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29.06.2017

Riccardo Muti: Maestrissimo im Marchfeld

Der Star-Dirigent nahm den "Goldenen Johann Strauss 2017" entgegen.

Eine Marmortafel erinnert an den Sieg Napoleons über das Heer Erzherzog Karls anno 1809. Fortan preist eine neue Inschrift an der gelben Hausmauer des Marchfelderhofs ein Ereignis jüngster Deutsch-Wagramer Geschichte – den Besuch Riccardo Mutis. Kaum zu glauben, noch am Sonntag stand der Maestro in Chicago am Pult seines Chicago Symphony Orchesters.

Per Direktflug kam er aus der Millionenstadt in die niederösterreichische Stadtgemeinde, bevor er am Wochenende in den Iran aufbricht, um dort ein Konzert zur Völkerverständigung zu dirigieren. Ins Marchfeld hatte die "Johann-Strauss-Gesellschaft" geladen.

Es galt, den Maestro, der am 1. Jänner 2018 sein fünftes Neujahrskonzert mit den Wiener Philharmonikern geben wird, zu ehren. Wo soll man den "Goldenen Johann Strauss 2017" sonst verleihen, meinte Präsident Peter Widholz. Siehe, der Maestro kam, staunte und dirigierte, aber nicht die "Wiener", sondern das Blasorchester der lokalen Musikschule. Der rührige Gastgeber Gerhard Bocek rollte für seinen Gast den roten Teppich aus.

Salzburgs Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Ex-Philharmoniker-Chef Werner Resel gratulierten, Violinist Rainer Küchl spielte mit philharmonischen Kollegen auf. Übrigens, so Muti (geboren 1941 in Neapel): "Wussten Sie, dass Napoleon mein Landsmann war? Korsika gehörte ja einmal zu Italien."