König Charles III. zieht sich mit Änderung Zorn traditioneller Christen zu
König Charles III.
Der britische König Charles III. hat sich den Zorn traditioneller Christen zugezogen. Im jährlichen Rechenschaftsbericht des Königshauses wird als königlicher Titel nicht mehr das jahrhundertealte „Verteidiger des Glaubens“ genutzt, sondern der eines „Beschützers für den Raum für Glauben in einer multireligiösen Nation“, wie britische Medien laut Kathpress berichten. Der König also als Schutzherr für die Glaubenden aller Religionen.
Anglikanischer Dissident sieht „Verrat am Glauben“
Ein prominenter anglikanischer Dissident bezeichnete das als „Verrat am Glauben“. Das Portal Christian Today zitiert Gavin Ashenden (72), einst Kaplan von Charles' Mutter Elizabeth II. (1952-2022), mit den Worten: „Was wie eine Anpassung seines Krönungsschwurs wirkt, ist tatsächlich ein Verrat an seinem Amt, an seinem christlichen Glauben und an dem seiner Untertanen.“ Ashenden hatte 2017 alle Ämter in der anglikanischen Kirche abgegeben und war Ende 2019 zur katholischen Kirche übergetreten.
Der Leiter der konservativ-evangelikalen Wohltätigkeitsorganisation Christian Institute, Ciarán Kelly, sagte der Zeitung The Guardian, das Christentum sei die Grundlage der Gesetze und Kultur der Nation - und nicht „irgendein multireligiöser Mischmasch“. König Charles III. betont bereits seit vielen Jahren, er wolle ein „Verteidiger des Glaubens“ in einem allgemeineren Sinn sein, nicht nur für die anglikanische Kirche von England. Noch bei seiner Krönung wählte er allerdings den althergebrachten Ausdruck.
„Defensor fidei“ geht auf Heinrich VIII. zurück
Der Titel „Verteidiger des Glaubens“ (Defensor fidei) wurde dem englischen König Heinrich VIII. im Jahr 1521 verliehen. Es war ein Dank von Papst Leo X., weil Heinrich damals den Papst und die katholische Glaubenslehre gegen die Kritik Martin Luthers verteidigt hatte. Nachdem Heinrich VIII. Jahre später mit der katholischen Kirche brach, wurde ihm der Titel zwar von päpstlicher Seite aberkannt. 1543 erhielt er ihn jedoch erneut - diesmal vom englischen Parlament mit der Aufgabe, den anglikanischen Glauben zu schützen.
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