Ricky Martin: Keine Zeit für die Ehe

Der Latinostar hat im Moment keine Zeit zu heiraten. Schuld daran sind seine Zwillings-Söhne, mit denen ist er vollauf beschäftigt.

Ricky Martins Kinder halten den Latinostar scheinbar vom Heiraten ab. Am Dienstag präsentierte der Sänger in Mexiko City sein neues Album "Musica, Alma y Sexo". Dabei stellt er sich den Fragen von Journalisten und meinte, dass er und sein Lebensgefährte vollauf mit ihren Zwillingen Mateo und Valentino beschäftigt sind. "Ich denke nicht ans Heiraten, es geht uns gut, so wie es ist" sagte Martin und setzte somit Spekulationen über seinen Beziehungsstatus ein Ende. Martins Partner Carlos Gonzalez muss daher noch aufs Heiraten verzichten. Grundsätzlich bekundete der puertoricanische Sänger jedoch seine Auffassung, dass gleichgeschlechtliche Paare die gleichen Rechte haben müssten wie heterosexuelle Pärchen und heiraten können. Vor kurzem sprach Ricky Martin in einem Interview mit der Zeitschrift Gala offen über sein Outing, seine Kinder und sein Leben. Dabei verriet er, dass er sich weiteren Nachwuchs wünscht. Martin wurde vor zwei Jahren Vater der Zwillinge Matteo und Valentino, doch damit scheint sein Kinderwunsch noch nicht abgeschlossen zu sein: In zwei Jahren hätte er gerne eine Tochter. Das Wickeln sollte er bis dann nicht verlernt haben. Ob er dafür wieder eine Leihmutter engagieren würde, verriet der Popsänger jedoch nicht. Beruflich sieht es für den Sänger derzeit sehr gut aus: Mit einem Knall meldet sich der ehemalige Frauenschwarm und Latino-Superstar nach sechs Jahren zurück. 2011 präsentiert er ein neues Album und im Sommer ist eine Welttournee geplant. Auf die Frage, warum er sich so lange Zeit gelassen hat, meinte der 39-Jährige: "Ich wollte endlich mal zur Ruhe kommen. Und dann bin ich Vater geworden. Zumindest die ersten beiden Jahre wollte ich nur für meine Jungs da sein und mich als Hausmann versuchen. Wickeln und Fläschchen geben im Akkord lässt sich schwer mit einer Popkarriere vereinbaren. Und ein Heer von Nannys kam für mich erst einmal nicht in Frage. Ich wollte die Zwillinge selbst rund um die Uhr erleben. Egal, wie anstrengend es auch sein mag." Valentino und Matteo kamen im August 2008 mit Hilfe einer Leihmutter zur Welt. Die beiden veränderten sein Leben von Grund auf. Vor allem seine Einstellung: Denn er wollte den beiden das Leben mit einer Lüge ersparen. Sie waren der eigentliche Grund für sein Coming-Out. Auf seiner Website teilte er der Welt und seinen Fans folgende Nachricht mit: "Ich bin stolz zu sagen, dass ich ein glücklicher homosexueller Mann bin. Ich bin gesegnet so wie ich bin." Nach seinem Outing waren die Reaktionen von Fans, Medien oder Kollegen "überwältigend [...] Meine Ängste waren also total unnötig." Doch obwohl er viele positive Rückmeldungen bekam, gab es auch Anfeindungen. Vor allem via Twitter wurde der Superstar beschimpft. Doch er versuche so gut es geht "negative Energien nicht an sich heranzulassen". Früher spielte der Popstar mit dem Gedanken zu adoptieren, doch dann entschied er sich für eine Leihmutter. Unterstützung in der Erziehung bekommt er von seiner Mutter Nereida und auch von seinem Lebenspartner. Obwohl Martin seinen Freund auch gerne in der Öffentlichkeit präsentieren möchte, legt dieser derzeit keinen Wert darauf. Doch soviel verriet er über seine Beziehung: "Wir sind seit über drei Jahren zusammen." Viele Jahre litt der Popstar unter seiner versteckten Sexualität, dabei wusste er bereits mit 20 Jahren, dass er homosexuell war. Damals teilte er dies auch seinen Eltern mit, die beide wunderbar auf die Neuigkeit reagierten. Sehr belastet habe ihn, dass er in der Öffentlichkeit nicht zu seiner Sexualität stehen durfte. Sein Management habe latent Druck auf ihn ausgeübt und wollte ihm Alibi-Freundinnen aufdrängen. Doch er wolle sich nicht herausreden, denn er selbst wusste nicht, wie er mit seinen Gefühlen umgehen sollte. Auf die Frage, ob er sich im Nachhinein darüber ärgere, dass er sich erst so spät der Öffentlichkeit mitgeteilt habe, antwortete Martin: "Wenn ich gewusst hätte, wie gut es sich anfühlt und wie leicht es am Ende ist, dann hätte ich mich vielleicht schon viel eher geoutet. Aber alles, was ich erlebt und durchgemacht habe, hat mich auch zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin." Außerdem habe er auch vorher ein glückliches Leben und Beziehungen gehabt, eben nur nicht öffentlich. 

Im Bild: Martin bei den Grammys 2006. Sich selbst zu akzeptieren, so wie er ist, war für ihn viele Jahre lang ein großes Problem: "Trotz meiner Erfolge hatte ich nur ein geringes Selbstwertgefühl. Es gab Zeiten in meinem Leben, in denen ich abends ins Bett ging und mich hasste." Vergangenen Herbst veröffentlichte der Sänger seine Autobiografie. In ihr sind seine Probleme rund um das Coming-out, seine Selbstzweifel, sowie seine Neo-Vaterschaft schwarz auf weiß festgehalten. In "Me" präsentiert Martin einen sehr persönlichen Einblick in sein Leben. Auch abseits vom Popbusiness  ist der Sänger sehr fleißig. Er engagiert sich als UNICEF Goodwill Botschafter.

Im Bild: Während einer Anhörung gegen Menschenhandel in Washington mit dem US-Repräsentanten Luis Fortuno.
(KURIER.at, www.photopress.at (6) / Lydia Kozich, APA) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?