Joesi Prokopetz: "Das Leben eines Kabarettisten ist halt nicht immer zum Lachen!"

© APA/Monika Löff

Edition Kabarett
10/17/2013

Joesi Prokopetz: Alltagsdämonie

Humor ist oft nur die Höflichkeit der Verzweiflung – bei Joesi Prokopetz in „Übrigens! Aber das nur nebenbei“.

von Werner Rosenberger

Er sinniert über Sinn und Unsinn im menschlichen Verhalten und stellt die letzten großen Fragen der Menschheit: „Wer bin ich? Warum bin ich hier? Wohin gehe ich? Und wer bezahlt das alles?“ Joesi Prokopetz ist in seinem Solo „Übrigens! Aber das nur nebenbei“ der Überzeugung: Das Leben ist völlig sinnlos. Und die Welt ein Komödienhaus, in dem „viele glauben, dass sie frei sind, weil sie ungestraft deppert sein dürfen“.

Guter Schmäh

https://images.spunq.telekurier.at/46-58134204.jpg/31.577.820
Hoanzl
Best-of-Kabarett-Edition…
Best-of-Kabarett-Edition
Warum er am Anfang gar nicht weiß, ob er überhaupt bis zum Schluss bleiben kann, warum er auf Äußerungen seiner Frau zunächst immer nur „Was?“ sagt, wie das Eheliche im fortschreitenden Alter überhaupt so ist, warum es keine Rolle spielt, ob die Welt 14 Tage früher oder später untergeht, und wie die Spießgesellen von Kater Karlo heißen, das alles ist hier zu erfahren.
Und noch mehr: Warum Verkäuferinnen in Modemärkten „unsichtbar“ sind, wie lange fünf Minuten dauern können und dass Gott die Welt in drei Tagen hätte erschaffen sollen, weil wir dann vier Tage Wochenende hätten ...
G’schichten und G’schichterln ergeben einen roten Faden und suggerieren: Es kann nur ein paar Haltungen geben gegenüber dem Zustand, den wir Welt nennen. Die mit abgezahltem Eigenheim und gesicherter Zusatzpension sagen: „Aber geh ...“

Hiersein und Dasein

Die Spätgeborenen geben im Sog der allgemeinen Sprachverluderung ihrer Verblüffung so Ausdruck: „Pfloatsch!“ Und „widerwärtige Menschen erklären aus widerwärtigen Motiven“, worauf der Kapitalismus basiert: „Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut.“ Statt die Wahrheit zu sagen: „Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s den G’stopften super.“
Eingestreut hat der Prokopetz, einst Miterfinder des Austropop, auch „Liederliches“: Das Lied vom blöden Witz. Das Lied vom sinnlosen Gesicht. Und gespenstisch, weil mit Originalzitaten gespickt: Das Lied vom Leserbriefschreiber.
Es gibt keine bessere Methode, das Offensichtliche an Dummheit, Ignoranz und Kulturlosigkeit zu entschärfen, als  es zur Pointe zu erhöhen. Aus der Dämonie des Alltags zu schöpfen, wie der Kabarettist sagt, und dessen Irrwitz zu entlarven.
So mündet alles in die schön formulierte Erkenntnis: „Der Grund unseres Hierseins ist noch lange nicht der Sinn unseres Daseins.“
Übrigens: Die Nebenwirkung dieses Programmes ist die durchaus heitere Gewissheit, dass es auch keinen Sinn hätte, würden wir den Sinn des Lebens kennen. Aber das nur nebenbei ...

INFO: Die neue KURIER-Edition „Best of Kabarett“ – 10 DVDs – gibt es zum Shopweltpreis um € 89,90 (statt € 99,90) hier zu bestellen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.