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04/17/2021

Prinz Philips letzte Reise: Ablauf und Gäste der heutigen Trauerfeier

Aufgrund der Corona-Beschränkungen dürfen nur 30 Gäste aus dem engsten Familienkreis an der Trauerfeier teilnehmen.

Der verstorbene Ehemann der britischen Königin Elizabeth II., Prinz Philip, wird am Samstag (ab 15.40 Uhr MESZ) auf Schloss Windsor westlich von London beigesetzt. Aufgrund der Corona-Einschränkungen findet die Trauerfeier im engsten Familienkreis statt. Aus diesem Grund wird auch Premierminister Boris Johnson nicht persönlich an der Zeremonie teilnehmen.

Zunächst wird der am 9. April mit 99 Jahren verstorbene Herzog von Edinburgh in der Privatkapelle des königlichen Schlosses aufgebahrt. Am Samstag wird der Sarg um 14.40 Uhr (15.40 Uhr MESZ) aus der Kapelle gebracht und auf einen umgebauten Land Rover gesetzt. Die Prozession führt anschließend quer durch die Innenhöfe des Schlosses an das andere Ende der Anlage, wo die St.-Georgs-Kapelle liegt. In dem prachtvollen gotischen Gotteshaus findet die Trauerfeier statt. Der Sarg soll um 15.53 Uhr MESZ am Eingang der Kapelle eintreffen. Für 16.00 Uhr MESZ ist einen landesweite Schweigeminute angesetzt.

Da aufgrund der Corona-Beschränkungen nur 30 Gäste an einer Trauerfeier teilnehmen dürfen, ist die Anwesenheit in der St.-Georgs-Kapelle voraussichtlich auf die Mitglieder der Königsfamilie und Philips Privatsekretär Archie Miller-Bakewell beschränkt, wie die Royals auf ihrer Homepage bekannt gaben. Justin Welby, der Erzbischof von Canterbury, soll die Trauerzeremonie leiten.

Die Urenkel von Prinz Philip werden bei der Trauerfeier nicht dabei sein. Die Kinder von Prinz William und Herzogin Kate - George (7), Charlotte (5) und Louis (2) - seien nach Angaben der königlichen Familie zu jung, um bei der im Fernsehen übertragenen Trauerfeier dabei zu sein, berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur PA. Gleiches gilt auch für den Nachwuchs der Queen-Enkelinnen Zara Tindall und Prinzessin Eugenie.

Die voraussichtlichen Gäste im Überblick

Die Königin, ihre vier Kinder und deren Ehepartner und -partnerinnen:

  • Prinz Charles und Camilla
  • Prinzessin Anne und Timothy Laurence
  • Prinz Edward and Sophie Wessex
  • Prinz Andrew

Die Enkelkinder:

  • Peter Phillips
  • Zara Tindall
  • Prinz William (und Ehefrau Catherine)
  • Prinz Harry
  • Prinzessin Beatrice
  • Prinzessin Eugenie
  • Lady Louise Windsor
  • Viscount Severn

Unklar ist, ob die Ehepartner von Zara Tindall, Beatrice und Eugenie - Mike Tindall, Edoardo Mapelli Mozzi und Jack Brooksbank - ob der begrenzten Gästezahl teilnehmen werden können.

Cousins und Cousinen der Königin:

  • Prinzessin Alexandra
  • Richard, Herzog von Gloucester und Ehefrau Brigitte
  • Edward, Herzog von Kent und Ehefrau Katharine
  • Prinz Michael von Kent und Ehefrau Marie Christine

Philips deutsche Verwandschaft

Medienberichten zufolge soll Philip sich gewünscht haben, dass seine "Blutsverwandtschaft" an seinem Begräbnis teilnimmt. Diese soll durch

  • Prinz Philipp zu Hohenlohe-Langenburg
  • Bernhard Erbprinz von Baden und
  • Landgraf Heinrich Donatus von Hessen vertreten werden

Auch Prinz Philips langjährige Freundin Penny Brabourne wird an der Trauerzeremonie teilnehmen.

