Monika Gruber: Gscheit und deftig

In ihrem zweiten Solo-Programm "Hauptsach' g'sund!" lästert und spottet sie mit spitzer Zunge über Männer.
Foto: hoanzl

Nr. 80. Sie hat Wortwitz und ist saulustig, wie die Bayern sagen. Monika Gruber live bei ihrem zweiten Solo: "Hauptsach' g'sund!".

Deutsche Männer haben's nicht schwer, weil wir Frauen mit so wenig zufrieden sind."
Ihre Pointen sind wie Handkantenschläge. Monika Gruber findet es ganz gut, "dass man manchmal die Leute ein bisschen schockieren kann" und redet auf der Bühne so, wie ihr der Schnabel gewachsen ist.

Trocken. Direkt. Provokant.

In ihrem zweiten Solo-Programm "Hauptsach' g'sund!" lästert und spottet sie mit spitzer Zunge über Männer. Foto: hoanzl In ihrem zweiten Solo-Programm "Hauptsach' g'sund!" lästert und spottet sie mit spitzer Zunge über Männer.

"Florian Silbereisen ist Deutschlands Rache an Österreich für Karl Moik. Der Mann mit dem Temperament von einem lauwarmem Glaserl Blasen- und Nierentee. Der beste Grund, um lesbisch zu werden."

"Der Mensch ist guat, nur d'Leut san schlecht."
Das könnte das Credo von Bayerns Kampf-Gosch'n aus Tittenkofen bei Erding sein, die sich manchmal denkt: "Gruberin, es hätt' schlimmer mit dir werden können."
Schaut dem Volk aufs Maul, schreibt auf, was sie sieht und hört - und hält es den Leuten wieder vor.

In ihrem zweiten Solo-Programm "Hauptsach' g'sund!" lästert und spottet sie mit spitzer Zunge etwa über Männer: "Was geht im Kopf eines Mannes vor, der seine traurigen, mickrigen Haxerl mit Wadeln wie Zwetschkenkerndl in zitronengelbe Polyestersocken und Sandalen steckt?" Und sie fragt sich in "Fashion Police", warum jene, die im Sommer das Ästhetikempfinden unserer Augen schädigen, immer ungestraft davonkommen.

Hohe Wuchteldichte

Genau da liegt die Kraft ihrer Komik: Sie erzählt ohne Vorsichteln und Rücksichteln direkt, dass sie sich nur in Italien so richtig als Frau fühlt. Dass "zu Weihnachten immer g'stritten wird wie d'Sau" und jeder "mit einer Vollgranaten in der Lätschn" (hochdeutsch: "blau wie eine Haubitze" oder "fett wie ein Radierer") ein "G'schiss mit 'm Christbaum, dem gichtigen Krüppel" hat. Heimat ist für sie da, "wo die Leut' wiss'n, dass ,Auszog'ne' was zum Essen ist und keine Hausfrau, die sich auf der Freisinger Landstraß' was dazuverdient".

Kratzbürstig, mit einem Hauch Bosheit und viel bissiger Frauenpower nimmt sie beim verbalen Rundumschlag alles und jeden aufs Korn: den ganz normalen Alltagswahnsinn, den Schönheitswahn und Mädel mit "Debreziner-Lippen", "das deutsche Wuisel-Gen" und Nena: "Die Alte lauft do net ganz rund."

"Monika Gruber begeht eine Grenzlinie zwischen Comedy und Kabarett", sagte Lisa Fitz über die quirlige Blonde, die als Quadratratschn schon durch alle Comedy-Formate des Bayerischen Fernsehens geisterte. "Sie hat den Mut, frech zu sein, den Mut, zu spotten. Und das fehlt vielen Frauen."

(kurier) Erstellt am
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