Epstein in Haft – und Fergie bat um Hilfe bei Schuldenproblemen
Sarah Ferguson
Schon wieder gibt es neue Enthüllungen rund um den (E-Mail-)Kontakt zwischen Sarah Ferguson, der ehemaligen Herzogin von York, und dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Wie die BBC berichtet, geht aus E-Mails, die von der US-Justizbehörde veröffentlicht wurden, hervor, dass Ferguson Epstein um Rat bat, um ihre finanziellen Probleme zu bewältigen – und das zu einer Zeit, als dieser bereits eine Haftstrafe wegen der Anstiftung zur Prostitution Minderjähriger absaß.
Finanzielle Notlage und verzweifelte Maßnahmen
Im Jahr 2009 befand sich Ferguson demnach in einer finanziell schwierigen Lage. Nach ihrer Scheidung von Andrew Mountbatten-Windsor und dem Ende eines lukrativen Werbedeals mit Weight Watchers hatte sie angeblich Schulden in Höhe von sechs Millionen Pfund angehäuft. Laut den veröffentlichten E-Mails bezeichnete Ferguson ihre Situation als "zutiefst demütigend" und sie sei "vor Erschöpfung kurz vor dem Zusammenbruch". Zudem gestand sie: "Der Tod ist einfacher als das hier."
Mit der Hoffnung um Unterstützung wandte sie sich auch an Epstein, den sie in besagter E-Mail als "wahren Freund" bezeichnete. In derselben Nachricht bat sie ihn um Rat zu einem Angebot des britischen Milliardärs und Geschäftsmannes John Caudwell, der bereit war, zehn Millionen Pfund bereitzustellen – allerdings zu der Bedingung, lebenslang 50 Prozent ihrer Nettogewinne zu erhalten.
Ein Sprecher Caudwells bestätigte, dass es Gespräche über eine mögliche Unterstützung gegeben habe, betonte jedoch, dass diese nie zustande kam und er nichts von Fergusons Kontakt zu Epstein wusste.
Harte Worte über Fergie
Epstein, der kurz vor dem Ende seiner Haftstrafe stand, schien sich intensiv mit Fergusons finanzieller Situation zu befassen. In E-Mails mit dem Londoner Geschäftsmann David Stern, der ebenfalls enge Verbindungen zur königlichen Familie hatte, wird Ferguson häufig als "F" bezeichnet.
Stern scheint in den E-Mails Epstein als "Boss" zu bezeichnen und warnte davor, dass Ferguson, die sich zu dieser Zeit im Nahen Osten aufhielt, erneut von anderen ausgenutzt werden könnte. "Wahrscheinlich ist sie wieder einmal bei Leuten, die sie ausnutzen", schrieb Stern an Epstein.
In den E-Mails wird außerdem deutlich, wie abwertend Epstein und Stern über Ferguson sprachen. Epstein schrieb beispielsweise, man müsse "sehr hart" mit ihr sein, "wie mit einer Freundin, die betrogen hat". Stern leitete zudem eine lange E-Mail von Ferguson an Epstein weiter, in der die Herzogin ihre zahlreichen Projekte und Forderungen auflistete. Stern kommentierte dies mit: "Verschwenden Sie keine Zeit mit dem Lesen des Folgenden, scrollen Sie einfach durch, um einen Eindruck vom Chaos zu bekommen."
Rettungspläne und ungewöhnliche Vorschläge
Ferguson selbst zeigte sich in den E-Mails verzweifelt und unsicher. Sie schrieb unter anderem, dass sie dringend einen Geschäftsführer oder Manager brauche, der ihre Angelegenheiten regelt: "Es ist unerlässlich, dass ich einen CEO oder Manager einstelle, der sich um mein gesamtes Leben kümmert. Mit allen Schwierigkeiten und Problemen, all den kleinen, langweiligen Aufgaben, wie zum Beispiel die Abrechnung meiner Tantiemen aus all meinen Buchverträgen. Ich habe 26 Bücher geschrieben. Da müssen doch Einnahmen vorhanden sein."
Und weiter schrieb sie: "Ich weiß, wir müssen nicht in Konkurs gehen, da die Einnahmen vorhanden sind und generiert werden können. Aber ich bin nur eine Person und kann nicht gleichzeitig meine Buchhalterin, Markenmanagerin, persönliche Assistentin, Fernsehmanagerin usw. sein – das ist einfach nicht möglich."
Ein Vorschlag, den Stern und Epstein diskutierten, sah vor, einen CEO einzustellen, der Fergusons Finanzen mit einem Gehalt von 200.000 Dollar jährlich überwachen sollte. Zudem sollten alle Ausgaben über 1.000 Dollar von Epstein genehmigt werden. Epstein und Stern überlegten auch, ob sie selbst Anteile an Fergusons Geschäft übernehmen sollten.
Kontakte zu weiteren Geldgebern
Neben Epstein und Stern versuchte Ferguson offenbar auch, Unterstützung von anderen wohlhabenden Personen zu erhalten. Dazu gehörte ein russischer Milliardär namens Vladimir Zemtsov. Laut einem Sprecher Zemtsovs war der Geschäftsmann bereit, in Fergusons Projekte zu investieren, falls eine professionelle Prüfung ergeben würde, dass ihre Einnahmen ihre Schulden übersteigen könnten. Er betonte jedoch, dass er keine Verbindung zu Epstein hatte und auch nichts von dessen Einmischung wusste. Er habe zudem niemals weitere Schritte unternommen.
Auch Andrew half
Trotz verschiedener Rettungsversuche blieb Ferguson der BBC zufolge in einer prekären Lage. E-Mails zeigen, dass sie 2010 erwog, ihren Schmuck zu verkaufen, um ihre Schulden zu begleichen. Zudem wurde sie von der Anwaltskanzlei Davenport Lyons verklagt, was zu weiteren Schlagzeilen führte. Zudem wird in den E-Mails erwähnt, dass Andrew möglicherweise einen Beitrag zur Schuldentilgung leisten wollte. "Habe gerade diese E-Mail von Eric, dem Anwalt, erhalten: Ich habe mich mit PA [Prinz Andrew] getroffen. Er setzt 1 Million ein."
Ein Hoffnungsschimmer tat sich schließlich in Form eines Deals mit Oprah Winfreys Fernsehsender auf, der Ferguson eine sechsteilige Doku-Serie mit dem Titel "Finding Sarah: From Royalty to the Real World" einbrachte und ihre finanzielle Situation zumindest etwas entlastete.
Weder Stern noch Vertreter der britischen Königsfamilie haben sich bislang zu den Vorwürfen geäußert.
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