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Best of Kabarett
11/11/2015

Monika Gruber Turbo-Kabarett

Als Kellnerin Monique in „Schmeckt's ned ... ?“ wirft Monika Gruber einen Blick zurück auf ihre Kindheit und ihre Heimat Bayern

von Werner Rosenberger

Kabarett ohne Schonwaschgang. Gschnappig und direkt. Dafür stehtMonika Gruber. In ihrem Solo „Kellnerin Monique – Schmeckt’s ned ... ?“ erinnert sie sich an ihre Kindheit und Jugend im bayerischen Tittenkofen, „einem idyllischen Kuhdorf direkt unter der Einflugschneise“ zum Airport. Die Gruberin sieht sich als „der letzte Ausläufer von einem rein bäuerlich strukturierten bayerischen Landleben, und erzählt von der „guaden oiden Zeit“ sprühend lebendig, eben ganz gruberisch – wie in ihren anderen Programmen „Hauptsach g’sund“ und „Irgendwas is’ immer“.


Selbstbewusst

Papa ist ein bisschen merkwürdig in seiner Skepsis für den „grauslichen Teenager vom Land in der fashionfreien Zone“, als er auf die Bühne drängt und sagt: „Mädel, die haben doch nicht auf dich gewartet.“ Aber da kontert die Schauspielschülerin selbstbewusst: „Doch Papa, die haben auf mich gewartet. Weil sowas wie mich haben die überhaupt no ned g’sehn.“ „D’Mama“ will ihr vorschreiben, was „sie essen, was sie trinken und wen sie heiraten soll“. Aber sie weiß: „Egal, was du sagst, egal, wie du aussiehst, es passt der Mama sowieso nicht.“

Aber die Gruberin „is dort pappn bliebn“, wo jeder jeden kennt. Wo die Leut’ wissen, wer g’meint ist, wenn beim Wirt vom Weißbier-Franz, der Chardonnay-Christine oder dem Apfelschorle-Hans die Rede ist. Wo fast jede Hochzeit ins eheliche Achterbahndisaster führt. Wo man in einer langjährigen Ehe nicht an Scheidung denkt, aber „an Mord schon öfter“. Und wo es heißt: „Ein anständiger Mann stirbt mit 50, damit seine Frau noch was hat vom Leben.“

Schlagfertig

„Aus einem verkrampften Hintern kommt kein fröhlicher Furz.“ Nach dieser Lebensweisheit macht sie Turbo-Kabarett wider der den freudlosen Zeitgeist und kann nur „über Sachen erzählen“, die sie „in irgendeiner Form berühren oder aufregen“. Etwa die „Ladenöffnungszeiten“, die mangelnde „Körperpflege“ der Mitmenschen, „koane Manieren“ oder „koa Anstand“. Dass sie ihre Texte selber schreibt, hört man. Das Prinzip ist
simpel: So charmant ihr Lächeln, so gnadenlos die Pointen. Geschont wird niemand – und je grösser das Ego, desto schärfer ihre Pointen. Alle bekommen ihr Fett weg. Und natürlich nimmt sie sich selber auch nicht aus. Nur wenige haben so „a guade Gosch’n“. Kaum eine andere Komikerin hat ihre Präsenz, Aggressivität, Schlagfertigkeit und Chuzpe – und besteht so bravourös auf der Bühne.