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29.05.2018

Abramowitsch wird Israeli: Das ungewöhnliche Leben des Oligarchen

Der russische Milliardär ist jetzt israelischer Staatsbürger. Der ungewöhnliche Werdegang des Oligarchen.

Oligarch Roman Abramowitsch ist jetzt Israeli. Der Grund: Der gebürtige Russe, dessen Vermögen laut Forbes auf über 10,8 Milliarden Dollar (rund 9,2 Mrd. Euro) geschätzt wird, hatte zuletzt Probleme mit der Verlängerung seines Visums in Großbritannien. Als Kind jüdischer Eltern hat der FC-Chelsea-Besitzer aber Anspruch auf einen israelischen Pass.

Abramovitsch steht derzeit in der Schweiz vor Gericht. Er wurde von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) auf Rückzahlung eines Kredits verklagt. Das Verfahren findet in Freiburg statt, wo die Firma des Unternehmers seinen Sitz hat. Es soll sich um mehrere Millionen handeln. Abramovitschs Anwälte bestreiten jedoch, dass der Milliardär zahlungspflichtig ist.

Das Luxus-Leben des Roman Abramowitschs

Noch immer ein Klacks für das einst in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene Waisenkind. Neben Yachten gibt's, U-Boote, unzählige Villen und einen Fußballclub.

Er gibt sich bescheiden

Heute sitzt er vorzugsweise der Fußballfan-Tribüne von Chelsea, trägt Converse, Jeans und eine Sport-Uhr um 100 Euro. Der Oligarch und Multi-Milliardär gibt sich äußerlich cool und bescheiden.

Dabei zählt der Russe schon seit Jahren zu den reichsten Männern der Welt. Eine derart eine goldene Zukunft hatte man dem Waisenkind aus Saratow an der Wolga sicher nicht prophezeit.

Schreckliche Kindheit

Abramowitsch verliert seine Mutter als er 18 Monate alt ist. Sie stirbt an einer illegalen Abtreibung. Der Vater verunglückt bei einem Bau-Unfall. Der Onkel väterlicherseits nimmt sich um den Vierjährigen an. Über seine Jugend ist nicht viel bekannt, sie soll von traumatischen Erlebnissen geprägt worden sein.

 

Nach der Schule zieht er nach Moskau zu seinem zweiten Onkel. Abramowitsch soll an der Ukhta Universität mit dem Wirtschaftsstudium begonnen und sich im Anschluss am Moskauer Gubkin-Öl-und-Gas-Institut für Ingenieurwissenschaft eingeschriebenen haben. Beide Unis bestreiten jedoch, dass Abramowitsch inskribiert war.

Ehen - und eine teure Scheidung

1987 heiratet er er zum ersten Mal. Die Ehe hält lediglich drei Jahre. Er lernt Irina Malandina kennen, eine Stewardess. 1991 heiratet er erneut. Die beiden haben fünf gemeinsame Kinder.

2006 kommt es auch zur Scheidung von Irina. 300 Millionen Dollar zahlt er der angeblich betrogenen Ehefrau. News of the World meint zu wissen, dass er schon damals eine sehr innige Beziehung mit der damals 23-Jährigen Dasha Zukova pflegte.

Pech in der Liebe

Schon kurz nach der Trennung zeigte der heute 51-jährige Abramowitsch seine neue, junge Freundin Dasha Zukowa. Sie ist Russin, besuchte die besten Schulen in den USA und England und wurde dank Milliardärs-Papa Alexander Zhukov in Russlands Geld-Elite geboren.

Dasha gilt als extrem gute Partie - nicht nur weil sie millionenschwer ist. Die heute 36-Jährige ist auch schön - sie modelte während ihres Studiums - ist kunstsinnig mit eigener Galerie, hat Stil und ist bekannt für ihre bodenständige Art und ihren Intellekt.

2008 geben sich der Milliardär und seine junge Freundin im Rahmen einer privaten Zeremonie das Jawort.

