Style
09.02.2017

Promi-Friseur an Martin Schulz: "Der Bart muss ab"

Udo Walz hat eine klare Meinung, wenn es um den Look des SPD-Kanzlerkandidaten geht.

Der Berliner Promi-Friseur Udo Walz (72) hat dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz (61) empfohlen, sich den Bart abzurasieren. „Der Bart muss ab“, sagte Walz in Berlin. „Weil das jünger aussieht, gepflegter. Das würde ihm helfen.“

Bitte "spannendere Krawatten"

Auf den Einwand, dass er selbst doch auch Bartträger sei, entgegnete Walz: „Ich bin 72, ich will nicht unbedingt jünger aussehen.“ Zuvor hatte er Schulz bereits eine andere Brille empfohlen. Ratsam seien auch „spannendere Krawatten“, etwa in Rot, und nicht immer nur graue Anzüge, fügte er nun hinzu. Er selbst werde aber so oder so nicht SPD wählen: „Ich liebe Frau Merkel.“

Apropos Merkel. Auch das Aussehen der 62-Jährigen beschäftigt regelmäßig Kollegen, Medien - und sogar Karl Lagerfeld:

Viele Blazer, eine besondere Halskette

Nach deutschen Modeikonen gefragt, wird Frau Merkel wohl niemals in den Antworten auftauchen. Aber das macht nichts, schließlich hat "Angie", wie sie liebevoll vom Volk genannt wird, ein Land zu regieren. Trotz (oder gerade wegen?) fehlender modischer Highlights sorgt der Look der Kanzlerin immer wieder für Schlagzeilen. Ein Blick auf den Look der kürzlich vom "Time"-Magazin ernannten "Frau des Jahres 2015".

Angie und der Blazer

Mode-Experimente kommen für die mächtigste Frau der Welt nicht in Frage, sie widmet sich lieber Klassikern. Vor allem ein Fashion-Evergreen hat es ihr angetan: Die 61-Jährige verbindet eine lange Liebesgeschichte mit dem Blazer. In allen erdenklichen Farben hängt er in ihrem Kleiderschrank, in Grün trägt sie ihn am liebsten, Knallfarben werden gerne bei Staatstreffen gewählt. Letzteres dürfte cleveres Kalkül sein. Denn so schafft es Angie, bei Gruppenfotos in der Menge der grauen und schwarzen Anzüge aus der Menge zu stechen.

Kombiniert wird der Blazer meist mit Hosen, Kleider sucht man an Merkel vergeblich. Zufall ist auch das keiner, denn die Kanzlerin weiß: Als Frau hat man es in der Politik nicht leicht. Während sich Politiker-Ehefrauen wie Carla Bruni und Bettina Wulff gerne weiblich zeigen (und dürfen), passen sich aktive Politikerinnen nach wie vor dem Stil ihrer männlichen Kollegen an. Zu viel Weiblichkeit in der Politik ist nicht gern gesehen, und kann der Glaubwürdigkeit und Machtposition schaden. Seriös muss man aussehen und dabei trotzdem sympathisch bleiben. Das weiß auch "Angie".

Deshalb überlässt sie nicht nur in ihren politischen Entscheidungen nichts dem Zufall. Eine eigene Stylistin hat sie trotzdem nicht. Eine "Assistentin für besondere Aufgaben" kümmert sich um die Auswahl der Blazer, die ihr von ihren Lieblings-Designerinnen Bettina Schönbach und Anna von Griesheim auf den Leib geschneidert werden. Von luxuriösen Marken wie Prada oder Gucci wird Abstand gehalten, schließlich zahlt der Steuerzahler sämtliche Outfits - wieder ein cleverer Schachzug. Bei den Taschen greift die "Frau des Jahres" gern zu Longchamp, ebenfalls im mittleren Preissegment angesiedelt.

Modische Fehltritte der Kanzlerin

Zugegeben, der Look von Angela Merkel scheint auf den ersten Blick frei von jeglichem Fettnäpfchen-Risiko. Was soll bei Blazer und Hose schon groß schief gehen? Trotzdem hat es die Politikerin mit so manchem Look bereits in die Schlagzeilen geschafft. Die Deutschlandkette, die sie 2013 bei einem TV-Duell trug, hat mittlerweile Kultstatus erreicht. Der in den Farben der deutschen Nationalflagge gehalten Schmuck hatte die Aufmerksamkeit von Stefan Raab erregt, der kurz nach ihrem Auftritt eine Kopie in seiner Sendung trug, die "Schlandkette" bekam sogar ihren eigenen Twitter-Account.

Auch Merkels Dekolleté erregte schon zu so manchem Termin viel Aufmerksamkeit. Sogar Karl Lagerfeld hat eine Meinung zum merkelschen Look: "Frau Merkel müsste etwas für ihre speziellen Proportionen maßanfertigen lassen", so der Designer. "Aber sie will ja keine Ratschläge, habe ich gehört." Das stimmt. Angela konzentriert sich lieber auf die Politik.