Thema | Best of Kabarett
21.10.2016

Monika Gruber - Es regnet Pointen

© Bild: Hoanzl

Ein Wortgewitter über Alter und Glück, den Papst, Beamte und Eunuchen: Monika Grubers Solo „Irgendwas is’ immer“.

Sie nahm sich nach ihrem Solo „Wenn ned jetzt, wann dann!“ eine Bühnenpause. „Ich wollte mich selbst finden, habe lange gesucht und wenig gefunden“, spottet Monika Gruber lässig über sich selbst und fragt sich im fünften Programm „Irgendwas is’ immer“, aufgezeichnet im Juni 2015 im Münchner Circus Krone: „Stimmt es, dass Glück im Wesentlichen aus ein bisserl Gesundheit und viel schlechtem Gedächtnis besteht?“ Die Blondine auf atemberaubenden Highheels sinniert darüber, ob Sonnenuntergänge überbewertet sind. Und ob sie einfach nur ein Burn-out oder eine Hypersensibilisierung hat – ausgelöst durch eine laktosearme Toleranz-Intoleranz?

Frech und deftig

Zum Gaudi-Mix der bayerischen Kabarett-Granate gehört ein Lamento über den zurückgetretenen Papst Benedikt: „Da ham mia einmal einen Papst, und dann mag der einfach nicht mehr! Der Johannes Paul II. hat’s durchgezogen! Des is’ wia am Bau: Der Pole buckelt, bis er umfällt. Und der Deutsche geht in Frührente!“ Seitenhiebe bekommen unter anderen auch jene ab, die bereits mit 40 Jahren dem allgegenwärtigen Gesundheitswahn verfallen sind. Für Monika Gruber ein Graus: „Früher haben wir zum Frühstück Prosecco bestellt, heute kommt nur noch laktosefreier Latte macchiato auf den Tisch.“ Die 45-Jährige, die zuletzt gemeinsam mit Viktor Gernot in „Küss die Hand“ auf Österreich-Tournee war, kokettiert mit ihrem Alter: „Auf meinen Kosmetika steht überall Repair drauf − das ist kein Bad, das ist eine Werkstatt“, plappert sie sich ihren Frust von der Seele. Hochtourig ohne Punkt und Komma. Und entdeckt die Leberkässemmel als orgiastisches Erlebnis: „Scheiß auf ,Fifty Shades of Grey’. Das ist wahre Erotik!“

Die Erotik des Leberkäs

Wenn schon jammern, dann mit Humor. Also mosert „die Gruberin“: „Man altert ja schubweise: Du gehst als Julia Roberts ins Bett und stehst als Erni Singerl auf“, die mit kampfbereitem Viktualienmarkt-Charme ausgestattete Hausperle des „Monaco Franze“ alias Helmut Fischer. Irgendwas is’ immer. „Ein Beamter mit Burn-out ist wie ein Eunuch mit Vaterschaftsklage“, witzelt sie mit losem Mundwerk. In Rage bringen sie auch Eltern, die ihre Kinder gern zumArzt schicken würden, nur weil diemit acht Jahren noch nicht als hochbegabt eingestuft werden. Und Singles sollen sich, so ihr Rat, heitere Partner suchen, denn schon die Oma wusste: „Aus einem traurigen Arsch kommt kein freudiger Schiss!“