Sein Kampfmittel ist die Sprache, sein Werkzeug sein Mundwerk: Lukas Resetarits

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Kabarett Edition
10/20/2013

Lukas Resetarits: Menschenfreund

Lukas Resetarits fordert in seinem Solo „Heimspiel live“gern die grauen Zellen heraus.

von Werner Rosenberger

Ob ein „Wohnkarton“ aus den New Yorker Slums als Lösung aller Wohnprobleme von Arbeitslosen und Asylanten oder der Golfkrieg als TV-Spektakel in „Heimspiel live“: Keiner beobachtet das Leben und die Menschen so genau wie ein Kabarettist. Grund dafür gibt es genug in der kleinen und der großen Welt. Keiner weiß so klug über die Zustände wie das „Paradies Europa“ zu spotten wie Lukas Resetarits. Der in einer „Club 2“-Persiflage fragt: „Kommen postmoderne Hedonisten ohne Karl aus?“ Keiner skizziert so präzise in Überzeichnung den Alltag. In einer treffsicheren Kombination aus Nüchternheit und Eloquenz, aus bissigem Witz und giftiger Nachdenklichkeit.
Kritiker
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Best of Kabarett
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„Zum Schmäh gehört einfach, dass man sehr viel sieht und hört. Ich bin ein optischer und akustischer Typ. Ich bin wie eine Spionagekamera, ich nehme sehr viel auf“, sagt Resetarits, ein Kritiker, durchaus, aber ein Menschenfreund. Und einer der besten Unterhalter, die wir haben.Kabarett war bei ihm nie der milde belächelte kleine Bruder des Theaters, sondern ein kongenialer Partner im Kampf gegen Ignorantentum und Abstumpfung. „Man muss etwas erzählen wollen, dann hören die Leute auch zu. Aber das leicht Hingeworfene muss fundiert sein, muss tiefe Wurzeln haben, und das Publikum muss diese Wurzeln ahnen.“
Der Satiriker zieht sein Missvergnügen aus der Unvollkommenheit der Welt. Sie würde ihm genug Stoff für noch ein paar weitere Dutzend abendfüllender Programme liefern.

Personen des Alltags

Sein 14. Solo „Heimspiel live“ über die Identität  des Österreichischen ist voll von Personen des österreichischen Alltags:
Ein Friseur grübelt über die drohende Islamisierung. Ein Würstelmann preist heiße „Haaße“ in elegischen Distichen an: „Soll fein zerteilt sie sein oder im Ganzen sich schmiegen in die schwiel’ge Faust des Connaisseurs? Soll Mautner Senf das dampfend heiße Mahl begleiten? Süß, scharf, aus Krems, aus Estragon?“
Ein Gemütsmensch und Altvatterl erklärt im Sketch „Reine Erziehungssache“ mit Papagei Hansi den ehelichen Umgang mit seiner „Oiden, wie’s no g’lebt hat“: „Einmal loben, einmal in die Goschen hauen.“
Der Spezialist für Episoden des österreichischen Mikrokosmos aus der Perspektive des kleinen Mannes muss sich nicht quälen für den Beruf des Kabarettisten: „Ich will auf die Bühne, nach wie vor. Die Realitäten umdrehen zu können und sie als Satire dem Publikum zu präsentieren – das ist fein.“

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