Thema | Best of Kabarett
21.10.2016

Gernot Kulis - Konfrontationen

© Bild: Hoanzl

Eine Reise durch das Leben eines Hyperaktiven: Gernot Kulis crasht in seiner Show „Kulisionen“ mit Aberwitz durch den Alltag.

Treuherzig sagt er imInterview: „Ich bin ja wie ein großes Kind.“ Ob man das einem gewerbsmäßigen Schmähtandler und professionellen Lausbuben wie Gernot Kulis, bekannt als Ö3-Callboy, Prof. Kaiser oder Comedy-Hirte, glauben darf? Man kann sich jedenfalls nie sicher sein. „Es gibt Deutsche, die Humor-Kurse anbieten. Das ist so, als würde H. C. Strache eine Moschee-Führung machen.“ In der Stand-up-Comedy-Show des gebürtigen Kärntners aus dem Lavanttal geht es um Kollisionen – pardon „ Kulisionen“: „Die einen passieren mir selbst. Da bin ich selbst Opfer. Andere provoziere ich gezielt selbst. Und die sind schuld daran, warum mir privat niemand mehr etwas glaubt.“

Spontan und frech

Nur eine Person glaubt ihm alles. Seine Schwiegermutter. Die mag ihn wirklich. Kein Witz. „Aber wer will das“, so Kulis. „Bei mir ist alles verkehrt. Die Schwiegermutter ist super, wenn nur die Probleme mit der Tochter nicht wären ...“ Die „ Kulisionen“ machen in einem Problem den Witz sichtbar, sagt Kulis. „Und so gehe ich auch an Probleme heran. Zu fragen: Wo ist da die Pointe? Wo ist da der Witz?“ Er gehe gern auf Konfrontation: „Im lustigen Sinne. Wenn mir etwas Schräges auffällt, dann gehe ich nicht daran vorbei, sondern mache etwas daraus – eben ,Kulisionen‘ mit Menschen, Tieren, Notrufsäulen, Sprachen und anderen Kulturen.“

Hohe Pointendichte

In seinem Mix aus Politsatire und Situationskomik parodiert er Arnold Schwarzenegger, den Actionstar mit brutal steirischem Akzent, ebenso wie Bruce Darnell, die Spaßkanone aus „Das Supertalent“ und „Deutschland sucht den Superstar“ und beklagt sich über die tieftraurige Zeichentrickserie „Perrine“, diese „Totengräbertussi“. Er imitiert nach einer Tauchsafari im Roten Meer außer einem Hammerhai auch eine hässliche Muräne, die „Bundeskanzlerin der Meere“ und „Ägyptens Next Top Fish“, außerdem Hans Krankl, der sich aus „Dschesolo“ meldet und den Stimmenimitator eine „Rotzpipn“ schimpft. Kulis aber liebt den Fußballer und „Pointengott“, der einmal sagte: „Der Unterschied zwischen mir und Gott ist, ich will nicht Gott sein.“ Übrigens: Promi-Bonus hat Kulis keinen. Den wollte er einsetzen, als er mit seinem Ford Mustang zu schnell unterwegs war. Aber seine Entschuldigung, „das Auto ist mit mir durchgegangen, ich bin froh, dass Sie mich aufgehalten haben“, trug ihm prompt einen Drogentest ein.