Adelsexperte: Was Polizei-Statement von Charles über seine Beziehung zu Andrew aussagt
Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor mit Prinz William und Prinzessin Kate
Der Epstein-Skandal erschüttert in Großbritannien sowohl die Regierung als auch das Königshaus. Das Amt von Premierminister Keir Starmer schien zeitweise am seidenen Faden zu hängen. Dem Labour-Politiker könnte zum Verhängnis werden, dass er einen Epstein-Vertrauten zum Botschafter in den USA gemacht hat. Nachdem der Druck über Tage immer größer geworden war, traten in kurzer Folge mehrere Vertraute Starmers zurück. Auch der Premier selbst war mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.
Für die Royals wird unterdessen die einst enge Beziehung von Ex-Prinz Andrew mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein immer stärker zur Belastung. Nachdem die Epstein-Akten neue Vorwürfe gegen Andrew zutage gefördert hatten, kündigte König Charles III. laut einer Mitteilung des Palasts an, die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen seinen Bruder zu unterstützen.
Der 2019 gestorbene US-Multimillionär Jeffrey Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Mädchen zum Opfer fielen. Zugleich unterhielt er enge Kontakte zu höchsten Kreisen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Charles will Polizei unterstützen
Die Polizei interessiert sich auch für die Beziehung zwischen Epstein und dem Ex-Prinzen Andrew. Die für Windsor zuständige Polizeibehörde hatte mitgeteilt, sie prüfe Vorwürfe, wonach Andrew in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an Epstein weitergeleitet haben könnte. Britische Medien hatten in den Epstein-Akten E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew etwa Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur an den Sexualstraftäter weiterleitete. Ob sich Andrew damit selbst strafbar gemacht haben könnte, war zunächst unklar. Der Buckingham-Palast wollte die offizielle Einleitung von Ermittlungen nicht abwarten.
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Der König habe seine tiefe Besorgnis über die Vorwürfe hinsichtlich des Verhaltens seines Bruders bereits durch Worte und ein beispielloses Vorgehen deutlich gemacht, sagte ein Palastsprecher laut einer Mitteilung diese Woche. Er fügte demnach hinzu: "Die konkreten Vorwürfe sind von Herrn Mountbatten-Windsor zu klären. Sollte sich die Thames Valley Police an uns wenden, stehen wir bereit, sie zu unterstützen, wie es sich gehört." Die Gedanken und Sympathien des Königspaars seien stets bei den Opfern jeglichen Missbrauchs, hieß es in der Mitteilung weiter.
Adelsexperte: Andrew wird nicht mehr von den Royals geschützt
Dem britischen Adelsexperten und Autor Russell Myers zufolge zeigt das Statement, dass sich der Palast von Andrew distanziert. "Die Ankündigung des Buckingham Palace, dass man bereit sei, die Polizei bei allen Ermittlungen zu unterstützen, ist ein entscheidender Moment für die königliche Familie. Indem man den ehemaligen Herzog von York in der Öffentlichkeit als Herr Andrew Mountbatten-Windsor bezeichnet und zum Ausdruck bringt, dass er ein rein privater Bürger ist, wird deutlich, dass Andrew auf sich allein gestellt ist und nicht mehr von der königlichen Familie, von der Institution, geschützt wird", so Myers im Gespräch mit dem US-People-Magazin. "Diese Maßnahme hätte schon vor vielen Jahren ergriffen werden müssen."
Andrew hat wegen seiner Verwicklung in den Missbrauchsskandal um Epstein alle Ehren, militärische Ränge und Titel verloren. Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte Andrew vorgeworfen, sie mehrmals missbraucht zu haben, darunter auch, als sie noch minderjährig war. Er stritt alle Vorwürfe stets ab, doch eine Zivilklage Giuffres endete im Vergleich. Zuletzt wurde ihm von Charles sogar der durch Geburt erworbene Titel "Prinz" aberkannt. Zudem musste er aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen.
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