Märchenstunde mit Hansi Hinterseer

Hinterseer…
Foto: /Gerald Lobenwein Hansi Hinterseer geht unter die Märchenerzähler

Schlager-Barde Hansi Hinterseer brachte jetzt ein Märchenbuch heraus.

Es war einmal ein talentierter, blonder Tiroler, der in den 1970er nicht nur "bärig" die Slalomhänge, sondern später dann auch die Herzen der Schlager-Fans eroberte. Und jetzt hat Hansi Hinterseer (63) auch noch etwas zu erzählen – und zwar Märchen. Gemeinsam mit der Autorin Eva Mang sammelte er Geschichten, Sagen und Erzählungen aus seiner Tiroler Heimat.

Was hat Sie auf die Idee gebracht, gerade ein Märchenbuch zu schreiben?

Hansi: Ich möchte mit diesen Geschichten, Märchen, Sagen und überlieferten Anekdoten die Fantasie der Kinder anregen. Aber auch die Familien wieder zum Vorlesen und Zuhören zusammen bringen. Die Freunde und Helden aus der fantasievollen Geschichtenwelt möchte ich in die Zimmer unserer Kinder und Enkel einladen, damit das „Märchenhafte“ weiter einen Platz in unserem Leben hat und wir nicht verlernen zu hoffen und zu träumen. „Zeit für Märchen“ sollte immer sein, vor allem in unser immer schneller werdenden Gegenwart.
 
 
Heimat – Tirol – Berge – das sind Begriffe, die untrennbar mit Ihnen als Künstler verbunden sind. Finden sich auch viele „Heimatgeschichten“ in diesem Buch?
 
Hansi: Jeder, der meine Musik und mich kennt, weiß, wie wichtig mir meine Heimat ist, wie gern ich die Bräuche Tirols auch in meinen Sendungen anspreche und dass ich die traditionellen Lieder mag, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Deshalb findet man in „Zeit für Märchen“ Erzählungen und Sagen aus der Welt der Wälder und Berge und des Wassers, wie sie schon die Großeltern in ihrer Kindheit erzählt bekommen haben. Ein paar dieser Märchen kenn ich selbst von meinem Großvater Franz. Wie gern hab ich ihm auf der Seidlalm gelauscht, wenn er sich nach getaner Arbeit auf dem Hof Zeit genommen hat, um mir Fabeln und Sagen, aber auch Geschichten aus seinem Leben zu erzählen. Es kommt mir vor wie gestern, so lebendig ist die Erinnerung an meine Kindheit. „Bua, kim her da“, hat er dann gesagt, „jetz is wieder Zeit für a schöne Gschicht.“

Es finden sich auch nach Ihren Vorgaben erfundene "Hansi-Märchen" in Ihrer Sammlung, die sie in Zusammenarbeit mit der Autorin Eva Mang ausgewählt und aufgeschrieben haben. Wie das?
 
Hansi: Ja, und das macht mir besondere Freude. Dass wir zusätzlich zu den überlieferten G’schichten meiner Heimat fünf ganz neue Märchen aufgeschrieben haben, die mit meinen Lebensbereichen zu tun haben und mit Werten, die mir persönlich wichtig sind, ist für mich wie ein Geschenk. Das Märchen vom „Leithirsch“ Burli zum Beispiel  – sein Vorbild, der Prinz, den gab‘s ja tatsächlich im Wildpark in Aurach und der hätt sicher nie gedacht, dass er mal Held in einem Märchen von mir sein wird. So lebt mein lieber Freund in der Erinnerung weiter und ich würd mich freuen, wenn die G‘schicht beim Vorlesen Kinderaugen zum Leuchten bringt und die kleinen Herzen erreicht.
 
Bleibt noch die Frage: Welches ist Ihr persönliches Lieblingsmärchen Herr Hinterseer?
 
Hansi: Wie sich die Schneeflocken bei Frau Holle auf die Erde legen und alles friedlich und still wird. Daran erinnere ich mich auch heute noch gern, wenn bei uns in den Bergen der erste Schnee fällt.
 
Wir werden Sie ja bald wieder in einer eigenen Fernsehsendung bewundern dürfen. Werden Sie da auch Märchen vorlesen?
 
Hansi: Im Tannheimer Tal waren wir in der Natur unterwegs, ich hatte tolle musikalische Gäste und wir haben viele Menschen getroffen, die mir was zu erzählen hatten. Da hab ich die Ohren aufgesperrt und viel Interessantes erfahren, dass es in der Sendung zu sehen gibt. („Hansi Hinterseer im malerischen Tannheimer Tal“, 11.11.2017, 20.15 Uhr im ORF2, außerdem zeitgleich bei HR und MDR). Ein paar Märchen hab ich im Studio vorgelesen und für Große und Kleine Märchenfreunde aufgenommen. Die gibt es bei der Premium-Edition meiner neuen Album-CD „Für mich ist Glück“ (ab dem 10.11.) als Kostprobe aus dem Märchenbuch. Und dann kommt ja auch schon bald mit dem Advent die ideale „Vorlese-Zeit“, wenn es draußen früh dunkel wird und man es sich in den Stuben gemütlich macht. Ein paar sehr schöne Weihnachtsmärchen haben wir daher natürlich auch in die Sammlung aufgenommen, mein Liebstes ist das „Fleckei“. Das gehört für mich zur Weihnachtszeit einfach dazu. Beim Vorlesen dieser Märchen bin ich selber wieder in die Erinnerung abgetaucht. In die Zeit als ich selber noch ein Kind war. Ich hoffe, euch gefällt‘s  genau wie mir ...

Hinterseer… Foto: /Gerald Lobenwein

(kurier / LT) Erstellt am
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