Das war Gernot Kulis im KURIER-Chat

Wie wurde er Comedian, warum ging er von Kärnten nach Wien und warum ist er respektlos? Das wollten die KURIER-Leser genau wissen.

Zuerst ging es um das Thema Fußball:

Karl Malden.: Wie sehr haben Ihnen eigentlich früher Die Hektiker getaugt? War Mini Bydlinski als Toni Polster Inspiration? ;-)

Gernot Kulis: Natürlich. Ich war schon als Teenager in den Kabarettlokalen (vermehrt in Graz) und habe mir auch oft die Hektiker angesehen. Auch viel Dorfer und Hader.

Christine Berger.: Was ist deine liebste Parodie?

Gernot Kulis: Bei Kulisionen parodiere ich im Moment Bruce Darnell. Den mache ich gerne. NAtürlich auch der Krankl, sofern er mich lässt... Straftraining!

Karl Malden.: Würden Sie bei einem Trainingslager mit Hans Krankl ein Zimmer teilen?

Gernot Kulis: Nein, weil dann wären wir zu viert.

Karl Malden.: Sie haben ja mal bei TSV Hartberg Fußball gespielt. Gute Erinnerungen?

Gernot Kulis: Ich bin tatsächlich mit dem TSV Hartberg Regionalligameister geworden. Als Mittelfeldspieler. Ja, ich habe gute Erinnerungen.

Otto Lindenhof.: Wie gehts einem ehemaligen (guten) Fußballer wenn er die Leistungen der österreichischen Nationalmannschaft beobachtet? Mitleid oder Grund für eine neue Parodie? beides?

Gernot Kulis: Ich will, dass sie endlich gewinnen!

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. . . dann wurde über Kabarettisten-Arbeit gechattet . . .

Karl Malden.: Wie viele Ö3 Callboy-Anrufe müssen im Schnitt getätigt werden um eine gute Sequenz zu bekommen?

Gernot Kulis: so etwas einen bis fünf. Kommt drauf an wie gut man vorbereitet ist. Ähnlich wie bei der versteckten Kamera. Wenn ich will, dass es gleich funktioniert, dann rufe ich im Burgenland an oder bei mir Hause.


Herbert Resch.: Woher hatten Sie die Inspirationen zu Kulisionen?


Gernot Kulis: aus meinem Leben. Der Titel ist Programm... Ich erlebe viele "Kulisionen". Ich beobachte und mische mich ein, manche Kulisonen passieren mir, oder oft provoziere ich sie, wenn mir zu lange fad ist...

Marianne Kruse.: Wie schaffen Sie es, so ernst zu bleiben?


Gernot Kulis: Beim Anruf? Also ich habe die Möglichkeit das Mikrophon kurz abdrehen zu können. (Dann lache ich). Ansonsten bleib ich ernst und lache in mich hinein...

Günter Kling.: Wieviele Stimmen kannst du insgesamt nachmachen?

Gernot Kulis: schon ein paar... Es kommen immer wieder neue dazu. Meine Lieblingsparodie in Kulisionen ist eigentlich die Muräne. Dieser hässliche Fisch. Funktioniert ganz ohne Stimme...

Stefanie Fischer.: Sind Promis beleidigt wenn diese von dir parodiert werden?

Gernot Kulis: Nein. Eigentlich nicht. Naja... der Friedrich Stickler war nicht soooo begeistert. Wir nannten ihn den "alten Stickler" während der EM in Österreich. Die meisten fühlen sich geehrt und wollen dabei sein! Wer nicht parodiert wird, ist beliebig. Keiner von denen will beliebig sein.

Jörg KIRCHBERG.: Wie viel Krankl gibts im Programm Kulisionen?

Gernot Kulis: Das Programm dauert über 2 Stunden und der Anteil von Hans Krankl beträgt etwa 15 Minuten. Er ist eine Art Running Gag. Ich erzähle über Kulisionen, die ich mit dem Goleador erlebt habe!

christina michlits.: Wie haben Sie bemerkt, dass sie Stimmen gut imitieren können?

Gernot Kulis: Ich habe als Neugeborener ein Baby imitiert. Von da an war es klar...

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. . . und dann kamen noch ein paar ernsthafte Dinge zur Sprache:

Franz Hawle.: Möchten Sie als Mensch ebenso respektlos behandelt werden wie Sie Menschen in Ihrer Ö3 Glosse behandeln und bloß stellen?

Gernot Kulis: So blöd es klingen mag, die meisten, die ich anrufe, freuen sich danach, dass ich dran bin. Ich persönlich versuche immer, dass der Witz oder die Idee so gut ist, dass das Opfer darüber selbst lachen kann. Ich empfinde meine Anrufe nicht als respektlos.

Sabrina Sindler.: Wie weit darf Satire gehen oder worüber würdest du keine Witze machen?

Gernot Kulis: Die entscheidende Frage ist, auf wessen Kosten der Gag geht. Es gibt moralische Grenzen für mich. Aber als Comedian/Kabarettist ist man halt immer ein Grenzgänger. Jeder von uns hat eine unterschiedliche "was darf man und was darf man nicht"-Grenze.

Erik Schön.: Du bist ja aus dem Lavanttal nach Wien geflüchtet? Sind die Leute dort wirklich so schlimm?

Gernot Kulis: Ich bin geflüchtet um Kulisionen zu erfahren... Die meisten Kulisionen habe ich in Wien (weil so viele Leute da sind :-)). Die Leute im Lavanttal sind doch bitte nicht schlimm. Nur, lustig...

Alissa Thaler.: Gibt es eine Webcam beim Chat?????

Gernot Kulis: Nein. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Aber ich bin echt da... Schau ich winke.
(Aber ein kleines Video haben wir natürlich schon aufgenommen. Anm. d. Red.)

Alissa Thaler.: Ich hab Dich schon live gesehen, total cool. Würde gerne in die Wr. Stadthalle kommen, ist das eine Art Jahresrückblick?

Gernot Kulis: Ja klar. Jahres-Kulisionen. In diesem Jahr ist viel passiert! Die interessanten Themen kommen vor!!!

Günter Kling.: Was war dein eigentlicher Berufswunsch?

Gernot Kulis: Sportreporter und als Bub, Fußballstar...

Christine Berger.: Wie ist dein Verhältnis zu Prof. Kaiser nach 10 Jahren?

Gernot Kulis: Die Therapie ist beinahe abgeschlossen. Die Schulzeit aufgearbeitet... Es lebe Prof. Kaiser.

Franz Bernhard Christian Willard.: Sind Gernot-Kulis (Kugelschreiber) erhältlich?

Gernot Kulis: kommen demnächst auf den Markt :-)! Sie patzen, sind gleich leer und fallen auseinander.

Peter Woinar.: Gernot, ich hab dich in Wolkersdorf live gesehn und du warst spitze! Wie kommt man eigentlich zu diesem Beruf und was sind die ersten Schritte die man gehen muss, um Kabarettist zu werden?

Gernot Kulis: Es gibt kein Patentrezept. Man hat Lust dazu, fällt auf, wird forciert und bekommt eine Chance. Glück und Interesse.

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Moderator: So - das wars für dieses Mal - wir bedanken uns bei Gernot Kulis für ernsthafte Bemühungen und ehrliche Antworten - und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für Interesse und Neugier.

Der nächste "große" Kulisionen-Termin ist am 27. Dezember in der Wiener Stadthalle (Halle F).


Übrigens: Am 7. 12. um die selbe Zeit chatten wir hier mit Roland Düringer -

( KURIER.at ) Erstellt am 22.12.2011