© Manuel Rubey, Thomas Stipsits

Edition Kabarett
10/03/2014

Stipsits / Rubey: Tränen gelacht

Mit dem Österreichischen Kabarettpreis 2012 ausgezeichnet: "Triest" mit dem Duo Thomas Stipsits & Manuel Rubey.

von Werner Rosenberger

Ein roter Koffer. Ein Schiff in Triest. An Bord des Luxusdampfers "Bloody Mary" ein Kamerateam, das den Fernseh-Zweiteiler "Die letzten Sonnenstrahlen des Glücks" mit Christiane Hörbiger und Harald Krassnitzer drehen soll. In einer Nebenrolle: Manuel Rubey.

Um die Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff bei Laune zu halten, wird für die Mitternachtseinlage auf der Reise nach Tunesien ein Kabarettist – Thomas Stipsits – als Bordentertainer engagiert. Und versehentlich auf dieselbe Kabine gebucht. Zwei Menschen auf engstem Raum teilen ein Schicksal.

Verrückt

In "Triest" (Regie: Andi Peichl) führt die zufällige Begegnung zu Fragen wie: Was ist der Unterschied zwischen Wirklichkeit und Realität? Lügen wir wirklich 200 Mal am Tag? Warum wollen alle besser erscheinen als sie sind? Wo fängt Verrücktheit an?

In "Triest" wimmelt es vom lispelnden Reiseleiter bis zum exaltierten TV-Regisseur nur so von eigentümlichen Charakteren. Ein B'soffener erklärt, dass es "für Alkohol immer einen Grund gibt". Dazu kommen Parodien, Lebensweisheiten unserer Elterngeneration ("Ein echter Indianer kennt keinen Schmerz") und sonst Heiteres ("Heroinspaziert! Ganz Wien storniert den Wein und raucht sich nur noch ein."), Pantomime, Austropop und "die dümmsten Sprüche der Welt".

Die Chemie stimmt

Es wird gesungen, gespielt, getanzt und gelacht. Die zwei haben Sinn für Komik. Viel G’fühl für Gaudi. Das Duo, dessen gemeinsame Erfolgsgeschichte 2010 bei der Arbeit an der Thomas-Glavinic-Verfilmung "Wie man leben soll" begann, unterhält mit Klamauk, Situationskomik und Selbstironie.

Und geht den Fragen nach: Was passiert, wenn uns die Fähigkeit abhanden kommt, den Alltag zu meistern? Für welche Wirklichkeit entscheiden wir uns? Was ist eine Freundschaft wert? Und wenn einer weggeht, wie weit kann der andere mitgehen?

Das alles hat Charme und Tempo. Beide wechseln wie selbstverständlich die Rollen, zeichnen akkurat verschiedene Typen. Wobei der zweite Teil des Programms nicht mehr am Schiff, sondern in einem psychiatrischen Sanatorium angesiedelt ist.

"Der G’scheite und der Blöde – das war einmal", fand die Kabarettpreis-Jury. "Stipsits und Rubey haben sich für die Rollenaufteilung ,Schöngeist' und ,Rampensau' entschieden."

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