Zudem pflegt die Königin ein enges Verhältnis zu den Kindern ihrer verstorbenen Schwester Prinzessin Margaret: David Armstron-Jones und Sarah Chatto. Auch sie könnten an den Feierlichkeiten teilnehmen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Anwesenheit von Prinz Harry, dem jüngeren Sohn von Kronprinz Charles, der gemeinsam mit seiner derzeit schwangeren Frau Meghan und Söhnchen Archie in den USA lebt. Harry und Meghan, Herzog und Herzogin von Sussex, hatten vor einem Jahr ihre Verpflichtungen als Mitglieder der Königsfamilie zurückgelegt und sich auch öffentlich immer mehr von den anderen Royals distanziert. In einem Anfang März ausgestrahlten Interview mit der US-Talkshow-Queen Oprah Winfrey äußerten diese sogar den Vorwurf von Rassismus gegen Meghan, die afroamerikanische Wurzeln hat. Medien spekulierten, dass der Tod des Großvaters Harry eine Möglichkeit geben könnte, sich mit seinem Vater Charles und seinem älteren Bruder William auszusöhnen. Meghan reise "auf ärztlichen Rat" nicht aus Kalifornien zur Trauerfeier an, hieß es aus dem Buckingham Palace.

Letzte Ruhestätte

Im Anschluss an die Feier wird der Leichnam des Prinzen in der königlichen Gruft beigesetzt. Nach Medienberichten soll dies jedoch nicht der endgültige Begräbnisort von Prinz Philip bleiben. Sobald seine Gemahlin, Königin Elizabeth, ebenfalls verstorben ist, sollen beide gemeinsam in einem 1969 errichteten Zubau der St.-Georgs-Kapelle bestattet werden, wo bereits Elizabeths Eltern George VI. und die als "Queen Mum" bekannte Königinmutter Elizabeth sowie Prinzessin Margaret, die Schwester der Queen, liegen.

Der Bürgermeister von Windsor hatte die Öffentlichkeit zuletzt gebeten, während der Trauerfeierlichkeiten den Schlossanlagen fernzubleiben. "Wir müssen jeden bitten, die eigene Gesundheit und Sicherheit und die von anderen ganz oben auf die Prioritätenliste zu setzen und nicht nach Windsor zu kommen", sagte John Story der Nachrichtenagentur PA laut dpa. Er wies zudem darauf hin, dass die gesamte Zeremonie hinter den Schlossmauern stattfinden und daher von außen gar nicht sichtbar sein werde. Auch die Königsfamilie rief die trauernden Menschen auf, die Feierlichkeiten im Fernsehen zu verfolgen.

In Großbritannien galt seit Prinz Philips Todestag, bis zum heutigen Begräbnistag Staatstrauer. Die Flaggen an öffentlichen Gebäuden sind auf halbmast gesetzt.

Das Leben des Duke of Edinburgh in Bildern

"Mit tiefer Trauer verkündet Ihre Majestät, die Königin, den Tod ihres geliebten Mannes, seiner Königlichen Hoheit, des Prinzen Philip, Herzog von Edinburgh. Seine Königliche Hoheit ist heute Morgen friedlich in Windsor Castle verstorben. Weitere Ankündigungen werden zu gegebener Zeit erfolgen", hieß es in einem veröffentlichten Statement. "Die königliche Familie trauert gemeinsam mit Menschen auf der ganzen Welt um seinen Verlust", so der Buckingham Palace.

Für Schlagzeilen war Prinz Philip bis zuletzt gut. Als 97-Jähriger fuhr er damals in ein anderes Auto, kletterte ohne Blessuren aus seinem Land Rover, entschuldigte sich aber erst nach massiver öffentlicher Kritik bei zwei verletzten Frauen im anderen Fahrzeug. Kurze Zeit später fuhr er wieder - dieses Mal ohne Sicherheitsgurt. Nach einer heftigen Debatte über Senioren am Steuer gab er schließlich seinen Führerschein ab.

