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Stars
01/18/2021

Vom Tischler zum Weltstar: Kevin Costner wird 66

Der US-Schauspieler erzählt, wie er die Corona-Pandemie erlebt, von Tagen mit leeren Taschen und seinem letzten Treffen mit Sean Connery.

von Elisabeth Sereda

Er gilt als „Hollywoods Cowboy“, weil er in vielen seiner Filme und TV-Serien die harten Männer des Weste(r)ns mimte. Manchmal wirkt er wie ein Star aus einer lang verklungenen Ära. Privat ist er siebenfacher Vater. Seine drei Kinder Annie, Lily und Joe aus erster Ehe mit Cindy Costner sind längst erwachsen, die Nachzügler Cayden (13), Hayes (11) und Grace (10) leben mit ihm und ihrer Mutter, Ex-Model und Handtaschen-Designerin Christine Baumgartner (46) in der Reichenenklave Montecito (nahe Santa Barbara/Kalifornien).

Ein weiterer Sohn, Liam (24), aus der Kurz-Liaison mit der Pittsburgh-Steelers-Erbin Bridget Rooney hat ebenfalls Schauspiel-Ambitionen. Weltstar Kevin Costner wird morgen, Montag, 66. Im KURIER spricht er über seine Großfamilie, frühe Geldnöte und sein ewiges Idol Sean Connery.

KURIER: Sie spielen oft den einsamen Kämpfer, der sich mit Mensch und Natur anlegt. Könnten Sie sich privat in der Wildnis behaupten?

Kevin Costner: Als Mann tut man oft so, als hätte man alles im Griff und total unter Kontrolle. Das ist natürlich nicht so. Ich erinnere mich nur an diesen Roadtrip mit der Familie, wo mir allein schon der Wohnwagen überlegen war. Das war so ein riesiges Ding, mit dem ich mich null auskannte. Viel zu groß, ich wusste nicht einmal, wie ich es einparken sollte. Meine Frau und die Kids haben nicht mitbekommen, wie sehr ich schwitzte, weil ich natürlich meine Unfähigkeit verbergen wollte. Das Monster war so hoch, dass ich es nicht unter das Parkschild brachte.

Wie erklären Sie Ihren Kindern die Welt von heute?

Wir halten die Politik von ihnen fern, aber wir lassen sie schon lesen und anschauen, was die Wissenschaftler sagen und wir folgen dem, was die Ärzte sagen, nicht die Politiker. Wir müssen ihnen erklären, warum sie ihre Großeltern nicht sehen können, dass es derzeit nicht besser wird, aber dass wir irgendwann wieder zu einer Normalität zurückkehren, wie auch immer sie aussieht. Das Wichtigste ist, dass sie wissen, dass wir sie lieben, sie beschützen und für sie da sind.

Waren Sie je wirklich arm?

Ja, natürlich. Und wie! Ich war als junger Mann frisch verheiratet und arbeitete als Tischler. Meine Frau ging noch auf die Uni. Ich kann mich gut erinnern, wie ich auf den Plafond starrte und mich fragte, ob je was aus mir werden würde. Ich hatte einen College-Abschluss, aber ich baute Möbel und Hauswände für ein paar reiche Leute und auch einige Stars. Damals verdiente ich bei 18 Stunden Arbeit pro Tag – wenn’s hochkam – 100 Dollar. Wir hatten noch 56 Dollar auf dem Konto und ich sagte zu meiner Frau: ,Das ist es, jetzt werde ich Schauspieler.‘ Ich hatte ja keine Ahnung, dass es sieben Jahre dauern würde, bis ich eine Rolle bekam. Ich verdiente mein Geld als Bühnenmanager. Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich das erreicht habe, was ich heute bin, aber ich erinnere mich noch sehr gut an ganz düstere Tage.

Sie haben zu Beginn der Karriere mit jemandem gearbeitet, der damals schon längst eine Legende war – mit dem kürzlich mit 90 verstorbenen Sean Connery. Welche Erinnerungen haben Sie an ihn?

Er war der größte Star, mit dem ich je arbeiten durfte (in „The Untouchables“, 1987). So gut ausgebildet, als Mann völlig natürlich und ohne Allüren – und vor allem tolerierte er sie auch nicht bei anderen. Er war oft barsch und kurz angebunden. Aber nicht bei mir, auf mich ist er immer eingegangen. Häufig hat er mich eingeweiht, wenn er Probleme mit einem Drehbuch oder mit den Produzenten hatte. Er konnte sehr cholerisch sein, aber er überlegte immer sehr lang, ehe er sich in einen Vulkan verwandelte. Unsere Unfähigkeit, ihn von der Rolle als Bond zu unterscheiden, ließ ihn kalt. Er war immun gegen alle Kritiker, weil ihn die Leute liebten. Vor ein paar Jahren traf ich ihn zufällig auf den Bahamas. Wir hatten eine lange Szene, in der wir beide stehen sollte – er setzte sich sofort hin und griff nach einer Zeitung. Er wusste, er würde sonst den ganzen Tag stehen, bis die Szene im Kasten war. In einer Drehpause zwinkerte er mir zu: „Ich weiß gar nicht, was Ihr alle habt, ich bin nicht müde.“ Er war schon etwas gebrechlich. Ich verabschiedete mich mit einer Umarmung, ging ein paar Schritte davon, kam zurück und umarmte ihn nochmals. Das war das letzte Mal, dass ich den „Mann, der König sein wollte“ – und der er auch war – gesehen habe.

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