Stephen Baldwin verrät, warum er Hollywood Rücken kehrte: „Wollte nicht Tom Cruise sein“
Stephen Baldwin
In den 1990ern war Stephen Baldwin ein bekannter Name, nachdem ihm 1995 mit dem Film „Die üblichen Verdächtigen“ der Durchbruch gelang. Obwohl er auf dem besten Weg war, ein großer Star zu werden, zog er sich Anfang der 2000er Jahre aus dem Mainstream-Hollywood zurück. Er konzentrierte sich fortan auf Projekte mit religiösem Bezug, seine Gemeindearbeit und Reality-TV. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 bezeichnet sich der Bruder von Alec Balwin als sogenannter „born-again Christian“.
Ein sogenannter „neu geborener Christ“ ist ein Gläubiger, der eine geistliche Wiedergeburt erlebt, sich von der Sünde abgewandt und Jesus Christus als seinen persönlichen Erlöser angenommen habe.
Baldwins Übergang zu Low-Budget- und sogenannten „B-Movies“ wurde maßgeblich durch seine Konversion zum Christentum geprägt. Diesbezüglich kann man seine Karriere durchaus als produktiv bezeichnen. Stephen Baldwin war über 100 unabhängigen und B-Movies zu sehen.
Nun sprach der Schauspieler in einem seltenen Interview über seine Beweggründe, dem Glamour Hollywoods den Rücken zu kehren.
Stephen Baldwin: „Bin lieber ein ganz normaler Typ“
Im Gespräch mit People erzählte Stephen Baldwin über seine Möglichkeit, die Karriereleiter in der Filmfabrik emporzusteigen: „Ich hätte mich wahrscheinlich selbst in die Richtung entwickeln können, ein großer Star zu werden. Aber das war nicht ich. Ich wollte nicht Tom Cruise sein und 100 Millionen Dollar an den Kinokassen einspielen müssen. Ich bin lieber ein ganz normaler Typ aus Massapequa (New York).“
Er habe sich deswegen auch nach dem Erfolg von „Die üblichen Verdächtigen“ für den Glauben und den kirchlichen Dienst entschieden, anstatt nach Ruhm in Hollywood zu streben.
„Ich bin glücklich, wo ich mit 60 Jahren jetzt bin. Ich bin so gesegnet. Und ich glaube fest daran, dass das Beste noch vor mir liegt“, fügte der Filmstar hinzu.
Mit seiner Ehefrau, der brasilianischen Grafikdesignerin Kennya Baldwin (geb. Deodato), mit der er seit 1990 verheiratet ist, führt Baldwin ein zurückgezogenes Leben im New Yorker Ort Nyack. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor: Hailey, die inzwischen mit Justin Bieber verheiratet ist, und Alaia. Beide arbeiten als Models.
Wie Stephen Baldwin zum Glauben kam
Im People-Interview verriet Baldwin, wie er zur Religion fand, nachdem eine Haushälterin ihm und seiner Frau prophezeit hatte, dass sie Christen werden und ein geistiges Amt bekleiden würden.
„Nach der Geburt unserer Tochter Alaia engagierte meine Frau eine Brasilianerin namens Augusta, die zu uns kommen und bei uns wohnen und arbeiten sollte“, erzählte der Schauspieler. „Sie sprach kein Englisch und unterhielt sich nur mit meiner Frau, die Brasilianerin ist, auf Portugiesisch. Eines Tages unterhielten sich Kennya und Augusta, und sie sagte: ‚Ich finde es komisch, dass ihr glaubt, ich sei hier, um euer Haus zu putzen.‘“
So erfuhr das Ehepaar, dass die Haushälterin in ihrer Gemeinde in Brasilien eine prophetische Vision gehabt hatte, als sie die Anzeige sah, in der Amerikaner eine Aushilfe für den Haushalt suchten.
„Meine Frau sagte zu mir: ‚Ich habe gerade mit Augusta gesprochen, und sie meinte, der wahre Grund, warum sie hier ist, sei, dass Gott zu ihr gesprochen habe. Sie sagte, wir beide würden in Zukunft neu geborene Christen werden und unseren eigenen Dienst absolvieren‘“, erinnerte sich Baldwin. Er selbst sei anfangs skeptisch gewesen: „Es war einfach absurd.“
Doch die Vorahnung der Haushaltshilfe sollte sich bewahrheiten. Nach der Geburt ihrer Tochter Hailey zog die Familie nach New York, und Baldwin besuchte mit seiner Schwester Beth, die bereits eine sogenannte neu geborene Christin war, eine evangelikale Veranstaltung in Syracuse. So kam er nach und nach mit der evangelischen Glaubensgemeinschaft in Berührung.
Unter anderem besuchte er ein evangelikales Festival in Fort Lauderdale und war dort von einem Skateboard-Missionsprojekt fasziniert.
„Ich fühlte mich berufen“, erzählte er. Baldwin entschied sich, ein Skatevideo mit christlicher Botschaft zu produzieren, das christliche Punkrock-Musik mit der Skate-Kultur verband.
So entstand das christliche Skateboard-Video „Livin It“.
„In den ersten sechs Monaten hatten wir 10.000 Exemplare verteilt. Dann rief eine der größeren Kirchen an und fragte, was es kosten würde, die Skater aus dem Video für eine Live-Veranstaltung in ihre Kirche einzuladen. Da verließ ich Hollywood“, erzählte der Schauspieler, der sich daraufhin mit dem Skate-Projekt auf Torunee begab.
„Ich besuchte in vier Jahren 125 Kirchen“, sagte er. Schließlich machte er seinen Dienst im Namen Christus“ zu seiner Lebensaufgabe. „Jesus und der Heilige Geist haben mich fasziniert“, so Baldwin über seine Entscheidung, zum Christentum zu konvertieren.
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