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Unterwegs mit
07/07/2013

Nina Blum: "Sex und Reden sind die Basis"

Die Schauspielerin über Beziehungen, Sex-Toys und ihren märchenhaften Sommer.

von Maria Gurmann

Liebling“, ihr Lieblingslokal im siebenten Bezirk, hat sie als Treffpunkt ausgewählt. Wunderbare Ecken aus zusammengewürfelten Flohmarkt-Möbeln laden zum Verweilen ein. Es riecht nach frischem Kuchen. Die ofenwarme Topfentorte wird von Nina Blum gleich verkostet.

Am 4. Juli hatte ihr Märchensommer im Schloss Poysbrunn Premiere. „Malanda – das Feenland der Träume“ (bis 25. August) verzauberte mehr als 250 Kinder und ihre Eltern. Entspannt kann sich die Tochter von Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel daher auf einem Sofa im Kaffeehaus niederlassen. Die TV-Serie „Sex & Reden – Nina Blum’s Beziehungstalk“, die sie auf Puls 4 moderierte, ist zu Ende.

„Ich liebe die Abwechslung“, sagt die 39-Jährige. „Ich suche in meinem Leben nicht Projekte, die immer etwas miteinander zu tun haben. Aber der Bogen spannt sich auch zwischen Sex und Märchen. Es gibt ja viele erotische Märchen, gerade im arabischen, indischen Raum. Und ,Shades of Grey‘ ist ja nichts anderes als ein Märchen.“ Ihr Kabarettprogramm „Sex & Reden“ mit Martin Oberhauser gab es außerdem schon vor der TV-Sendung. An einem zweiten Programm („Schlaflose Nächte“) wird fleißig gearbeitet. (Premiere 2014 im Orpheum, www.blumoberhauser.at).

Beziehungen

In ihrem ersten Beruf ist Blum Psychologin, wie ihre Mutter. „Ich interessierte mich immer für Beziehungen. Ich finde das spannend.“ Damit meint sie nicht nur Liebesbeziehungen. „Einfach Beziehungen, beruflich wie privat, das ist das, was unsere Welt ausmacht.“

Vor zwei Jahren lernte sie den Unternehmensberater Martin Halder bei einem Symposium kennen und lieben. Im September 2012 wurde geheiratet. Hat ihr Psychologiestudium geholfen, ihre Beziehungen konfliktfreier zu leben? „Auch ein guter Paartherapeut kann drei, vier Mal geschieden sein. Ich habe genauso Themen und Konflikte in Beziehungen. Aber ich glaube schon, dass es hilft, wenn man zumindest bereit ist, den anderen zu verstehen. Diesen Perspektivenwechsel zu machen, warum tickt der so, warum braucht er das jetzt, macht in den meisten Fällen Sinn“, sagt die Intendantin des Märchensommers, die schon als Kind gespannt den Märchenerzählungen ihrer Großmutter und ihres Vaters lauschte.

Ihre Eltern sind „im Großen und Ganzen“ offen mit Sexualität umgegangen. „Ich bin meinen Eltern dankbar, dass ich nie mitbekommen habe, wenn sie Sex hatten, das finde ich sehr angenehm, weil das interessiert ein Kind überhaupt nicht“, erzählt die Schwester eines Tontechnikers und Musikers ganz offen, während sie ihre Melange trinkt. Wer hat Nina Halder, geborene Schüssel, die sich für ihre Aufnahmeprüfung den Künstlernamen Blum zulegte, um anonym zu bleiben, aufgeklärt? „Erst einmal meine Mutter. Und dann Freundinnen und Bücher. Da gab es eine Zeltnacht, in der wir alle ganz aufgeregt die Mutzenbacher gelesen haben.“

Die Kritiken über die „Sex & Reden“-Sendung machen ihr nichts aus. Die Quoten, 13,8 Prozent mit bis zu 102.000 Zusehern, waren trotzdem gut. „Wir hatten keine Pilotsendung, haben alles on air ausprobiert und einiges verändert. Nur dann hat niemand mehr darüber geschrieben.“ Das Thema Sex findet sie spannend. „Es muss im Bett gut funktionieren, man muss sich anziehend finden. Die Basis einer guten Beziehung ist wirklich Reden und Sex. Das Gefühl, einander ein Leben lang etwas zu sagen zu haben, ist mir wichtig. Das ist mit Martin genau so“, schwärmt sie von ihrem Ehemann, mit dem sie auch die gleichen Hobbys – Bergsteigen, Wandern und Reisen – teilt.

Träume

Bevor die Schauspielerin ihren Mann, der drei Kinder in die Ehe brachte, kennenlernte, trampte sie vier Monate alleine durch Asien. „Ich habe gewusst, es ist eine Vorbereitung auf ein neues Leben. Das war ein wichtiges Erlebnis“, erzählt Blum, die sich mit Yoga fit hält. „Es ist wichtig, an die Erfüllung der eigenen Träume zu glauben. Davon handelt auch unser Stück Malanda.“ Mit dem Märchensommer möchte sie Kinder und Eltern einladen, in eine Traumwelt einzutauchen.

Die Künstlerin ist voller Träume, für ihre Projekte und für sich selbst. Blum lächelt glücklich und strahlt innere Ruhe aus. Ihr ganz persönliches Märchen scheint in Erfüllung gegangen zu sein. Mit ihrem Märchenprinzen.

Info: Malanda – Das Feenland der Träume, bis 25. August im Schloss Poysbrunn, www.maerchensommer.at.

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