 

Angeblich kauft Abramowitsch ihr zwei der teuersten Gemälde der Welt: Lucian Freuds "Benefits Supervisor Sleeping" um 22,36 Millionen und Francis Bacons "Triptych" für 57,2 Millionen Euro.

Geschenke für Dashas 2008 eröffnete Kunstgalerie in Moskau quasi. "Eigentlich liebe ich Physik. Aber Kunst ist ein Feld, auf dem ich für mein Land etwas bewegen kann", sagt sie dem Wall Street Journal.

Doch auch diese Beziehung ist nicht von Dauer: Im August 2017 wird bekannt, dass sich der Unternehmer nach zehn Jahren und zwei Kindern von Dasha getrennt hat.

Fußball & Promi-Freunde

Mit seinen Millionen will Abramowitsch etwas bewirken - und sei es nur am Fußballfeld. Ständig buhlt er um Anerkennung. Schon 2003 kauft er den maroden Fußballverein Chelsea und buttert noch einmal eine Milliarde in den Club um ihn wieder auf Vordermann zu bringen. Der Verein ist heute sein ganzer stolz.

In seiner Freizeit lädt er Promi-Freunde wie Madonna, Bono oder Rihanna auf seine Schiffchen und macht mit ihnen Urlaub. Öffentlich lässt sich der Russe sich aber nicht mit ihnen blicken.

Auch die legendären Silvesterpartys von Abramowitschs sind heiß begehrt. In St. Barths gibt er jährlich einige Millionen für die Sause aus - 2014 feierten Leonardo DiCaprio und Rihanna mit.

Sogar Expräsident Dmitri Medwedew urlaubt gerne in seiner Villen.

Mutige Investitionen

Wie Abramowitsch zu seinen Milionen kam: Der damals 21-Jährige ist mutig und kauft sich nach der Öffnung von Russlands Wirtschaft zu Kleinstpreisen in ein privatisiertes Unternehmen ein. Gumminieten und Fußbälle werden hergestellt. Das Geschäft läuft gut. Nach kurzer Zeit verkauft er die Firma und macht damit sein erstes Vermögen.

1993 steigt er ins Ölgeschäft ein. Sein Startkapital sollen 5.000 Tonnen Heizöl gewesen sein, die er sich angeblich mit Hilfe gefälschter Dokumente zu Eigen machte. Entscheidend für Abramowitschs Karriere war die Begegnung mit einem der reichsten Männer Russlands: Boris Beresowski. Mit dem Oligarchen baut er ein Firmenimperium auf.

 

Mit dem Staatsoberhaupt Boris Jelzin sind Beresowski und Abramowitsch eng befreundet. Die Machtübernahme von Putin im Jahr 2000 spaltet das Dream-Team jedoch.

Boris Beresowski ist gegen Putin, Abramowitsch hingegen unterstützt die Linie des neuen Ministerpräsidenten - er hat angeblich sogar Mitspracherecht bei allen Ministern, die von Putin angelobt werden. Beresowski fällt in Ungnade wird ab 2001 in Russland wegen Korruption und Geldwäsche gesucht - bis er 2013 tot aufgefunden wird.

Er wird Gouverneur - und genießt Immunität

Abramowitsch dagegen macht politische Karriere und gibt den großen Wohltäter. 2000 wurde er zum Gouverneur der Region Tschukotka gewählt. Detail am Rande: Der Gouverneursposten ist mit strafrechtlicher Immunität verbunden.

Mit seinem Privatvermögen errichtet er Krankenhäuser, Schulen, Hotels und Kindergärten in der verarmten Gegend. Mehrere hundert Millionen Euro lässt er sich die sozialen Taten kosten, die Sympathien Russlands gibt`s inklusive.

Als er 2005 schließlich die Anteile von Sibneft an den halbstaatlichen Gaskonzern Gazprom verkauft, avanciert er zu einem der reichsten Männern der Welt.