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Über Kloaken-TV und anderen Blödsinn
10/07/2014

Über Kloaken-TV und anderen Blödsinn

Joesi Prokopetz mit seinem neuen Programm und Buch "Vorletzte Worte" im Orpheum.

von Werner Rosenberger

Na, wie hammas? – "Ja, eh. Alles Arschlöcher." Und sonst? "Lauter Trotteln!"

Goschert wie eh und je: Joesi Prokopetz in seinem neuen Solo "Vorletzte Worte", weil sich "letzte vielleicht nicht mehr ausgehen".

Sprachverliebt und wortwitzig. Aber der Liedermacher, Musiker, Autor und Kabarettist, der in seiner verbalen Schärfe mitunter an Nestroy erinnert, war auch schon subtiler.

Obwohl: Um sich der "Verhelenefischerung" und dem "Kloakenfernsehen" zu entziehen, braucht’s schon einen Kraftakt und eine geballte Faust. Oder 6 mg Bromazepam, das angst- und spannungslösend wirkt.

Was Prokopetz bleibt, ist genug Wutpotenzial gegenüber Leuten, die Entbehrliches absondern, Trivialitäten wie: "Das Leben ist ein Geschenk." Alles Blödsinn, sagt er, denn: "Viele wollen’s net amoi g’schenkt."

Er hat erkannt, dass "ein hysterisches Fan-Sein ein latentes Anzeichen von Schwachsein" ist, erklärt wortreich, warum er kein "Korruptionsdiskonter" sein will, philosophiert über das Leben als Pavian, das Verlorensein in Baumärkten und empfiehlt zu "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" eine Alternative: "Ich bin ein Schatz – grabt mich irgendwo ein!"

Zwischenmenschliches

Er äußert Grant und Weltekel zu seinem hochtechnologischen Over-Equipment, zum Heimwerken und zu der weit verbreiteten Perversion von Charity-Galadinners gegen den Hunger in der Welt.

Er witzelt über esoterischen Schwachsinn und den ewigen Geschlechterkrampf.

Sie: Was gefällt dir an mir? Er: Alles. – Sie: Und sonst nix?

Er identifiziert Facebook als einen "Tummelplatz der Bedeutungslosigkeit". Und diagnostiziert goldrichtig: "Im Alter ist man nicht mehr Single. Da ist man allein."

Allzu breit ausgewalzt ist die Geschichte über das Entfernen von Speiseresten aus dem Zahnersatz. Aber konzis und schlüssig seine Beobachtung: "Die meisten Menschen glauben, dass sie frei sind, weil sie ungestraft deppert sein dürfen."

Tröstlich mag da sein: "Gott ist nicht tot. Er ist nur eingeschlafen bei der letzten Bischofskonferenz."

KURIER-Wertung:

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