „Der ist, was die blaue Pille für die männliche Potenz ist, im Spannungsfeld von Politik, Finanz und Wirtschaft.“ Und ein Paar, als Josef Mengele und Eva Braun für den Fasching kostümiert, beklagt sich: „Wir dürfen nie so sein, wie wir sein wollen. Und da reden die Leute immer von Toleranz!“

( kurier.at ) Erstellt am 21.10.2016