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Country-Ikone Shania Twain: "Wurde als Kind missbraucht"

Im Interview mit "The Times" erzählte Twain von ihrer Kindheit, die von Gewalt und Missbrauch geprägt war.
Die Sängerin Shania Twain lächelt in die Kamera.

Die weltbekannte Country-Sängerin Shania Twain sorgt mit ihrem aktuellen Interview mit The Times für Schlagzeilen – und für Entsetzen. Offen wie nie erzählte sie über ihre schlimme Kindheit, die von Missbrauch und Gewalt geprägt und somit ein einziger Überlebenskampf war.

Twain wollte "aus meiner eigenen Haut schlüpfen"

Twain, die heute als eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der Welt gilt, wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Kanada auf. Gemeinsam mit ihren vier Geschwistern lebte sie bei ihrer Mutter Sharon und ihrem Stiefvater Jerry, ein Mann, der durch seine Gewalttätigkeit das Leben der Familie überschattete. 

Als Twain in der Pubertät war, wurde sie Opfer sexuellen Missbrauchs ihres Stiefvaters. "Es geht eigentlich darum, dass ich als Kind missbraucht wurde", so die Sängerin. "Mein Stiefvater hat mich obenrum begrapscht und mich dazu gezwungen, ohne Oberteil herumzulaufen, und ich war schon in der Pubertät. Dieses peinliche, schreckliche Gefühl, aus meiner eigenen Haut schlüpfen zu wollen." 

Ihre Erfahrungen führten dazu, dass sie später freizügige Album-Cover als Ausdruck ihrer Verarbeitung wählte – eine Art, die Kontrolle über ihren eigenen Körper und ihre Identität zurückzugewinnen.

Stiefvater: Gewalt gegen Twains Mutter

Bereits im Alter von elf Jahren musste Twain grausame Szenen miterleben, unter anderem, wie Jerry ihre Mutter bewusstlos schlug und ihren Kopf wiederholt in die Toilette drückte. Diese Ereignisse hinterließen tiefe Spuren in ihr: "Es gab viele Momente, in denen mir klar wurde, dass ich mich auf keinen Fall jemals auf eine gewalttätige Beziehung einlassen würde," so Twain gegenüber The Times.

Twain beschreibt, wie sie begann, den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen. "Ich war bereits dabei, mir meinen eigenen Schutzschild und mein Selbstvertrauen aufzubauen, um mich selbst zu verteidigen." Und weiter: "Ich sah eine Mutter, die das für sich selbst nicht tat, und ich wollte nicht so werden wie meine Mutter. Ich versuchte, sie zu beschützen, sie tat mir leid, aber das Einzige, was ich wirklich tun konnte, war, diesen Kreislauf selbst zu durchbrechen," erklärte sie. Ihre Kindheit war geprägt von der Schwierigkeit, die Rolle ihrer Mutter zu verstehen und gleichzeitig den eigenen Weg zu finden.

Am 1. November 1987 starben ihre Mutter, die unter Depressionen litt, und ihr Stiefvater bei einem Autounfall. Twain war damals 21 und musste sich alleine um ihre jüngeren Geschwister kümmern.

Twain quälte ihren Körper, um dünner zu sein

Heute, mit 60 Jahren, zeigt sich Shania Twain als eine Frau, die nicht nur ihre Vergangenheit verarbeitet, sondern auch ein neues Kapitel aufgeschlagen hat. "Es ist an der Zeit, mich so zu lieben, wie ich bin, das voll und ganz anzunehmen und mich dafür weder zu schämen noch zu genieren. Das bin ich," betonte sie gegenüber der Times.

Im Interview sprach sie außerdem darüber, wie sich die Beziehung zu ihrem Körper im Laufe der Zeit gewandelt hat. Es gab eine Zeit, da war diese von tiefem Hass geprägt. "Ich habe aufgehört, mich im Spiegel anzusehen. Ich hasste meinen Körper", erzählte Twain. "Ich dachte nur: 'Oh, ich kann diesen sich verändernden Körper nicht mehr ertragen.' Aber das war so ungesund. Wer kann sich denn nicht mehr im Spiegel ansehen?"

Twain gab zu, früher "sehr ungesunde Dinge“ getan zu haben, um "dünner zu sein". Dies habe letztendlich zu Unterernährung geführt. 

Nun aber habe sie endlich gelernt, ihren Körper zu lieben. "Jetzt denke ich: 'Her mit den Spiegeln, ich werde mich den ganzen Tag selbst anschauen!'", sagte sie lachend im Interview. Diese veränderte Sichtweise habe sie größtenteils den Wechseljahren zu verdanken, so Twain. "Die Wechseljahre waren sehr gut für mich, weil ich gelernt habe, dass man manche Dinge nicht kontrollieren kann."

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