Philip wurde am 10. Juni 1921 als Prinz von Griechenland und Dänemark auf Korfu geboren. Philip hat deutsche Wurzeln. Er stammte aus einer Königsfamilie Griechenlands und war Spross des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Seine Kindheit und Jugend waren unglücklich. Die Familie musste von Griechenland ins Exil nach Frankreich fliehen. Der Vater kümmerte sich kaum um ihn, die Mutter wurde psychisch krank. 

Als Ziehvater diente sein Onkel mütterlicherseits, Lord Louis Mountbatten, dessen Nachnamen er später annahm. Philip besuchte die Eliteschule Salem am Bodensee. 

Im Zweiten Weltkrieg diente Philip bei der britischen Marine. Im Jahr 1939 traf er auf Betreiben von Louis Mountbatten als Kadett erstmals die damals 13-jährige Elizabeth. Es soll Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. 1947 heirateten die beiden. 

Sechs Jahre nach der Hochzeit fand 1953 Elizabeths Krönung in der Westminster Abbey in London statt. Als Prinzgemahl musste Philip seine militärische Karriere aufgeben. Louis Mountbatten wurde 1979 bei einem Bombenattentat der IRA (Irisch-Republikanische Armee) getötet - für Philip erneut ein schwerer Schlag.  

Kein britischer Monarch war so lange verheiratet wie die Queen mit ihrem Herzog von Edinburgh. 

1952 bestieg Elisabeth II. den Thron. Seitdem stets an ihrer Seite: Prinz Philip. 

Sechs Jahre nach der Hochzeit fand 1953 Elizabeths Krönung in der Westminster Abbey in London statt. Philip war vierfacher Vater: Neben Thronfolger Prinz Charles gehören auch Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward zu seinen Kindern.

Britischen Medien zufolge soll er bei Ärger in der Familie bis zuletzt wichtiger Berater für die Queen gewesen sein, etwa bei den Vorwürfen sexueller Übergriffe gegen Andrew. 

Sprücheklopfer

Philips typisches Kennzeichen: Er nahm sich kein Blatt vor den Mund und sorgte mit seinen Sprüchen für Aufsehen.

"Bewerft ihr euch immer noch mit Speeren?", fragte er etwa Ureinwohner während einer Australienreise. Den damaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßte er 1997 sogar mit den Worten: "Willkommen, Herr Reichskanzler."

Sportfan

Für viele war er der "König des Fauxpas". Andere glauben hingegen, dass er mit solchen Bemerkungen stets einfach nur die Atmosphäre auflockern wollte.

Seltene Auftritte

Doch er nahm die neuen Aufgaben ernst und erwies sich als besonders fleißiger Royal. Seit der Thronbesteigung der Queen 1952 nahm Philip mehr als 22.000 offizielle Termine wahr. Vor vier Jahren war dann weitgehend Schluss damit:

Er kündigte seinen Rückzug an. "Pensionist" Philip war seitdem nur noch selten in der Öffentlichkeit zu sehen, etwa bei der Hochzeit seines Enkels Prinz Harry mit der ehemaligen Schauspielerin Meghan.

Das Herz machte ihm zu schaffen, er hatte Blasenentzündungen, musste an der Hand operiert werden und bekam mit 96 Jahren ein neues Hüftgelenk.

Für einen fast 100-Jährigen war der Prinzgemahl lange erstaunlich fit. Sportlich war Philip schon immer. Polo, Segeln und Pferdekutschenrennen sind seine Leidenschaften. Auch das Fliegen gehörte zu den Hobbys, die er aus Altersgründen aufgab.

Eliteschüler

Die 94-jährige Queen dagegen denkt offenbar noch nicht einmal ans Aufhören: Tapfer erfüllt sie ihre Verpflichtungen, lauscht hier, lächelt dort und manche meinen sogar, sie wirke jünger als früher.

Bei seinem letzten und längsten Aufenthalt im Krankenhaus 2021 unterzog er sich einem Eingriff am Herzen.

Bilder aus den letzten Jahrzehnten von Prinz Philip:

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