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Kurzfristige Entscheidung: Kronprinzessin Mette-Marit hat neue Lunge erhalten

Voraussetzung für die Aufnahme auf die Warteliste für eine Transplantation ist, dass ein Patient ohne eine neue Lunge nur noch etwa ein Jahr zu leben hätte.
Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen lächelt freundlich und winkt mit der Hand, während sie eine Nasenbrille zur Sauerstoffzufuhr trägt.

Die schwer kranke norwegische Kronprinzessin Mette-Marit hat eine neue Lunge bekommen. Das teilte das norwegische Königshaus mit. "Die Lungentransplantation ist so weit erfolgreich verlaufen", zitierte das norwegische Königshaus Abteilungsleiter Arnt Fiane vom Universitätskrankenhaus in Oslo.

Mehrere Wochen im Spital

Die Kronprinzessin werde jetzt für mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben müssen - erst bei ihrer Entlassung sei das nächste Update zu erwarten. Ihr Mann, Kronprinz Haakon, werde sein Programm in nächster Zeit weiter anpassen, um seiner Frau beistehen zu können.

Mette-Marit litt unter einer schweren Lungenfibrose - ihr war es in den vergangenen Monaten immer schlechter gegangen. Vor einigen Wochen hatte der Hof mitgeteilt, dass die Kronprinzessin auf die Warteliste für eine neue Lunge gesetzt worden war. Nun ging es anscheinend sehr schnell.

Kurzfristige Entscheidung über Eingriff

Spenderlungen sind rar, daher wird über solch einen Eingriff sehr kurzfristig entschieden. Bei einer Lungenfibrose bilden sich Narben im Lungengewebe, was Atemnot, Kurzatmigkeit und Husten verursachen kann. Die Krankheit gilt als nicht heilbar.

Voraussetzung für die Aufnahme auf die Warteliste für eine Transplantation ist, dass ein Patient oder eine Patientin ohne eine neue Lunge nur noch etwa ein Jahr zu leben hätte. Im Alltag benutzte Mette-Marit inzwischen ein Sauerstoffgerät. Laut der Stiftung Organspende warten in Norwegen derzeit etwa 600 Patientinnen und Patienten auf ein Spender-Organ.

In Norwegen gilt bei der Organspende grundsätzlich die Widerspruchslösung, das heißt, eine gestorbene Person wird automatisch zum Organspender oder zur Organspenderin, wenn sie zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen hat. Allerdings werden die Angehörigen stets mit in die Entscheidung einbezogen; diese können die Organentnahme ablehnen.

In Österreich 2,4 Monate Wartezeit

In Österreich betrug die mittlere Verweildauer auf der Warteliste bis zu einer Lungentransplantation im Vorjahr 2,4 Monate. Nur bei Lebertransplantationen ging es mit 1,8 Monaten schneller, wobei Betroffene jeweils als dringendere "High-Urgency-Fälle" eingestuft werden können. Fast 100 Patientinnen und Patienten kamen 2025 auf die Warteliste für eine Lungentransplantation. Davon wurden 69 Prozent noch im selben Kalenderjahr mit einem neuen Organ versorgt, ein Prozent starb auf der Warteliste stehend, geht aus dem kürzlich veröffentlichten Transplant-Jahresbericht der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) hervor.

Bei Lungentransplantationen weist Österreich im internationalen Vergleich eine hohe Frequenz gemessen an der Einwohnerzahl auf. Insgesamt wurden hierzulande im Vorjahr 104 Lungen transplantiert. 32 Personen standen mit Stichtag 31. Dezember 2025 auf der Warteliste für eine Lungentransplantation.

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