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10.11.2016

Nach Trumps Sieg: Diese Stars wollen auswandern

Geringe Kriminalität und hoher Lebensstandard: Nach dem Wahlsieg Donald Trumps blickt so mancher Amerikaner gen Kanada - darunter auch zahlreiche Promis.

Lena Dunham macht keine Witze: Wenn Donald Trump der nächste US-Präsident wird, packt sie ihre Sachen und zieht nach Kanada. "Ich weiß, dass viele Leute damit gedroht haben, aber ich werde es wirklich tun", verriet die aus der TV-Serie "Girls" bekannte Schauspielerin im April. "Ich kenne einen wunderbaren Ort in Vancouver und ich kann meine Arbeit von dort machen."

Promis kündigen Exodus an

Nun ist Trump tatsächlich gewählt - und Dunham ist mit ihren Plänen nicht allein. Sängerin Cher, "Breaking Bad"-Star Bryan Cranston, Comedian Amy Schumer, Schauspielerin Barbara Streisand, Moderatorin Chelsea Handler: All diese Promis haben im Lauf des teils beängstigenden Wahlkampfs in den USA in Aussicht gestellt, ihr Glück im Fall eines Wahlsiegs des goldblonden Baulöwen künftig außerhalb der USA zu suchen.

Oft wird Kanada als erste Wahl genannt. Rapper Snoop Doog veröffentlichte in der Wahlnacht auf Instagram das Foto des CN Tower in Toronto und schrieb: "Mein neues Zuhause."

Miley Cyrus schien es ebenfalls ernst zu meinen. "Ich ziehe um, wenn das mein Präsident ist! Ich sage nichts, was ich nicht meine", schrieb die 23-Jährige im März.

Und Horror-Autor Stephen King, den der Gedanke an Trump im Weißen Haus laut eigener Aussage "zu Tode beängstigt", kündigte nach der Wahlnacht auf Twitter den Rückzug in eine Art inneres Exil an: "Keine Buchempfehlungen, Politik oder lustige Hunde-Fotos in der nahen Zukunft mehr. Ich schalte ab."

Zufluchtsort Kanada?

Auch nicht-prominente Amerikaner spielen nun mit dem Gedanken, ihre Heimat hinter sich zu lassen - die Website der kanadischen Einwanderungsbehörde CIC stürzte am Dienstagabend Medienberichten zufolge ab, als Trump mehrere US-Staaten für sich entschied. Die Zahl der Google-Suchanfragen zu Begriffen wie "Einwanderung Kanada", "Staatsbürgerschaft Kanada" und "Wie ziehe ich von den USA nach Kanada" schoss am Wahlabend ebenfalls dramatisch in die Höhe.

Das als einwanderungsfreundlich geltende, vom linksliberalen Premier Justin Trudeau geführte Kanada präsentiert sich gern als Vorzeige-Nachbar der USA, etwa dank niedriger Kriminalitätsraten. Die Zahl der Tötungsdelikte unter Einsatz von Schusswaffen ist in Kanada sechsmal niedriger als im Nachbarland. Auch bei der flächendeckenden Krankenversorgung, Elternzeit-Regelung oder der Ehe unter Schwulen und Lesben scheinen die Kanadier fortschrittlicher. In Großstädten wie Vancouver, Montreal und Toronto gilt der Lebensstandard als hoch, allerdings wird die indigene Bevölkerung bis heute benachteiligt.

"Besorgt über das Leben unter einer Trump-Präsidentschaft?", fragte auch die im Mai gestartete Dating-Website Maple Match, die Singles auf beiden Seiten der Grenze zusammenführen will, um den Neuanfang in Kanada leichter zu machen. "Der unergründliche Horror kommt bald, aber wir halten Ihnen den Rücken frei", heißt es auf der Website. Zehntausende Nutzer haben sich Gründer Joe Goldman zufolge angemeldet. Was nach Satire klingt, sei komplett ernst gemeint.

Wie viele Amerikaner ihre Drohung nun wahr machen, ist offen - die Auswanderungs-Debatte gab es nach umkämpften Wahlen schon öfter. Auch beim "Brexit"-Referendum um den britischen EU-Austritt war etwa vom Umzug der Inselbewohner die Rede. Kanada hat den Negativ-Hype Trumps dafür schon in Humor umgemünzt: Eine Website warb im Februar damit, allen vor einer Trump-Präsidentschaft flüchtenden Amerikanern auf der im Atlantik gelegenen Kap-Breton-Insel Unterschlupf zu gewähren. Was als Witz begann, hat Gründer Rob Calabrese wegen eines Ansturms über die letzten Wochen allerdings länger beschäftigt als erwartet.

Für Sängerin Cher wäre das vermutlich trotzdem nicht weit genug von den USA entfernt. Nachdem Trump im Sommer 2015 ins Rennen gegangen war, twitterte sie: "Wenn er gewinnt, ziehe ich auf den Jupiter."