Nach Missbrauchsvorwürfen: Ehemaliges Internat von Paris Hilton verliert Lizenz
Zusammenfassung
- Der US-Bundesstaat Utah hat der Provo Canyon School nach Missbrauchsvorwürfen und Verstößen gegen Auflagen die Lizenz entzogen und den Schulbetrieb gestoppt.
- Paris Hilton, die dort nach eigenen Angaben als Teenager misshandelt wurde, bezeichnete die Schließung als wichtigen Schritt zum Schutz künftiger Kinder.
- Die Behörde nannte unter anderem mangelhafte medizinische Versorgung als Grund; zudem hatten Eltern Klagen eingereicht und Hilton seit 2020 wiederholt strengere Kontrollen gefordert.
Ein Internat im US-Bundesstaat Utah, in dem US-Realitystar Paris Hilton (45) nach eigenen Worten als Teenager misshandelt wurde, muss den Schulbetrieb einstellen.
Die Behörde für Gesundheit und Soziales hat der privaten Einrichtung Provo Canyon School in Springville die Lizenz entzogen, wie US-Medien berichteten. Dafür habe sie „gekämpft und gebetet“, schrieb das frühere It-Girl auf Instagram. Sie dankte Betroffenen, die sich über Jahre hinweg „mutig“ zu Wort gemeldet hätten.
Endlich würden die Kinder dort herausgeholt werden. Dies sei „ein starker Schritt zum Schutz zukünftiger Generationen“. „Mehr als fünfzig Jahre lang haben Kinder Geschichten von Missbrauch, Vernachlässigung und Trauma vorgebracht“, sagte Hilton der US-Zeitschrift „People“. Sie sei eines dieser Kinder gewesen. „Das kleine Mädchen in mir, dem gesagt wurde, dass man ihm nie glauben würde, fühlt sich heute so bestätigt“.
Als Begründung für die Schließung der Schule führte die Behörde Verstöße und Versäumnisse der Einrichtung an, darunter eine mangelnde medizinische Versorgung von Schülern und Schülerinnen. Laut dem Sender ABC hatten Eltern Klagen eingereicht.
Hilton berichtete schon vor Jahren vom Missbrauch
In ihrer Dokumentation „This is Paris“ (2020) hatte Hilton öffentlich gemacht, dass sie in ihrer Jugend Missbrauch und Gewalt in Schulen für verhaltensauffällige Teenager erlebt habe. Im Kongress in Washington forderte die Hotelerbin wiederholt bessere Kontrollen und Schutzmaßnahmen für Jugendliche in derartigen Einrichtungen.
„Diese Programme versprachen Heilung, Wachstum und Unterstützung“, führte Hilton 2024 bei einer Anhörung in Washington aus. Stattdessen aber habe sie zwei Jahre lang weder frei sprechen noch sich frei bewegen dürfen, berichtete die zweifache Mutter. „Ich wurde zwangsweise mit Medikamenten vollgepumpt und vom Personal sexuell missbraucht.“ Ihre Eltern hätten von alldem nichts gewusst, erzählte Hilton weiter. Sie seien getäuscht worden von den Betreibern der Einrichtungen - von einer „gewinnorientierten Industrie“, wie Hilton sagte.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, unter anderem Hilfe und Informationen bei folgenden Adressen:
- Frauen-Helpline: online unter frauenhelpline.at und telefonisch unter 0800-222-555
- Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF): online unter aoef.at
- Frauenhaus-Notruf: unter 057722
- Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217
- Polizei-Notruf: 133
Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Auf der Webseite finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
Kommentare