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Style
12/03/2019

Japans Arbeitgeber verbieten Frauen Brillen - Petition eingereicht

Aktivistin Ishikawa verschärft nach Kampf gegen Zwang zu High Heels ihren Protest.

Vom Kampf gegen den High-Heels-Zwang zum Protest gegen Brillenverbote am Arbeitsplatz: In Japan verschärft sich der Protest von Frauen gegen gängelnde Vorschriften in Unternehmen. Eine von der 32-jährigen Aktivistin und Autorin Yumi Ishikawa gestartete Petition mit über 31.000 Unterschriften wurde am Dienstag dem Arbeitsministerium des Landes übergeben.

Darin fordern die Unterzeichner unter anderem ein Ende des Brillenverbots, das in zahlreichen Unternehmen gilt. Ishikawa ist für ihren Einsatz gegen hochhackige Schuhe am Arbeitsplatz bekannt. Die von ihr dazu auf den Weg gebrachte Kampagne trägt den Titel #KuToo in Anlehnung an die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Belästigung. #KuToo bedient sich eines Wortspiels mit den japanischen Wörtern kutsu (Schuhe) und kutsuu (Schmerz). Die Kampagne gewann schnell an Unterstützung.

Vorschriften "ausschließlich für Frauen"

Nun konzentriert sich die 32-Jährige auf Brillen und Make-up: Das Grundproblem sei, dass es in einigen Unternehmen Vorschriften "ausschließlich für Frauen" gebe. Das schließe Brillenverbote etwa für Empfangsdamen oder Make-up als Voraussetzung ein, sagte sie vor Journalisten. "Dieses Vorgehen muss überarbeitet werden."

Bereits im Juni gab es eine Petition, die forderte, dass der Zwang zu hochhackigen Schuhen im Job als Belästigung eingestuft wird. Seitdem sei aber kaum etwas passiert und dieses Problem tauche in den Entwürfen der Regierung zu entsprechenden Leitlinien zu Belästigung am Arbeitsplatz nicht auf. Im Arbeitsministerium hieß es nun am Dienstag, die Petition werde als "eine Meinung" betrachtet, bevor eine finale Entscheidung zu den Regeln getroffen werde.

Eine 28-jährige Empfangsdame, die anonym bleiben wollte, sagte, ihr werde mit dem Hinweis die Brille verboten, diese mache einen "kalten Gesichtsausdruck". Sie vertrage allerdings wegen einer Augenkrankheit Kontaktlinsen nicht so gut und fürchte nun, dass sich ihr Leiden verschlechtere. Ein Vertreter einer Arbeitsvermittlung sagte zu dem Problem, er kenne auch Fälle, in denen Frauen keine gefärbten Haare tragen dürften und manikürte Nägel haben müssten.

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