Style
12.04.2017

Dieser Mann ist Louis Vuittons neues Ass im Ärmel

Der Künstler hat Taschen des französischen Modehauses mit alten Gemälden neu gestaltet.

Es ist eine Symbiose zweier Giganten der Mode- und Kunstwelt. Am 28. April lanciert Louis Vuitton seine neueste Kollektion, die in Kooperation mit Jeff Koons entstanden ist. Der teuerste lebende Künstler der Welt hat den ikonischen Taschen des französischen Luxusmodehauses einen neuen Look verpasst.

Berühmte Gemälde fünf alter Meister dienten dem Popstar der zeitgenössischen Kunstwelt als Vorlage. Modefans können bald Van Goghs "Weizenfeld mit Zypressen", Rubens "The Tiger Hunt", Fragonards "Girl With a Dog" oder Titians "Venus, Mars und Amor" vom Arm baumeln lassen. Letzteres Gemälde befindet sich im Besitz des Kunsthistorischen Museums in Wien. Bestseller könnten die Accessoires mit Leonardo da Vincis "Mona Lisa" werden. Ein Jahr wurde an der wahrheitsgetreuen Reproduktion der Gemälde auf dem Canvas getüftelt.

Spiel mit Monogramm

Referenzen zu einigen seiner berühmtesten Werke finden sich auf den von Koons designten Lederwaren. Den "Gazing Balls", einer Serie von Gipsfiguren, die einen leuchtenden Ball jonglieren, wurde mit einem metallisch glänzenden Monogramm gehuldigt, in dem sich der Betrachter spiegelt.

Apropos Monogramm. Es ist das erste Mal in der Geschichte von Louis Vuitton, dass einem Künstler erlaubt wurde, dieses umzugestalten. "Während der Arbeit an der Tasche kam mir die Idee, meine Initialen wie das LV bei Louis Vuitton zu verwenden und Seite an Seite zu platzieren", sagt der Künstler. Das I-Tüpfelchen der Shopper und Rucksäcke: Lederanhänger in der Form eines kleinen Hasen, in Anlehnung an seine berühmte Stahlskulptur. Er habe ihn ausgesucht, weil er eines seiner ikonischsten Werke sei, so Koons.

Künstler lockt Kunden

Die Zusammenarbeit mit Künstlern hat bei Louis Vuitton Tradition. 2001 wurde Stephen Sprouse engagiert, der den Taschen mit seinen bunten Graffitis neues Leben einhauchte. Zwei Jahre später konnte der damalige Chefdesigner Marc Jacobs den Japaner Takashi Murakami für eine Kooperation gewinnen. Das Ergebnis: Logos in kunterbunten Farben – und ein in der Firmengeschichte noch nie dagewesenes Umsatzplus. Mithilfe von Jeff Koons möchte man nun erneut von einem großen Künstler – und dessen noch berühmteren Vorgängern – profitieren.