Ruby: Skandale finden woanders statt

Irgendwie witzig: Da lädt Lugner zum Opernball ein Skandalmädchen ein. Und dann kommt der bravste Gast, den er je hatte. Mit Video.

Während in Rom die italienische Politik mit allem Druck versucht, den Sex-Prozess gegen Ministerpräsident Silvio Berlusconi zu stoppen, saß der Stein des Anstoßes in einem Einkaufszentrum am Gürtel. Und was diese Ruby von sich gab, passte so gar nicht zu den Aufregungen, die ihr Kommen auslöste. "Ich bin ein ganz normales Mädchen, das nicht das Glück hatte, behütet in einer Familie aufzuwachsen, und musste deshalb schnell reifer werden." (Wenn Sie  weiter hinunter scrollen, finden Sie den direkten Link zum Video.) "Ich bin keine Nobelpreisträgerin und ich bin auch keine besonders begabte Schauspielerin, ich weiß natürlich, dass ich nur wegen des Skandals bekannt bin." Das klingt doch recht zahm. Und so gelang Lugner auch diesmal ein großer Coup, oder sagen wir: passierte ihm. Denn Ruby entpuppt sich als undivenhaftes Wesen, als demütiger Besuch. Und straft damit des Baumeisters Gegner ab. Sogar ihre Vergangenheit als Escort-Mädchen bestreitet sie beharrlich: "Es gibt keinen einzigen Beweis, dass ich für solche Dinge bezahlt worden bin." Der Rummel um ihre Person sei ihr auch nicht geheuer. Und dann folgt die feinste aller Klingen: "Die Menschen sollen mich einmal kennenlernen und sich dann ein Urteil bilden." Ja klar, Walzer müsse sie erst lernen, denn: "Ich kann nur Bauchtanzen."
Sogar ein paar Worte für Rom hat sie über: "Ich möchte betonen, dass ich kein Opfer bin. Ich habe von Berlusconi nur Gutes erfahren", meinte sie. "Es wird einen Prozess geben und ich hoffe, dass im Laufe dieses Prozesses die Wahrheit ans Tageslicht kommt", sagte Ruby. Und auch wenn Ruby die Opernballchefin  Desiree Treichl-Stürgkh gar nicht persönlich kennt, klingt der nächste Satz wie eine Parodie: "Ich will sehr bald meinen Verlobten heiraten und eine Hausfrau werden. Das Showbusiness interessiert mich überhaupt nicht. Eigentlich will ich wieder die alte Ruby sein und mit meinen Freundinnen eine Pizza essen gehen."
Und ein bisschen blieb es wieder dem Baumeister, für die Peinlichkeit zu sorgen, als er ungefragt meinte: "Ich habe nicht vor, mit der Ruby etwas zu tun, was nur der Katzi zusteht."
Aber selbst das konnte er schon peinlicher. "Mörtel" muss sich jedoch noch um seinen anderen Stargast kümmern: Bei dem Trubel der vergangenen Tage rund um  Ruby geriet der amerikanische Schauspieler Larry Hagman fast in Vergessenheit. Auch der ehemalige "Dallas"-Fiesling wird in der Loge des Baumeisters Platz nehmen. "Ich freue mich schon auf den Opernball", erklärte Hagman brav. Damit einem perfekten Auftritt nichts im Weg steht, stand für den Amerikaner Mittwochabend in Wien eine Frack-Anprobe am Programm.

"Es sieht wundervoll aus. Ich könnte das die ganze Zeit tragen", erklärte Hagman, nachdem er den Frack von Schneider Peppino Teuschler zum ersten Mal angezogen hat. Ob er morgen auf seinen typischen Cowboy-Hut verzichten wird, überlegt der Schauspieler noch. "Sonst erkennen mich die Leute ja nicht", scherzte er und probierte doch noch einen Zylinder. Zurück zu Richard Lugners Skandal-Opernballgast Ruby Rubacuori, welche Dienstag Nachmittag mit einem Privatjet in Wien ankam. Lugner holte die Herzensbrecherin persönlich in Genua ab und flog mit ihr gemeinsam zurück nach Wien. Drei weiße Stretchlimousinen mietete der Baumeister um die 18-Jährige und ihre Begleiterin vom Flughafen abzuholen. Die Autos sollten Fotografen und Kamerateams Schnappschüsse erschweren, doch bis auf einzelne Journalisten hatten sich kaum Medienvertreter am Flughafen eingefunden. Im Hotel angekommen sagte die Marokkanerin nur brav: "Ich bin aufgeregt in Wien zu sein". Mehr war Ruby nicht zu entlocken und sie verschwand, von Securitys umgeben, in ihre Hotelsuite. "Mörtel" ist jedenfalls ganz begeistert von der brünetten Italienerin: "Sie ist absolut nett und gescheit". Der restliche Tag verlief für das marokkanische Escort-Girl noch ruhig, die ersten Termine wurden für Mittwoch geplant. Dort erst musste sich Karima el Marough, so Rubys bürgerlicher Name, der Presse und ihren Fans stellen. Dem Baumeister war es ein Anliegen, "keine Schande über den Opernball zu bringen". Er wolle keine Konkurrenz zu den anderen Opernballgästen sein. Daher die Entscheidung, Ruby erst am Mittwoch in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Diese ungewohnte Zurückhaltung Lugners könnte aus der heftigen Reaktion von Opernball-Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh auf seinen heurigen Gast resultieren. Treichl-Stürgkh ist über Rubys Besuch entsetzt: "Das ist die größte Peinlichkeit, die Herr Lugner jemals gemacht hat. Es ist traurig, beschämend und pietätlos." Sie erwägt sogar, dem Baumeister künftig keine Loge mehr zu geben. Aber trotz des Unmutes der Ballmutter kommt Ruby. Die Ballrobe für Lugners Escort-Girl stammt von der österreichischen Designerin Niko Fechter, bei der sie sich ab 17 Uhr zur Kleiderprobe in Wien-Döbling einfinden wird. Ruby sollte laut Lugner von ihrem Verlobten Luca Risso zum Ball begleitet werden. Doch dieser sagte kurzfristig wegen geschäftlicher Termine ab. Die beiden wollen in wenigen Wochen in Genua vor den Traualtar treten. Gerüchte, dass die Marokkanerin den 42-Jährigen Discobesitzer heiratet, um die italienische Staatsbürgerschaft zu erlangen, bestritt sie bisher. Auch vor dem Opernball gibt es für die 18-jährige Ruby noch ein aufregendes Programm. Per Hubschrauber flog der Lugner-Clan am Dienstag mit seinen Gästen zum Fischrestaurant Luigi nach Köttlach in Niederösterreich. Um 18.30 Uhr wird sich die illustre Runde im Foyer eines - noch streng geheimen - Hotels in ihrer Ballgarderobe zeigen. Ruby freut sich laut Lugner schon sehr auf den Ball. Ein Statement, das vor dem Ereignis noch jeder Gast von sich gab, denn mit dem Gedränge und dem Rummel in der aufgeheizten Oper rechneten die wenigsten. "Ach, die ist das gewohnt aus Italien. Die hält das aus", so Lugner.
(KURIER.at, apa / big, lyk) Erstellt am
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