Amber Heard bricht ihr Schweigen: Enthüllungen in neuer Doku über Prozess gegen Depp

Nahaufnahme von Amber Heard mit blonden Haaren und Bienenohrringen.
Amber Heard spricht in einer neuen Doku über ihre Rechtsstreitigkeiten mit Johnny Depp und die Folgen der öffentlichkeitswirksamen Verleumdungsprozesse.

Nach ihrem schlagzeilenträchtigen Prozess gegen ihren Ex-Mann Johnny Depp hat sich Amber Heard weitgehend aus dem Rampenlicht zurückgezogen. Wurde vor Gericht noch offen Schmutzwäsche gewaschen, hüllt sich die Schauspielerin seitdem in Schweigen. Im Dokumentarfilm "Silenced", der am 24. Jänner 2026 auf dem Sundance Film Festival gezeigt wurde, hat sie nun eine Ausnahme gemacht. Die Dokumentation setzt sich mit dem Missbrauch von Verleumdungsgesetzen gegen Überlebende von Missbrauch auseinander - und auch Heard hat darin einen Auftritt. 

Heard ging als Frau "Risiko" ein, als sie ihre Stimme erhob

"Wenn Frauen ihre Stimme erheben, versuchen mächtige Systeme, sie zu diskreditieren und zu bestrafen", heißt es in der Beschreibung des Dokumentarfilms laut People.

Heard äußert sich in der neuen Doku zu ihren Rechtsstreitigkeiten mit Johnny Depp und spricht mit Regisseurin Selina Miles über die Folgen der öffentlichkeitswirksamen Verleumdungsprozesse, mit denen sie und Depp konfrontiert waren. "Es geht hier nicht um mich", sagt Heard laut Variety in der Dokumentation. "Ich habe meine Stimme verloren. Ich bin nicht mehr da, um meine Geschichte zu erzählen. Ich will sie nicht erzählen. Ich will meine Stimme nicht mehr benutzen. Und das ist das Problem."

Auch Menschenrechtsanwältin Jennifer Robinson, die Heard bei Depps Klage gegen die britische Zeitung The Sun unterstützte, wirkt an der Dokumentation mit. Heard selbst sagt zu dem Sun-Prozess: "Ich erinnere mich, dass gegen Ende des Prozesses die Idee aufkam, mich an die Presse zu wenden. Robinson fragte mich, ob ich mir da sicher sei. [Ich dachte:] 'Wenn sie mich mit Gegenständen bewerfen, wird das nur noch deutlicher.' Mir war nicht bewusst, dass es für mich als Frau noch viel schlimmer kommen könnte, wenn ich meine Stimme erhebe."

Die gesamte Erfahrung sei für sie "isolierend" und "überfordernd" - angesichts des Mobbings, mit dem sie sich im Netz wegen des Prozesses zum Teil konfrontiert sah. 

Johnny Depp und Amber Heard hatten sich bei den Dreharbeiten zum Film "The Rum Diary" kennengelernt. Das Paar trennte sich 2016 nach 15 Monaten Ehe.

Prozess Depp vs. Heard wurde im Livestream übertragen

Nach der Scheidung klagte Depp das britische Boulevardblatt The Sun wegen eines Artikels, in dem behauptet wurde, er habe seine Ex-Frau körperlich misshandelt. Er klagte wegen Diffamierung, weil ihn das Blatt in dem Artikel aus dem Jahre 2018 als Ehefrauenschläger betitelte hatte. Der "Fluch der Karibik"-Star verlor 2020 vor einem britischen Gericht. Im Jahr 2022 verklagte Depp seine Ex-Frau wegen Verleumdung aufgrund eines 2018 erschienenen Meinungsartikels in der Washington Post, in dem Heard über häusliche Gewalt gesprochen hatte. Der Prozess begann im April 2022 in den USA und wurde per Livestream auf Youtube übertragen.

Die Schauspielerin hatte vor Gericht ausgesagt, sie habe Todesangst vor Depp gehabt: Er habe sie oft angeschrien, getreten und sogar gewürgt. Der Beschuldigte hatte wiederum behauptet, seine Ex-Frau sei selbst gewalttätig gewesen. Sein Anwalt nannte Heard zum Abschluss sogar eine "zwanghafte Lügnerin". Völlig unstrittig war im Prozess: Depp litt immer wieder unter seiner Drogen- und Alkoholsucht. Auch er selbst räumte das ein.

Nach einem sechswöchigen Verleumdungsprozess im US-Staat Virginia, in dem sich die früheren Eheleute häusliche Gewalt vorgeworfen hatten, stellte sich die Jury größtenteils auf die Seite Depps - gab aber auch Heard in einigen Punkten Recht. Wegen Verleumdung sollte die Schauspielerin Depp über zehn Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Depp wiederum schuldete ihr nach Entscheidung der Jury zwei Millionen Dollar für Aussagen seines Ex-Anwalts Adam Waldman, die Heards Ruf geschädigt haben sollen.

Im Dezember 2022 wurde bekannt, dass Heard auf ein Berufungsverfahren verzichtet. Sie habe die "sehr schwierige Entscheidung" getroffen, das Verfahren beizulegen, schrieb Heard damals auf Instagram. Sie habe "das Vertrauen in das amerikanische Rechtssystem verloren" und nicht die Kraft für einen weiteren Prozess, erklärte die Schauspielerin.

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