Meryl Streep: Vor dieser Rolle hatte sie große Angst
Meryl Streep
Meryl Streep gehört zu den renommiertesten, erfolgreichsten und am meisten bewunderten Schauspieler*innen Hollywoods. Streep verkörpert mit Leib und Seele ihre dargestellten Charaktere, auf der Leinwand spielt sie nicht nur, sie lebt – und wird so zur Personifizierung eines Kaleidoskops menschlichen Verhaltens.
Egal, ob es sich um eine Komödie, ein Drama, ein Musical oder einen Fantasy-Film handelt: Die mittlerweile 76-Jährige liefert stets ganz große Schauspielkunst ab, besticht mit elektrisierenden Nuancen und einer Eindringlichkeit, die lange nach den Credits nachhallt. Nicht umsonst wird Streep nachgesagt, selbst für das Vorlesen eines Telefonbuches (als es ein solches noch gab) könnte ihr eine Oscar-Nominierung (von denen sie bereits 21 eingeheimst hat; dreimal hat sie bis dato gewonnen) einbringen.
Meryl Streep: „Ich habe solche Angst“
Umso erstaunlicher, dass auch Leinwand-Giganten wie Streep Angst vor einer Rolle haben. Doch genau solche Selbstzweifel nagten an der Schauspielerin Anfang der 1980er, als ihr die Hauptrolle im britischen Drama „Die Geliebte des französischen Leutnants“ (Regisseur: Karel Reisz) angeboten wurde.
Da das Drehbuch vom vielfach ausgezeichneten (etwa 2005 mit dem Nobelpreis für Literatur) Dramatiker Harold Pinter stammte, waren die Erwartungen an die Produktion entsprechend hoch. Für Streep bedeutete dies eine enorme Belastung und sie fühlte sich diesen Ansprüchen nicht gewachsen, berichtet filmstarts.de. „Ich habe solche Angst. Ich bin so verängstigt vor etwas, das mir so wichtig ist“, soll die damals noch junge Schauspielerin laut engen Freunden gesagt haben.
Der größte Stolperstein für die Amerikanerin Streep war der britische Akzent, den sie im Film authentisch beherrschen musste. „Meryl war anfangs sehr besorgt“, erinnerte sich Regisseur Reisz laut filmstarts.de später. „Wir hatten sogar überlegt, bei einigen Szenen Lippen-Synchronisation zu verwenden, falls es gar nicht funktionieren würde.“
Die Nervosität verwundert dennoch: Stand Streep 1981 zwar noch am Beginn ihrer Karriere, konnte sie bereits auf eine Oscar-Nominierung und eine Oscar-Auszeichnung zurückblicken. An Bestätigung seitens der Branche mangelte es ihr also schon damals nicht.
Erfolg auf ganzer Linie
Das Dialekt-Training hatte sich gelohnt, die Sorge war unberechtigt: Für „Die Geliebte des französischen Leutnants“ durfte sich Streep über eine weitere Oscar-Nominierung freuen. Auch an den Kinokassen enttäuschte der Streifen nicht. Heute ist Streep dafür bekannt, jeden noch so komplexen Dialekt (beinahe) fehlerfrei imitieren zu können.
„Die Geliebte des französischen Leutnants“ ist ein literarisch geprägtes Filmdrama, das im England des 19. Jahrhunderts beginnt und sich um einen naturwissenschaftlich interessierten Gentleman und eine rätselhafte, gesellschaftlich ausgegrenzte Frau dreht. Ihre Begegnungen stellen die strengen Moralvorstellungen der viktorianischen Zeit infrage und konfrontieren die Figuren mit Fragen nach Freiheit, Verantwortung und persönlichem Begehren. Die Inszenierung ist ruhig, atmosphärisch und stark von den schauspielerischen Leistungen geprägt.
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