Style
14.08.2017

Designer verraten: So stylt man jetzt Dirndl

Kurz war gestern, heuer besinnen sich Designer zurück zu traditioneller Tracht. Altbacken wirken die Entwürfe deshalb noch lange nicht – dank modernem Styling.

Ob Neustifter Kirtag oder Münchner Oktoberfest – zu einem gelungenen Besuch gehört für die meisten ein fesches Outfit genauso wie die Maß Bier. Heißt: Ein Dirndl inklusive Schürze und Bluse sind gefragt. Für die neue Saison haben Designer auf kräftige Farben, romantische Blumen- und freche Karomuster gesetzt. Jenen, die in ein zeitloses Modell investieren wollen, rät Sportalm-Chefdesignerin Ulli Ehrlich: "Bei traditionellen Farben wie Schwarz, Rot und Grün bleiben. Die passen immer." Ein schwarzes Kleid aus Baumwolle oder Leinen könne über Jahre hinweg mit Schürzen in verschiedenen Farben immer wieder neu interpretiert werden.

Ohne Holz vor der Hütte

Gleiches trifft auf Blusen zu. Obwohl schulterfreie Varianten nach wie vor zu den Kassenschlagern zählen, bemerkt die Tiroler Modemacherin eine Rückbesinnung zu fast vergessenen Modellen. "Sie sind jetzt wieder hochgeschlossen", sagt Ehrlich. Tiefe Blicke ins Dekolletés seien im Gegensatz zu früher keine Pflicht mehr.

Bedeckt darf es auch weiter unten sein. Waren in den vergangenen Jahren vor allem bei jungen Frauen kurze Modelle beliebt, wird heuer wieder vermehrt zum wadenlagen Klassiker gegriffen. Darüber freut sich auch Designerin Lola Paltinger. "Ich finde es furchtbar, wenn Dirndl zu kurz und zu tief ausgeschnitten sind", sagt die Expertin im Gespräch mit dem KURIER. "Man sollte den Respekt vor der Tradition wahren." Trotz mehr Stoff wirken die neuen Trachten-Entwürfe dennoch nicht bieder – dank gekonntem Stilbruch mit Schuhen und Taschen. Zwar ist Lola Paltinger Fan von hohen Schuhen zum Dirndl, jedoch würde die sie ihren Kundinnen auf keinen Fall zu dünnen Stilettos raten. "Mit breiteren Absätzen ist man definitiv sicherer unterwegs."

Als flache Alternative zum traditionellen Trachtenschuh eignen sich coole Schnürstiefel. Hier können Trendbewusste zu ungewöhnlichen Materialien wie Samt greifen (siehe unten). Mit schlichten Ballerinas könne man laut der Münchner Modemacherin nach wie vor nichts falsch machen.

Versteck für Kleingeld

Taschen dürfen ebenfalls modern sein und sollten in jedem Fall einen langen Henkel zum Umhängen haben. Der Griff zu einem kleinen Modell spart im Übrigen auch Zeit, wenn an den Eingängen der großen Festzelte Sicherheitskontrollen durchgeführt werden. Paltingers Tipp: "Die meisten Dirndl haben eine Eingriffstasche im Rock, in denen man etwas Geld und das Handy verstauen kann."

Unabhängig von Stil und Styling des Dirndls muss für den perfekten Auftritt vor allem die Passform stimmen. Goldene Regel für die Anprobe im Geschäft: Es muss eng sein, ohne die Luft abzuschnüren. "Und es darf keine Falten werfen", betont Ulli Ehrlich.

Hochwertige Entwürfe sollten außerdem nicht elastisch sein. Ist der Stoff des Mieders kompakt, sitzt das Trachten-Outfit auf der Wiesn so, wie es sollte: Figurbetont – und dennoch mit ausreichend Platz für Schmankerl wie Schweinsbraten, Knödel und Bier.

Neue Dirndl 2017

1/9

Per Hand bestickter Seidensamt, französische Spitze: „Saya“ von Heidi Couture. Um ca. 1590 Euro

Hingucker-Modell „Candy“ von Schatzi. Um ca. 690 Euro  (bei Schustermann & Borenstein)

Knöchellanges Modell mit Carré-Ausschnitt von Lola Paltinger. Um ca. 199 Euro (bei hse24.at)

Aus Leinen und Baumwolle: Bedrucktes Modell „Rosi“ von Lena Hoschek. Um ca. 950 Euro

Wadenlanges Dirndl in Altrosa und Grau von Anna Field. Um ca. 99,95 Euro (bei Zalando)

Romantisches Modell von MarJo. Um ca. 134,95 Euro (bei Salzburger Trachtenoutlet Wien)

Im Frida-Kahlo-Look: Schwarzes Modell „Paloma blanca“ von Dirndlherz. Um ca. 338 Euro

Mit Hirsch-Muster auf der blauen Schürze: Dirndl von C&A. Um ca. 149 Euro