Schattenseiten eines Kultfilms: Mia Saras bittere Beichte über „Ferris macht blau“
Mia Sara als Sloane Peterson neben Matthew Broderick und Alan Ruck in einer Cabrio-Szene aus „Ferris macht blau“.
Die Highschool-Komödie „Ferris macht blau“ aus dem Jahr 1986 hat schon längst Kultstatus. Der Film zählt neben Streifen wie „The Breakfast Club“ und „Das darf man nur als Erwachsener“ zum cineastischen Nachlass des verstorbenen Regisseurs John Hughes.
Doch während die Hauptdarsteller Matthew Broderick und Alan Ruck beispielsweise mit nostalgischer Wehmut an die Dreharbeiten zurückblicken und sogar scherzhaft die Idee einer Fortsetzung mit den gealterten Versionen der besten Freunde Ferris Bueller und Cameron Frye in Erwägung ziehen, würde ein solches Projekt wohl ohne ihre ehemalige Kollegin Mia Sara stattfinden.
Mia Sara über Missstände am „Ferris macht blau“-Set
Sara, die in der Komödie Ferris' Freundin Sloane Peterson spielte, hat in der Vergangenheit wiederholt darüber gesprochen, dass ihre Erfahrungen bei den Dreharbeiten nicht gerade optimal waren.
In einem Interview mit der Zeitung Times im Juni 2026 verriet Sara etwa, ein eher distanziertes Verhältnis zu Filmemacher Hughes gehabt zu haben.
„Ich gebe nicht oft Interviews, weil die Dreharbeiten zu ‚Ferris macht blau‘ keine besonders schöne Erfahrung für mich waren. Aber ich bin mir sehr bewusst, wie wertvoll dieser Film ist, und ich möchte die Leute nicht enttäuschen. Ich kam aber nicht gut mit John zurecht“, erzählte die heute 59-Jährige. „John war ein seltsamer Typ“, fuhr sie fort, bevor sie sich an eine bestimmte Situation erinnerte: „Er wollte, dass wir alle zusammen etwas unternehmen und uns die Filme der Nouvelle Vague zeigen. Aber die anderen waren erfahrene Schauspieler, und ich war ein hochnäsiges New Yorker Mädchen und kannte all diese Filme schon.“ Das habe ihn frustriert.
„Mir fehlte die emotionale Reife, um mit dem Ego anderer oder meinem eigenen umzugehen“, gab Sara, die 1985 mit 17 Jahren in dem Fantasy-Film „Legende“ in der Hauptrolle der Prinzessin Lilly neben Tom Cruise ihr Schauspiel-Debüt hatte, zu, ohne weitere Details über die Konflikte am Set zu nennen.
„Ich habe mich unwohl gefühlt“
Das Times-Interview war nicht das erste, in dem Sara darüber sprach, dass sich ihr junges Alter negativ auf ihre Erfahrungen bei „Ferris macht blau“ ausgewirkt hatte. Während der Dreharbeiten war sie etwa 18 Jahre jung - während ihre männlichen Co-Stars wesentlich älter waren. Broderick war Anfang 20. Ruck verkörperte mit knapp 30 Jahren einen Highschool-Schüler. Was offenbar zu Schwierigkeiten führte.
„Ich glaube, ich habe es nicht besonders gut gemacht. Ich habe mich unwohl gefühlt“, erinnerte sie sich in einem Interview mit Yahoo! Life an ihre Zeit am Set. „Ich war noch nicht reif genug, um das Beste daraus zu machen.“
„Ich hatte keine besonders schöne Zeit bei dem Film, weil ich mich in der peinlichsten Phase meiner Pubertät befand“, gestand Sara. „Ich war jünger als die anderen Hauptdarsteller, und sie waren alle viel erfahrener als ich. Und das merkte man mir an. Wenn ich zurückblicke, ist es mir ziemlich peinlich.“
So sieht Mia Sara heute aus:
Mia Sara
Was bisher wohl auch viele nicht wussten: Gegenüber der Times gab Sara an, dass sie „riesig in ihren Co-Star Matthew Broderick verknallt“ war. Doch der war zu sehr mit seiner heimlichen Affäre mit der Schauspielerin Jennifer Grey beschäftigt, die seine Schwester spielte. „Ja, ich hatte keine Chance!“, kommentierte Sara die Lage. „Es war absolut unerwidert.“
Zehnjährige Schauspielpause
Im Interview mit Yahoo! Life räumte sie zudem ein, dass sie auch mit dem Ruhm, der mit der Kult-Komödie einherging, zuweilen zu hadern hatte. Nach „Ferris macht blau“ hatte Sara zwar zahlreiche Film- und Fernsehrollen, darunter im Jahr 1994 an der Seite von Jean-Claude Van Damme in dem Film „Timecop“. Von einer konstanten Karriere kann aber nicht die Rede sein. Sara hat sich immer wieder vorübergehend aus Hollywood zurückgezogen. Ab 2013 legte sie eine rund zehnjährige Schauspielpause ein, die sie schließlich 2024 mit ihrer Hauptrolle in „The Life of Chuck“ beendete.
Der Druck, der mit dem Aufrechterhalten einer Karriere in Hollywood einherging, habe sie sie dazu veranlasst, die Branche zu verlassen und sich anderen kreativen Tätigkeiten zuzuwenden, erzählte Sara der Times. „Ich hatte nie wirklich die nötige Resilienz, um mit dem Castingprozess umzugehen“, gestand die Schauspielerin, räumte aber ein: „Es gibt einige Dinge in meiner Karriere, auf die ich wirklich stolz bin, [...] insgesamt war es keine glückliche Karriere für mich.“
Privat hatte Ferris' Film-Freundin 1996 Jason Connery, Sohn von Sean Connery, geheiratet. Das Paar hatte sich bei den Dreharbeiten zu „The Palmer Files: Der Rote Tod“ kennengelernt. Aus der Ehe, die 2002 geschieden wurde, ging ein gemeinsamer Sohn hervor. Mit Brian Henson, dem Sohn von Jim Henson, hat Sara zudem eine Tochter.
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