Der KURIER traf Sophia Thomalla in Wien

© KURIER/Gilbert Novy

Interview
06/16/2016

Sophia Thomalla: "Kritik an meinem Look lese ich mit Genuss"

Der KURIER traf die Schauspielerin zum Gespräch über gewagte Looks und erfuhr, warum sie ein Teil in 70-facher Ausführung besitzt.

von Maria Zelenko

Die Sache mit der Selbstvermarktung macht ihr so schnell keiner nach. Sophia Thomalla erscheint zum Interview-Termin mit dem KURIER im Sans Souci-Hotel in einem nicht gerade schlichten Look: Unter der Jacke von Seven for all Mankind blitzt ein Calvin Klein-BH hervor. Dazu hat der diesjährige Stargast der

Vienna Fashion Night
sexy High Heels von Sergio Rossi kombiniert. Provokativ? Ja. Gewollt? Absolut!

KURIER: In den vergangenen Jahren hat sich Ihr Stil sehr verändert. Wie würden Sie ihn beschreiben?
Sophia Thomalla:
Das finde ich schwierig, weil ich mir nicht sicher bin, ob er sich wirklich so verändert hat. Ich glaube, dass ich früher einfach gar keinen Stil hatte. Ich bleibe meinem Look schon seit Jahren treu und gehe überhaupt nicht mit dem Trend. Das habe ich noch nie gemacht. Genauso wenig blättere ich Modemagazine durch und sage 'Oh, jetzt sind gerade Blumenmuster in.' Ich versuche, mir immer treu zu bleiben und das anzuziehen, was zu mir passt. Es ist natürlich immer ein rockiger Touch mit sehr vielen dunklen Farben.

Beim ECHO 2016 hatten Sie einen nudefarbenen Jumpsuit an, der für viel Furore gesorgt hat. Würden Sie diesen Look im Nachhinein betrachtet wieder anziehen?

Ja, ich würde es definitiv wieder anziehen. Es gibt kein Outfit, das ich nicht nochmal genauso anziehen würde. Alles, was ich bisher getragen habe, war immer aus Überzeugung. Das ist ja der Sinn hinter Mode. Aber den Leuten ist ganz klar nicht egal, was ich anziehe. Ich habe noch nie so viel Zustimmung und gleichzeitig so viele negative Reaktionen auf ein Outfit gehabt wie bei diesem. Die Schere ging sehr weit auseinander.

Bei einem Event für "Ein Herz für Kinder" hatten Sie einen durchsichtigen Rock mit sichtbarer Unterwäsche an, welcher ebenfalls auf viel Kritik stieß. Lesen Sie sich die negativen Kommentare durch?

Ja, mit Genuss. Erst einmal kann sich "Ein Herz für Kinder" für so viel Aufmerksamkeit bedanken, denn als Charity-Veranstaltung will man ja Geld sammeln. Ich fand das Outfit nicht zu gewagt, es passte zu mir.

Also gilt bei Ihnen das Motto: Lieber gewagt, als langweilig?
Ja! Ich werde lieber von den Leuten gehasst, anstatt ihnen egal zu sein.

Von negativen Kommentaren lassen Sie sich gar nicht irritieren?
Gar nicht. Ich habe in den sozialen Medien mittlerweile eine gewisse Reichweite und es ist für mich auch von Nutzen. Von jedem Artikel, in dem über mein Outfit gelästert wird, lebe ich am Ende des Tages. Von daher kann ich damit sehr gut leben.

Suchen Sie Ihre Outfits alleine aus?

Klar, habe auch ich einen Stylisten, der mir Sachen besorgt. Es ist aber nicht so, dass ich sage 'Pass mal auf, ich muss da nächste Woche hin, such mir was aus.' Ich entscheide bei der Auswahl immer mit.

Wo gehen Sie am liebsten shoppen?
Ich bin ein totaler Internet-Shopper. Ich gehe nicht gerne in Läden und ich hasse Umkleidekabinen. Das ist für mich das Schlimmste, was es gibt: Es ist zu warm, die Luft ist schlecht und das Licht ist furchtbar. Deswegen bestelle ich Kleidung viel lieber nach Hause, probiere es an und was mir nicht gefällt, schicke ich zurück.

Gibt es Teile, die immer im Warenkorb landen?
Das passiert mir mit schwarzen Jeans immer wieder. Ich besitze mittlerweile über 70 schwarze Jeans. Ich denke mir dann immer, dass genau dieses neue Modell vom Schnitt in meinen Kleiderschrank passen könnte, dabei habe ich es bereits in fünfzigfacher Ausführung.

In welchem Kleidungsstück wird man Sie niemals sehen?
Kann ich mittlerweile gar nicht sagen. Früher habe ich gesagt, dass man mich nie in einem pinkfarbenen Blumenkleid sehen wird. Aber wenn es ein wirklich cooles Teil ist, warum nicht? Was ich jedoch sehr gruselig finde, sind diese langen Faltenröcke. Ich nenne das den typischen Blogger-Look. Das geht nicht ganz in meinen Kopf rein, aber jeder hat ja seinen eigenen Stil.

Auf Haare und Make-up legen Sie ebenfalls viel Wert. Welche Produkte findet man immer in Ihrem Badezimmer?
Ich habe sehr trockene Haut, deshalb besitze ich viele Feuchtigkeitsmasken. Ich bin regelrecht süchtig! Öl für die Haare mag ich auch sehr gerne – vor allem im Sommer. Augencreme ist mir auch wichtig.

Auf welche Beauty-Tricks schwören Sie?
Ich finde es furchtbar, wenn jemand auf diese Frage mit 'Ich trinke viel Wasse' antwortet. So ein Scheiß! Man sieht es nicht, ob jemand viel Wasser trinkt oder nicht. Was man der Haut aber wirklich ansieht, ist, ob jemand viel Alkohol trinkt. Alkohol zerstört die Schönheit. Klar, trinke auch ich etwas bei Veranstaltungen, aber ich versuche, es in Grenzen zu halten.