Alte und neue Kaberettgrößen: Lukas Resetarits und Thomas Stipsits (re.) gibt es in der KURIER-Edition getrennt voneinander zu erleben.

© APA/HERBERT PFARRHOFER

KURIER-Edition
10/05/2014

"Best of Kabarett": Irrsinn zum Lachen für Aug’ und Ohr

Die KURIER-Erfolgsedition – erweitert um zehn neue Titel.

von Werner Rosenberger

Rückblick auf einen virtuosen Wutanfall: Josef Hader als abgeschmackten Entertainer in "Bunter Abend" war anno 1990 eine Demontage des traditionellen Kabaretts. Dieter Hildebrandt adelte ihn einmal mit dem Prädikat "das Böseste überhaupt" im deutschsprachigen Kabarett.

Große Kunst ist ja – auch in der Kleinkunst – zumeist ein Kind des Wahnsinns. Wie Andreas Vitáseks 12. Solo "Sekundenschlaf" bewiesen hat. Da kondensiert er das Absonderliche aus dem scheinbar Normalen, das Abstruse aus der permanenten Überforderung des Menschen heute. Destilliert das Tragikomische aus den Zumutungen, die manche Leben nennen.

Oder "ERiCH" – absurder Familienwahnsinn mit den schrägen Vögeln Robert Blöchl und Roland Penzinger alias BlöZinger. Zwei Kabarettisten, vier Autos, schwarze Luftballons und viel Kaugummi – als Running Gag eingesetzt – braucht es, um in dem Programm die Absurditäten des Kosmos Familie witzig ins Spotlight zu stellen.

Auch andere Gedankenspiele, Lachnummern, Gags und Pointen versammelt die neue DVD-Staffel der hochkarätigen "Best of Kabarett"- KURIER-Edition: Deren Besetzungsliste liest sich wieder wie das "Who’s who" der heimischen Szene.

Die gesammelten Infos zu den einzlenen Kabaretts finden Sie auf unserer Best-of-Kabarett-Seite.

Querdenker Gunkl alias Günther Paal unternimmt in seinem Solo "Die großen Kränkungen der Menschheit" einen Spaziergang durch die Gehirnwindungen.

Zum Tränen-Lachen und prompt mit dem Österreichischen Kabarettpreis 2012 ausgezeichnet: "Triest". Das Programm, mit dem das Duo Thomas Stipsits und Manuel Rubey seit einer halben Ewigkeit die Hallen füllt, gibt’s jetzt auch für Couch-Potatoes auf DVD.

Ein Lachhit ist auch "Alles bestens, aber ...", ein Loblied auf die Unzufriedenheit mit Klaus Eckel, der in seinem Solo nicht nur in einen blauen Trainingsanzug, sondern auch in die Rolle des modernen Misanthropen und Nörglers schlüpft – "ein Abend, an dem wir über alles offen reden, weil so vieles noch gesagt gehört."

Life is a Cabaret: Und Viktor Gernots "Grätznfest" in einer Aufzeichnung aus dem Kabarett Simpl eine heitere Gesellschaftssatire.

In unserer KURIER-Shopwelt können Sie eine DVD Ihres Lieblingskaberett jetzt schnell und einfach kaufen.

Zu den bajuwarischen Stars gehört die saulustige und wortwitzige Monika Gruber: Kantig und aus dem Leben gegriffen – live 2013 mit ihrem vierten Solo "Wennned jetzt, wann dann!"

Eine Werkschau einmal ganz anders, das ist "Einzelstück" mit Roland Düringer. Ein "Best of" – und eigentlich auch wieder nicht.

Neben humorig verpackter Kritik an Gesellschaft, Kirche und Bankenwesen gibt’s dabei ein amüsantes Wiedersehen mit alten Bekannten aus "Superbolic", aus der "Viertelliterklasse" und den "Benzinbrüdern". Auch aus dem Häuslbauerdrama "Hinterholzacht" (1994) kommen einige Helden und der große Antiheld zu Wort.

Schließlich noch ein Höhepunkt: Mundwerk als Handwerk und die große Kunst des Erzählens – "Alles zurück" (Eine Bewegung), das 16. Solo von Lukas Resetarits: Da verteidigt ein gerader linker Kerl den Standpunkt der Vernunft im täglichen Wahnsinn.