Maggie, Brighton & Gracie: Was wurde aus den "Die Nanny"-Kindern?

Weil Österreich aktuell im "Die Nanny"-Fieber ist, fragten wir uns, was das Leben für die drei reichen "Sheffield-Kinder" bereit hielt.
Die Nanny mit den drei Kindern

Selten wurde ein Opernball-Stargast so sehr gehypt und so sehr gefeiert wie Fran Drescher alias Fran Fine alias Die Nanny, die als ebensolche mehr als nur einen Hauch Style, Feminismus und vor allem Herz in das Sitcom-Genre der 90er-Jahre packte. Es ist wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass Fran das beliebteste Kindermädchen der Popkultur seit Mary Poppins ist. Auf jeden Fall ist sie um einiges frecher, witziger, sexier, mehr Alpha und natürlich auch besser angezogen als ihre eher prüde Vorgängerin.

Während Fran Drescher und Charles Shaughnessy (aka Mr. Sheffield) der Schauspielerei nach dem Aus der Kultserie 1999 treu blieben und zumindest noch einige Achtungserfolge verbuchen konnten, wurde es um den Rest des Casts eher ruhig. Besonders bei den drei "Sheffield"-Kids Maggie, Brighton und Gracie, die am Ende der Serie von Fran gar adoptiert wurden und endlich die Familie erhielten, auf die sie jahrelang verzichten mussten, fragt man sich mit einem tiefen nostalgischen Seufzer: Was ist aus ihnen geworden? 

Traten sie in die Fußstapfen ihres schrillen Kindermädchens oder folgten sie dem Vorbild ihres zurückhaltenden Vaters? War das Leben für Nicholle Tom, Benjamin Salisbury und Madeline Zima auch nach dem Serienende eine Sitcom?

Wir gingen auf Spurensuche.

Nicholle Tom: Maggie Sheffield

Nicholle Tom spielte die älteste Tochter Maggie Sheffield, die zu Beginn der Serie schüchtern und zurückgezogen war, dank Nanny Fine aber ihren inneren selbstbewussten Schwan entdeckte und in der letzten Staffel ein Unterwäsche-Model ehelichen durfte. Für die anfangs vom Leben so enttäuschte Maggie gab's also ein Happy End.

Und für Tom, die in der ersten Staffel 15 Jahre alt war? Von allen drei Kinderdarstellern aus "Die Nanny" war Tom die berühmteste, war sie vor der Sitcom doch bereits in Kultserien wie "Beverly Hills, 90210" und "Der Prinz von Bel-Air" sowie im Filmklassiker "Ein Hund namens Beethoven" zu sehen. Den Erfolg von "Die Nanny" konnte Tom aber nicht für sich nutzen, danach war sie nur noch in kleinen Gastrollen zu sehen, unter anderem in "Criminal Minds", "Without a trace", "The Mentalist" und "Masters of Sex". 2001 hatte sie in dem Film "Plötzlich Prinzessin" eine kleine Nebenrolle. Auch als Synchronsprecherin war sie aktiv.

Über das Privatleben der heute 47-Jährigen ist nichts bekannt.

Benjamin Salisbury: Brighton Sheffield

Als einziger Sohn der Sheffiel-Familie hielt Brighton aufgrund seines Temperaments und seiner Liebe zu Streichen seinen Vater und seine Schwestern, aber auch Butler Niles auf Trab. Erst als Fran Fine in sein Leben trat, lernte Brighton, dass stark zu sein auch bedeutet, Gefühle zu zeigen. Und dass Respektlosigkeit in einer Welt, die eigentlich von Liebe und Verständnis geprägt sein sollte, nichts verloren hat.

Im Laufe der Serie rückte Brighton allerdings immer mehr in den Hintergrund. Vielleicht entschied sich Benjamin Salisbury (in der ersten Staffel 13 Jahre alt und somit älter als sein Seriencharakter) deshalb für einen Weg abseits der Kamera. Er holte seinen Highschool-Abschluss nach und studierte Journalismus in Washington, D.C. Vereinzelt nahm er danach noch kleine Schauspielrollen an, diese blieben aber die Ausnahme.

Salisbury lebt bewusst abseits der Öffentlichkeit, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass es so gut wie keine Informationen über sein Leben nach der Kultserie gibt. Im Jahr 2000 war er als Eventkoordinator im Sportbereich aktiv und war Praktikant beim US-Politiker Richard Gephardt. Einzelnen Berichten zufolge arbeitet der heute 45-Jährige aktuell erneut in der Filmbranche und ist in einer leitenden Position bei Universal Studios Hollywood tätig.

Seit 2006 ist Salisbury verheiratet, das Paar lebt mit seinen drei Kindern in Kalifornien.

Madeline Zima: Grace Sheffield

Als Publikumsliebling unter den Sheffield-Kindern stellte sich bald das Familien-Nesthäkchen Grace (genannt "Gracie") heraus, die hochintelligent, aber mindestens genauso neurotisch ist. Gracie ist es, zu der Fran am schnellsten eine innige Verbindung aufbaut. Dank der lebenslustigen und unkonventionellen Art des neuen Kindermädchens lernt Gracie bald, auch die schönen Seiten des Lebens zu erkennen und entwickelt sich, ähnlich wie Schwester Maggie, zu einer selbstbewussten jungen Frau.

Madeline Zima wurde für ihre Darstellung der psychisch kranken und zugleich süßen Grace gefeiert, ihrem nuancierten Spiel – das im krassen Gegensatz zu jenem von Drescher steht – wohnt tatsächlich eine faszinierende Intensität inne. Wenig überraschend also, dass Zima von allen Kinderdarstellern aus "Die Nanny" nach der Serie den größten Erfolg hatte.  

Zu ihren bekanntesten Filmen zählt die 2004er-Liebeskomödie "Cinderella Story" mit Hilary Duff, im TV überzeugte sie als bisexuelle College-Studentin in "Heroes" und als frühreife Jugendliche an der Seite von David Duchovny in "Californication", wo sie in den ersten beiden Staffel zum Hauptcast gehörte – und mit einer pikanten Sexszene schockierte. Es war deutlich, dass Zima sich vom Image der süß-harmlosen Gracie Sheffield distanzieren wollte.

Zima blieb der Schauspielerei bis heute treu und war in zahlreichen Serien-Gastrollen sowie in kleinen Filmproduktionen zu sehen. Zudem äußerte sich die heute 40-Jährige mehrmals kritisch über ihre Erfahrungen als Kinderstar. 

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