2011 bekam Sofia den Oscar fürs Lebenswerk und Bussis von ihren Söhnen Carlo (li.) und Edoardo

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10/29/2020

Was Italo-Star Sophia Loren antreibt: „Meine Söhne sind mein Herz“

Italiens größte Filmdiva im KURIER-Interview über ihr lebenslanges Kriegstrauma, ihre starke Familie und ihren neuesten Film.

von Elisabeth Sereda

Sie ist 86. Seit 60 Jahren ein Weltstar. In Rom geboren, wurde sie vom legendären Film-Mogul Carlo Ponti (gest. 2007 mit 95) bei einem Schönheitswettbewerb entdeckt, aber es war ihr Kollege Vittoria de Sica ( gest. 1974 mit 73), der sie erst berühmt machte. Ponti wurde ihr Ehemann.

Aus Sofia Villani Scicolone wurde Sophia Loren. Es waren die Amerikaner, sagt sie. Wohlgefühlt hat sie sich nie in den USA. In Italien war sie eine Göttin, in Hollywood nur eine weitere Exotin als Schmuck großer Kinohelden (von John Wayne über Clark Gable bis zu Charlton Heston).

Ihr Anwesen in Los Angeles hat sie längst verkauft. Filme macht sie nur noch in Italien, am liebsten für den älteren ihrer beiden Söhne, Regisseur Edoardo Ponti (47). Er saß beim KURIER-Interview, das sie aus ihrem Domizil in Genf gab, direkt neben ihr.

KURIER: Wie sieht denn Ihr Leben in der Schweiz aus?

Sophia Loren: Sehr still. Ich gehe nicht viel aus. Manchmal shoppe ich. Ich blättere in Büchern, spaziere im Park mit Freunden. Ich bin sehr privat, und mag das einfache Leben. Jetzt geht es ja ohnehin nicht anders, Mamma mia!

Sie haben den 2. Weltkrieg als Kind erlebt. Welche Spuren hat das hinterlassen?

Ich weiß, was Leid ist. Ich war acht, als der Krieg nach Italien kam. Ich weiß genau, wie man sich fühlt, wenn die Bomben fallen, wenn alles in Schutt und Asche liegt und man nie sicher sein kann, ob man das überlebt. Da war der Hunger, der nie endete. Richtiges Leben war unmöglich. Die Angst ist mir geblieben, ich fühle mich nie sicher, wenn ich weggehe. Irgendwie steckt da immer noch die Erinnerung an Neapel während des Weltkriegs in mir.

Viele italienische Regisseure wollen immer noch mit Ihnen drehen. Mit wem würden Sie heute noch arbeiten?

Am liebsten mit Edoardo Ponti. Er ist Italiener und sieht wie mein Sohn aus! Komisch. (lacht). Ich habe gerade einen tollen Film mit ihm gemacht – „Life Ahead“, der ab 13. November auf Netflix läuft.

Sie sitzen jetzt gerade neben Ihrem Sohn auf der Couch, und er hält Ihre Hand. Wie innig ist Ihre Verbindung?

Das ist ein Geheimnis, das nur Mütter und Söhne verstehen. Und vergessen wir nicht, ich habe ja noch einen zweiten Sohn, Carlo (51, Dirigent des San Bernardino Symphonie Orchesters in Kalifornien). Beide sind mein ganzer Stolz und mein Leben. Ich schätze mich extrem glücklich, dass sie so stark in meinem Leben sind. Ich habe zwei Hände, weil ich zwei Söhne habe.

Edoardo Ponti: Ich muss auch sagen, dass meine Mutter, obwohl sie ihr Leben lang sehr viel gearbeitet hat, immer Zeit für uns fand. Sie sorgte stets dafür, dass wir sie nicht vermissten und wir das Wichtigste für sie sind. Beruflich kann ich nur sagen, dass sie eine wunderbare Schauspielerin ist. Sie macht alles aus der Intuition heraus.

Sophia Loren: Wir haben eine Geheimsprache. Wenn er mir Regieanweisungen gibt, dann muss er mich nicht einmal anschauen, und ich weiß genau, was er meint. Oder er macht eine Handbewegung, und ich verstehe in der Sekunde, was er will. Wir haben ja auch während der Dreharbeiten zusammengewohnt. Das hat bedeutet, dass die Arbeit nie aufhörte. Da muss man ein-ander schon sehr lieben, dass so etwas funktioniert.

Was treibt Sie heute noch an?

Meine Arbeit. Gute Filme. Gute Geschichten. Mein Friede. Und meine Familie. Meine Söhne sind mein Herz.

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