Adelsexpertin: Grund, warum Charles und Vater Philip "einander nie ganz vertrauten"
Prinz Philip, Queen Elizabeth II. und Charles
Prinz Philip soll zu seinen vier Kindern ein unterkühltes Verhältnis gehabt haben. Seine einzige Tochter, Prinzessin Anne, genoss angeblich eine besondere Stellung bei ihm - die heute 75-Jährige galt als Philips Lieblingskind. So wie sie hätte er sich angeblich auch seine Söhne gewünscht: pflichtbewusst und unerschrocken. Gerade die Beziehung zwischen Philip und seinem Erstgeborenen Charles soll eine gewisse Zeit lang angespannt gewesen sein.
"Charles und sein Vater waren so gegensätzlich"
Die britische Adelsexpertin Ingrid Seward untermauert diese Erzählung. In ihrem Buch "My Mother and I" schreibt sie dem Magazin Marie Claire zufolge von unterschiedlichen Persönlichkeiten: "Charles und sein Vater waren so gegensätzlich, dass sie einander nie ganz vertraut haben." Philip sei in einer Welt aufgewachsen, die fast ausschließlich von Männern bestimmt wurde.
"Und Charles wuchs in einer Welt auf, die fast ausschließlich von Frauen bestimmt wurde." Charles habe laut Seward versucht, seinem Vater zu gefallen, bewirkte damit aber "das Gegenteil". Philip sei bekannt gewesen, die Beherrschung zu verlieren und beim Polospiel einst besonders hart mit Charles ins Gericht gegangen, wenn dieser einen Fehler machte. "Für die anderen Spieler war es besonders peinlich, mit anzuhören, wie er seinen Sohn beschimpfte und anschrie." Seward Marie Claire zufolge: "Leider war Prinz Philip nie in der Lage, mit Charles so zu kommunizieren, wie er es mit Gott konnte." Beide seien es nicht gewohnt gewesen, über ihre Gefühle zu sprechen. "Charles liebte seinen Vater, aber ich bin mir nicht sicher, ob er ihn jemals mochte."
Auch laut Autor Gyles Brandreth, der auch als langjähriger Freund des verstorbenen Prinzgemahls Philip gilt, verband das Vater-Sohn-Gespann in den 1980er- und 1990er-Jahren, als sich Charles' und Prinzessin Dianas Ehe dem Ende zuneigte, gar eine gegenseitige Abneigung. Philip soll demnach "keinen oder kaum einen Versuch gemacht haben, die Verachtung für seinen Sohn zu verbergen", so Brandreth. Er sei eben der Meinung gewesen, dass seinem ältesten Sohn bestimmte Eigenschaften fehlten, und stellte laut Royal-Experten Brandreth sogar Charles' Eignung als König infrage. "Der Herzog machte den Eindruck, dass er sich gewünscht hätte, dass sein Sohn robuster und weniger exzentrisch wäre", zitiert die britische Zeitung Daily Express einmal aus Brandreths Biografie "Philip: The Final Portrait".
Anne, der Sohn, den sich Philip immer gewünscht hatte
In der Vergangenheit hatten Biografen Charles pragmatische, zupackende Schwester Anne gern als den Sohn, den Prinz Philip sich immer gewünscht habe, beschrieben. Im Unterschied zu Charles hat Anne sich nie über ihre Kindheit beschwert. Während Charles vor seinem Biografen einst zugab, er habe darunter gelitten, dass seine Mutter kaum Zeit gehabt habe, gab sich Anne weniger weinerlich: "Ich denke einfach, es gibt nicht den geringsten Beweis dafür, dass sie keine sorgende Mutter war." Schlussendlich sollen sich die Gefühle von Charles und Philip füreinander aber "komplett geändert haben". Die Geschichte habe ein "Happy End" gehabt, obwohl es "dunkle Zeiten" gegeben habe, so Brandreth. Während der Trauerfeier für seinen Vater wirkte Charles besonders ergriffen. Im Trauerzug ging er direkt hinter dem Sarg und kämpfte augenscheinlich mit den Tränen. Auch während des Gottesdienstes wirkte er besonders berührt.
Prinz Philip war am 9. April 2021 mit 99 Jahren gestorben, rund zwei Monate vor seinem 100. Geburtstag. Er galt als fleißiger Royal und ging erst im Alter von 96 Jahren in den Ruhestand. Sein letzter offizieller Auftritt war bei einer Militärparade der Royal Marines im August 2017 vor dem Buckingham-Palast. Ein Hintertürchen hatte sich "Pensionist Philip" offengehalten, nämlich als gelegentlicher Begleiter von Elizabeth II. bei Terminen.
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