Finanzielle Talfahrt: Wie Harrys Traum von Leben in Freiheit schrittweise zerbricht
Prinz Harry und Herzogin Meghan
Es war eine hochemotionale Situation für Prinz Harry, als er vergangene Woche in London im Rahmen seiner Zivilklage gegen den Verlag der Boulevardzeitung Daily Mail in den Zeugenstand trat. "Angespannt, gereizt und tränenreich – so lässt sich Prinz Harrys zweistündige Aussage im Zeugenstand beschreiben", berichtete der britische Mirror.
Harrys emotionaler Kampf gegen Verletzung der Privatsphäre
Harry und andere Prominente, wie Popstar Elton John, werfen den Journalisten des Verlags vor, über Jahre illegale Recherchemethoden angewandt zu haben, um Schlagzeilen zu generieren. Unter anderem sollen Privatdetektive damit beauftragt worden sein, Telefongespräche und Mailbox-Nachrichten abzuhören, sogar Wanzen sollen zum Einsatz gekommen sein. Beim "Blagging" sollen sich Journalisten und deren Helfer unter Angabe einer falschen Identität Zugang zu persönlichen Daten wie Krankenakten und Bankauszügen verschafft haben. Der Verlag Associated Newspapers Limited (ANL) weist die Vorwürfe entschieden zurück.
Dass dies der Fall sein könnte, hat Harry nach eigenen Angaben jahrelang schwer belastet. Das habe Misstrauen erzeugt und "mich unvorstellbar in Verfolgungswahn getrieben und isoliert", so Harry, der die Verletzung seiner Privatsphäre durch die Presse als "widerlich" bezeichnete. Zudem habe die negative Berichterstattung über seine Frau Meghan ihr Leben zur Hölle gemacht (weitere Details zu Harrys Aussage im Zeugenstand lesen Sie hier).
Vor Gericht hatte der Herzog von Sussex auch seinen Groll darüber geäußert, in eine Institution hineingeboren worden zu sein, in der er sich nicht in der Lage sah, das, was in nationalen Zeitungen über ihn gesagt wurde, anzufechten. Er sagte, sein Leben in Amerika sei das, was sich seine Mutter, Prinzessin Diana, für ihn gewünscht hätte.
Finanzen schwinden - Harry ohne fixes Einkommen
Von einem glücklichen Neustart in den USA kann aber nicht die Rede sein. Die millionenschweren Verträge, die Harry und Meghan mit einigen der größten Hollywood-Unternehmen abgeschlossen hatten, sind größtenteils im Sande verlaufen. Auch die Wohltätigkeitsstiftung Archewell der Sussexes steht Berichten zufolge auf wackeligen Beinen.
Sein Leben in Freiheit kostete Prinz Harry seine Beziehung zu seinem Bruder William und seinem Vater König Charles III.. Ein weiterer Belastungs-Faktor ist, dass der 41-Jährige Royal zudem kein festes Einkommen habe – und, wie manche in seinem Umfeld laut Page Six sagen, keinen Sinn im Leben.
Adelsexperte Christopher Andersen stellt fest, dass Harry immer noch zwischen zwei Welten zerrissen sei. "Einerseits ist Harry in Kalifornien zufrieden", sagte Andersen vergangene Woche gegenüber Us Weekly, "andererseits muss er es aber bedauern, dass weder er noch seine Kinder an ihrem königlichen Erbe teilhaben können". Es würde Harry auch schmerzen, von familiären Anlässen der Königsfamilie ausgeschlossen zu sein.
Harry nach Aussage vor Gericht bei Sundance Film Festival
Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt seines Lebens, den Prinz Harry ungewollt aufgeben musste. So wurden Harry ein Jahr nach seinem Umzug in die USA seine militärischen Ehrentitel aberkannt. "Das war extrem schwierig, da das Militär ein wichtiger Teil seines Lebens war", erzählt ein Insider gegenüber Us Weekly, während die königliche Historikerin Marlene Koenig betont, dass es Harry in Montecito an Struktur fehle.
Dass sich der Herzog von Sussex nach seinem emotionalen Auftritt am Londoner High Court am Wochenende beim Sundance Film Festival in Utah zusammen mit Herzogin Meghan unter die Crème de la Crème Hollywoods mischte, hat den dramatischen Kontrast zwischen den beiden Welten, in denen sich Harry seit seinem Umzug nach Kalifornien bewegt, nur noch mehr verdeutlicht. Es war der erste gemeinsame Auftritt des Paares bei dem Film-Event - was selbstverständlich für Schlagzeilen sorgte.
Dem Rampenlicht entkommt der zweifache Vater also auch in den USA nicht. "Dass Harry nach der Anhörung – wo er um Privatsphäre bat – nur wenige Tage später zum Sundance Film Festival fährt, ist verrückt", zitiert Page Six eine Quelle aus Hollywood.
Ob er will oder nicht, dem Prinzen bleibt wohl nichts anderes übrig, als sich weiterhin auf dem High-Society-Parkett blicken zu lassen – und sich der Presse auszuliefern. Während es zuletzt Meghan war, die den Großteil des Einkommens einbrachte, wirkt Harry dabei jedoch etwas verloren.
Die New York Post erfuhr, dass das Geld der Sussexes rapide schwinde. Einer gut informierten Quelle zufolge habe das Paar Personal abbauen müssen – und der Druck auf Harry steigt. "Harry macht in Amerika nicht wirklich etwas", sagte die Quelle. "Er scheint noch sehr in der Vergangenheit zu hängen. Es gab Gerüchte, Harry wolle ein Unternehmen gründen, aber er und Meghan haben nicht gerade die beste Erfolgsbilanz."
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