Günther Paal alias Gunkl: Die Relativitätstheorie, das Universum und Außerirdische.

© Gabriela Brandenstein

Edition Kabarett
10/17/2013

Günther Paal: Trockenhumorig

Gunkls Mix aus Witz, Wissenschaft und Philosophie: „Ich lass mich gehen – ein Abschied“.

von Werner Rosenberger

Das Weltbild wankt gewaltig, wenn Günther „Gunkl“ Paal aufräumt. Er sagt seiner eigenen Vergangenheit ade, als ausschließlich Fakten und die pure Ratio das Sagen hatten. Gunkl lässt sich gehen: weg von Gödel und Heisenberg, hin zu jenen Graubereichen, in denen sich der Großteil des zwischenmenschlichen Alltags abspielt.
Das führt zur Frage: Wie groß ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemals irgendeine Form außerirdischen Lebens in die Nähe unseres Planeten verirrt haben könnte?
So groß, wie „an einem 14. Mai um 17.12 Uhr in der Sahara am Südrand des Hoggar-Massivs einem Fritz zu begegnen, dessen jüngere Schwester eine Änderungsschneiderei besitzt“, sagt Gunkl.

Bizarrer Querdenker

Wie gesagt: Naturgesetze, Logik und Vernunft waren gestern. Der Glauben an irgendetwas Unumstößliches oder Absolutes ist Vergangenheit für den Einstein des Kabaretts.

Denn nichts Genaues weiß man nicht. Und zwar über gar nichts. Gunkls fünftes Solo ist ein Abschied vom Sich-nicht-gehen-lassen-Können.

Zentrales Thema dabei: die Frage nach der Logik. Konkret: „Wie verhält sich Logik, wenn man sie überdehnt?“ Eine Frage wie eine Achttausender-Besteigung.

Faszinierende Gedankenwelt

Eins und eins ist zwei. Aber nur so lange wir nichts Besseres wissen, belehrt uns Gunkl und deliriert:
Über sein romantisches Verhältnis zum lückenlosen, schlüssigen kristallinen Gebäude der Mathemathik, über dem ein riesiges schiefes „Sagen wir halt“ hängt.
Über seine noch so gut wie originalverpackte rechte Gehirnhälfte, die Basisdemokratie in der eigenen Haut und seinen Verdacht, dass wir eine intergalaktische Problemgutdeponie sind.
Kurzum über Grenzerfahrungen auf der hauchdünnen Trennschicht zwischen Noch-da und Schon-weg, zwischen Wachsein und Einschlafen, zwischen Gestern und Morgen. „Wenn man sich diesem Bereich in einem flachen Winkel nähert“, sagt Gunkl, „passieren die unglaublichsten Dinge.“ Unterm Strich kommt für den Schachtelsatzkonstrukteur heraus, dass wir ziemlich genau, aber nicht exakt wissen, dass es das Absolute wahrscheinlich ungefähr nicht gibt.
Unsereiner sagt da nur baff: „So, so.“ Und die Zeit? Nicht einmal dieses alles durchdringende, Universum beherrschende Wirklichkeitsmonster hält sich an das, was Gunkl von einem geordneten Universum verlangt.
Da kann man nur murmeln: „Hmm!“ Oder seufzen: „Na geh!“

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